Opel: Russland ist ein wichtiger Zukunftsmarkt

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Opel: Russland ist ein wichtiger Zukunftsmarkt

Nach Ansicht von General-Motors-Chef Dan Akerson ist Russland einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für die angeschlagene Tochter Opel. Im vergangenen Jahr hat Opel dort 80.000 Fahrzeuge verkauft.

Wie kein anderer deutscher Auto-Hersteller hat Opel die Expansion ins Ausland verschlafen, will dies nun aber ändern. Vor allem in Russland erhofft sich der seit Jahren schwächelnde Konzern die nötigen Impulse. "Für Opel ist Russland von großer Bedeutung. Denn schon in wenigen Jahren könnte der russische Markt größer werden als der deutsche", sagte der Chef der US-Mutter General Motors, Dan Akerson, laut Vorabmeldung in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Opel-Chef Karl Thomas Neumann ergänzte: "In Russland haben wir im vergangenen Jahr über 80.000 Fahrzeuge verkauft. Wir sind fast doppelt so schnell gewachsen wie der Markt." Auch in der Türkei laufe es gut.

So stand es 2014 um Opel

  • Der Verhandlungsplan

    Im Detail wird über neue Modelle, Motoren und Märkte, die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in Opel-Werken sowie über Einsparungen gesprochen. Doch generell geht es um die Frage, wie der kriselnde Hersteller mehr Autos verkaufen, Beschäftigung sichern und wieder Geld verdienen kann Das Management will Produktionskosten senken, aber auch am Personal sparen. Im September 2014 wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 (und damit zwei Jahre länger als bisher festgelegt) ausgeschlossen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus. (Quelle: dpa)

  • Werkschließungen oder Massenentlassungen?

    Das Management hatte angeboten, das Werk Bochum nicht, wie ursprünglich angestrebt, Anfang 2015, sondern erst mit dem Auslaufen der Zafira-Produktion zwei Jahre später zu schließen. Damit gewinnt der Standort Zeit. Die Hoffnung auf eine bessere Marktentwicklung bleibt erhalten. Schäfer-Klug zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit der dpa zuversichtlich: „Ich sehe nicht, dass Opel plant, sich komplett aus Bochum zurückziehen. Aber wie die konkrete Zukunft der Standorte in Deutschland und insbesondere in Bochum aussieht, werden wir gemeinsam in den Verhandlungen klären.“

  • Die Überkapazitäten

    Bei den Verhandlungen geht es auch um freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. So soll nach und nach sozialverträglich Beschäftigung abgebaut werden. Aktuell hat Opel nach Betriebsratsangaben noch etwa 38.000 Beschäftigte - nach der jüngsten Sanierung Ende 2010 waren es noch 40.000.

  • Sanierungsbeiträge der Beschäftigten?

    Zunächst verzichten die Mitarbeiter erneut auf Lohn. Von November an wird die jüngste Metall-Tariferhöhung von 4,3 Prozent erneut gestundet. Falls es eine Einigung über die Zukunft der deutschen Opel-Werke gebe, könnten die erneut gestundeten Millionen auch „in einer Gesamtkonzeption aufgehen“, sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Wie das aussehen könnte, ist unklar. Kommt keine Einigung zustande, zahlt Opel das gestundete Geld nachträglich aus.

  • Wann sollen die Gespräche abgeschlossen werden?

    Offiziell scheuen alle Beteiligten davor zurück, einen Termin zu nennen. Schließlich waren die ehrgeizigen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter zuletzt enttäuscht worden. Dem Vernehmen nach soll aber in einigen Wochen ein Ergebnis stehen.

  • Die Allianz mit PSA

    Glaubt man dem Unternehmen, wird die Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën keine Jobs bei Opel kosten. Selbst wenn die Partner eines Tages Autos nicht nur gemeinsam entwickeln sondern auch bauen sollten, dürfe das nicht auf Kosten des anderen gehen, betont GM-Vize und GM-Europachef Steve Girsky: Keine Seite werde ihre Probleme zulasten der anderen lösen. Bei Opel könnten zudem schon 2016 Chevrolets vom Band laufen, um die Überkapazitäten zu senken.

  • Fallen durch die Allianz Stellen weg?

    Zwar wollen GM und PSA zunächst vier Fahrzeugplattformen gemeinsam entwickeln. Weder Betriebsrat noch Unternehmen sehen aber Jobs im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefährdet. Vielmehr könnten die freigesetzten Kapazitäten genutzt werden, um wie versprochen die Entwicklung neuer Modelle voranzubringen.

  • Wie ernst ist die Lage bei Opel?

    Opel schreibt seit Jahren Verluste. Jetzt leidet der Hersteller zudem unter der aktuellen Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal schrieb GM in seinem Europageschäft einen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Das Ergebnis des dritten Quartals legt GM an diesem Mittwoch (31. Oktober) vor.


Neumann betonte, Opel werde nicht von GM gehindert, seine Fahrzeuge, die im Gegensatz zu VW oder BMW keinen besonders guten Ruf genießen, ins Ausland zu verkaufen. Während andere Hersteller aber etwa vom rasanten Wachstum in China profitiert haben, spielt Opel dort nur eine Statistenrolle. Um im Reich der Mitte größer zu werden, müssten Hunderte Millionen Euro investiert werden, so Neumann. Deshalb gebe es andere Prioritäten: "Vergangenes Jahr sind wir in Australien, Chile und Singapur gestartet. Dieses Jahr haben wir in den Vereinigten Arabischen Emiraten weitergemacht."

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Schließung Opelaner haben zu hoch gepokert

Anders als heute vom Bochumer Opel-Betriebsrat behauptet, gibt es keine Verhandlungen mehr über die Zukunft des dortigen Werkes. Ende 2014 ist Schluss. Die Bochumer haben zu hoch gepokert.

Foto eines Plakates am Opel-Werksgelände in Bochum Quelle: dpa

Akerson hatte am Mittwoch angekündigt, der US-Konzern werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren. Am Ende der Autofertigung im Werk Bochum Anfang 2015 hält GM aber fest. Die Investitionen sollen vor allem in neue Modelle und Motoren fließen. Opel will so auf dem schrumpfenden europäischen Markt Anteile zurückgewinnen. GM macht in Europa seit Jahren Verluste. Allein 2012 schlug ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Mrd. Euro) zu Buche.

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