Bild: obsKarl-Thomas Neumann
Der angeschlagene Autohersteller Opel hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Der Aufsichtsrat hat den ehemaligen Volkswagen-Manager Karl-Thomas Neumann nun offiziell zum neuen Chef bestimmt. Er soll den Posten zum 1. März antreten. Neumann war bis zum Sommer 2012 für das China-Geschäft von Volkswagen verantwortlich. Dass er den Posten als Nachfolger von Opel-Übergangschef Thomas Sedran bekommen würde, wurde schon vergangenes Jahr berichtet. Zunächst wurde allerdings mit einem späteren Amtsantritt Neumanns gerechnet, da seine Verpflichtungen bei VW noch bis Ende Juni liefen. Neumann erwartet eine schwierige Aufgabe: In den vergangenen Jahren hat Opel horrende Verluste angehäuft. Die GM-Tochter leidet besonders unter der Absatzkrise der Autobranche in Europa, auch weil ihr die Mutter den Zugang zu vielversprechenden Märkten außerhalb Europas verweigert. Neumann musste sich schon einmal als Krisenmanager beweisen: in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender beim Autozulieferer Continental von 2008 bis 2009. Damals strich er Tausende Jobs.
Bild: dpaThomas Sedran
Der Strategievorstand führt ab sofort die Geschäfte des kriselnden Autobauers. Der 47 Jahre alte promovierte Ökonom wechselte erst im April in den Vorstand der Adam Opel AG und leitet seither das neu geschaffene Ressort Operations, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien. Seine Aufgabe: Er sollte Strategien für profitables Wachstum entwickeln und umsetzen - auch außerhalb Europas. Nun wird er zusätzlich Vize-Chef des Autobauers und führt einstweilen die Geschäfte.
Bild: dpaStephen Girsky (rechts) übernimmt das Ruder am 12. Juli 2012, nachdem General Motors-Vorstandsvorsitzender Dan Akerson (links) den bisherigen Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke kurzerhand absetzte. Girskys Amtszeit dauerte genau fünf Tage. Zeit genug, um von den Mitarbeiter mehr Engagement einzufordern. In einer E-Mail schrieb er: „Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse.“
Bild: dpaKarl-Friedrich Stracke hat am 11. April 2011 den Vorstandsvorsitz der Opel AG übernommen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Hesse seit mehr als 30 Jahren bei dem deutschen Traditionsautobauer beschäftigt. Gründe für plötzlichen Abtritt am 12. Juli werden zunächst nicht bekannt. Ende Juni stellte er noch ein umfangreiches Sanierungsprogramm vor, um die krisengeplagte GM-Tochter wieder auf Kurs zu bringen. Stracke war nur gut 15 Monate im Amt. Auch sein Vorgänger....
Bild: REUTERSNick Reilly war nur gut 14 Monate Chef des Traditionsautobauers. Der Brite trat im Januar 2010 an und verabschiedete sich bereits im März 2011 wieder - allerdings um in den Aufsichtsrat berufen zu werden. Reilly war als harter Sanierer bekannt und wurde von der GM-Mutter zur Krisentochter nach Europa geschickt um Opel wieder auf Kurs zu bringen.
Bild: APHans Demant war von Juni 2004 bis Januar 2010 Vorsitzender der Opel-Geschäftsführung. Der Igenieur galt als zurückhaltend - einer der sich nicht gegen die Interessen der amerikanischen Eigentümer aufbäumte. Genutzt hat es ihm nicht. Er nahm wenige Monate nach dem damaligen Europa-Chef Carl-Peter Forster seinen Hut. Zu diesem Zeitpunkt musste Opel 12.000 Mitarbeiter für mehrere Monate in Kurzarbeit schicken - rund die Hälfte der damaligen deutschen Belegschaft.
Bild: APCarl-Peter Forster war von April 2001 bis Juni 2004 Opel-Chef. Später Europa-Chef von General Motors. Forster hatte der Marke mit dem Blitz zu vielfach ausgezeichneten Modellen wie dem Insignia verholfen und die Qualität der Modelle deutlich verbessert. Im November 2011 trat er als Europa-Chef ab. Grund für seinen Abgang war offenbar der plötzliche Schwenk des GM-Verwaltungsrats, der Opel nach langen Verhandlungen auf einmal doch nicht mehr an das Magna-Konsortium verkaufen wollte. Nach dem geplatzten Verkauf wechselte Forster zum indischen Autobauer Tata.
Karl-Thomas Neumann
Der angeschlagene Autohersteller Opel hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Der Aufsichtsrat hat den ehemaligen Volkswagen-Manager Karl-Thomas Neumann nun offiziell zum neuen Chef bestimmt. Er soll den Posten zum 1. März antreten. Neumann war bis zum Sommer 2012 für das China-Geschäft von Volkswagen verantwortlich. Dass er den Posten als Nachfolger von Opel-Übergangschef Thomas Sedran bekommen würde, wurde schon vergangenes Jahr berichtet. Zunächst wurde allerdings mit einem späteren Amtsantritt Neumanns gerechnet, da seine Verpflichtungen bei VW noch bis Ende Juni liefen. Neumann erwartet eine schwierige Aufgabe: In den vergangenen Jahren hat Opel horrende Verluste angehäuft. Die GM-Tochter leidet besonders unter der Absatzkrise der Autobranche in Europa, auch weil ihr die Mutter den Zugang zu vielversprechenden Märkten außerhalb Europas verweigert. Neumann musste sich schon einmal als Krisenmanager beweisen: in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender beim Autozulieferer Continental von 2008 bis 2009. Damals strich er Tausende Jobs.
Karl-Friedrich Stracke ist als Vorstandsvorsitzender des defizitären Autobauers Opel zurückgetreten. Er habe auch den Posten als Präsident von General Motors Europe abgegeben, teilte die Adam Opel AG am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit. Stracke werde Sonderaufgaben für GM übernehmen.
GM-Vize Stephen Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt, wird die Geschäfte von GM in Europa kommissarisch leiten. Die Suche nach einem Stracke-Nachfolger habe bereits begonnen, berichtete der Autobauer: „Der Opel-Aufsichtsrat wird in Kürze einberufen, um einen kommissarischen Opel-Vorstandsvorsitzenden zu benennen.“ Insider räumen einem Zeitungsbericht zufolge Strategievorstand Thomas Sedran beste Chancen auf die Nachfolge ein. Sedran bringe von seinem Know-how und seiner Persönlichkeit entsprechende Voraussetzungen mit und werde zudem vom Management der Opel-Konzernmutter General Motors (GM) geschätzt, berichtete die „Allgemeine Zeitung Mainz“ am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise. Laut der „Bild-Zeitung“ ist zudem der amtierende Opel-Produktionsvorstand Peter Thom ein Kandidat mit guten Chancen.
Erst im Januar 2012 wurde Stracke (56) zum Präsidenten von General Motors Europe ernannt. Seit April 2011 war er Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG und damit verantwortlich für das weltweite operative Geschäft von Opel/Vauxhall. Er sollte den defizitären Autobauer zurück in die Gewinnzone führen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt.
Strackes wichtigste Karrierestationen bei Opel
Der Einstieg in Rüsselsheim
1979 startet der Maschinenbau-Ingenieur seine Karriere bei Opel als Konstrukteur im Bereich Rohkarosserie.
Der Wechsel ins Management
Nach einem betriebswirtschaftlichen Zweitstudium an der GM-Universität in Flint steigt Stracke 1984 ins Management der Karosseriekonstruktion ein. 1991 übernimmt er die Leitung dieses Bereichs.
Ernennung zum Chefingenieur
Im Jahr 1993 wird Stracke zum Chefingenieur der Fertigungsentwicklung für Pressen und Unterzusammenbauten ernannt.
Führende Rolle in Bochum
Als Fertigungsdirektor kommt Stracke 1995 ins Bochumer Opel-Werk. Die Modellanläufe der Modelle Astra und Zafira, ebenso wie die Werksumstellung auf „schlanke Produktionsmethoden“ (Zitat Opel) werden unter seiner Leitung umgesetzt.
Rückkehr nach Rüsselsheim
1999 übernimmt Strake im Rüsselsheimer Werk die Stelle als Direktor der Produktentwicklung.
Neuer europaweiter Posten
2004 wird Stracke Executive Direktor GME Engineering und übernimmt damit die Verantwortung für die Opel/Vauxhall-Produktentwicklung sowie die Saab-Produktkonstruktion in Trollhättan, Schweden.
Globale Verantwortung
2006 kommt für Stracke die globale Produktentwicklungs-Verantwortung für Body/Interior und Safety aller GM-Marken hinzu. Zwei Jahre später wechselt er in den Bereich Globale Fahrzeugintegration und Prüffelder. 2009 steigt Stracke zum Vizepräsident des „Global Vehicle Engineering“, den globalen Fahrzeugproduktentwicklungsbereich von GM auf.
Der Vorstandsvorsitz bei Opel
Am 11. April 2011 tritt Stracke den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Adam Opel AG an. Damit ist er für das weltweite operative Geschäft von Opel/Vauxhall verantwortlich.
GM-Chef in Europa
Erst im Januar 2012 wird Stracke zum Präsidenten von General Motors Europe ernannt.
Der Rücktritt
Am 12. Juli 2012 tritt Stracke überraschend von seiner Position als Opel-Vorstandsvorsitzender zurück und legt auch den Posten als Präsident von General Motors Europe ab.
Der Autobauer leidet besonders stark unter der Krise im Euroraum. Der Absatz ist zuletzt kräftig gesunken. Anfang Juni hatte der Opel-Chef noch ein umfangreiches Sanierungsprogramm vorgestellt. Unter anderem wollte er in den nächsten vier Jahren über 20 neue Modelle auf den Markt bringen, ins Premium-Segment vorstoßen und so den Absatz in Europa aber auch in China deutlich steigern.
Den Startschuss für die Modelloffensive macht er mit den Enthüllung des Lifestyle-Flitzers Opel Adam. Der Kleinwagen ist als Konkurrenz zum VW Up gedacht. Mit ihm will Opel vor allem eine jüngere, trendbewusste Klientel ansprechen. Dass Stracke zu diesem Zeitpunkt von Bord geht, muss die Opel-Mitarbeiter tief erschüttern. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zeigte sich besorgt: „Was Opel am Dringendsten braucht, ist Vertrauen. Solche überraschenden Personalwechsel tragen nicht dazu bei."
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