Opel: Rüsselsheim verliert Astra-Produktion

Opel: Rüsselsheim verliert Astra-Produktion

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Rüsselsheim verliert die Produktion des Modells Astra.

Nun ist es klar: Das Opel-Stammwerk Rüsselsheim verliert die Produktion des Modells Astra . Das mit Abstand wichtigste Fahrzeug des Autobauers soll ab 2015 nur noch im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) gefertigt werden.

"Opel geht davon aus, dass über die Werke in Ellesmere Port und Gliwice hinaus keine weiteren Produktionskapazitäten für Kompaktfahrzeuge benötigt werden. Dementsprechend wird die Produktion des Astra in Rüsselsheim nach dem Auslauf des jetzigen Modells nicht fortgesetzt werden", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die WirtschaftsWoche hatte bereits am Mittwoch exklusiv berichtet, dass die Entscheidung früher als bisher gedacht fallen würde.

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Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke bekannte sich zum Standort Rüsselsheim: "Ein wettbewerbsfähiges Werk Rüsselsheim spielt eine wichtige Rolle in unserer Wachstumsstrategie." Der Vorstand habe den Betriebsrat informiert, dass Rüsselsheim auch nach Auslauf der aktuellen Insignia- und Astra-Modelle voll ausgelastet werden solle. Rüsselsheim ist derzeit das modernste GM-Werk in Europa.

In die beiden Werke in Ellesmere Port und in Gliwice will die Tochter des US-Autoriesen General Motors (GM) insgesamt 300 Millionen Euro investieren, um sie auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Die beiden Standorte sollen dann im Dreischichtbetrieb voll ausgelastet sein und profitabel arbeiten.

Die Entscheidung für Ellesmere Port wurde möglich, weil die Belegschaft einem neuen Tarifvertrag zustimmte. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA vom Donnerstag akzeptierten 94 Prozent der dortigen Beschäftigten einen Lohnverzicht.

Der Generalsekretär der Gewerkschaft Unite, Len McCluskey, begrüßte das deutliche Votum der Belegschaft. Es gebe nun ein Potenzial für das Werk bis 2020 und darüber hinaus, sagte er. Durch die Erhöhung auf einen Dreischicht-Betrieb sollen 700 neue Mitarbeiter in Ellesmere Port eingestellt werden. Zusätzlich sollen mehrere hundert Arbeitsplätze bei Zulieferern entstehen. "Es werden zusätzliche Zulieferer nach Großbritannien kommen", sagte McCluskey.

Angaben zur Zukunft des Opel-Werks in Bochum machte das Unternehmen nicht. Der Astra-Zuschlag für Großbritannien könnte bedeuten, dass Rüsselsheim als Ausgleich die Produktion des Zafira übernimmt. Das könnte das Aus für Bochum bedeuten, wo der Kompakt-Van derzeit gefertigt wird, wie spekuliert wird. Am kommenden Montag könnte es bei einer Betriebsversammlung in dem Werk Klarheit zur Zukunft von Bochum geben - an der Versammlung nimmt neben Stracke auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teil.

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Bei einer Belegschaftsversammlung in Rüsselsheim in der laufenden Woche hatten Krafts Kollegen aus Rheinland-Pfalz und Hessen, Kurt Beck und Volker Bouffier, den Beschäftigten bereits ihre Solidarität versichert.

Opels US-Mutterkonzern General Motors fährt in Europa seit Jahren heftige Verluste ein. GM plant daher einen harten Sanierungskurs, dem auch Werke geopfert werden könnten.

Mit Material von dpa, Reuters und dapd

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