Pariser Autosalon: Mercedes macht mit Elektromarke EQ Jagd auf BMW i

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Pariser Autosalon: Mercedes macht mit Elektromarke EQ Jagd auf BMW i

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von Rebecca Eisert

BMW setzte mit dem Project-i vieles auf eine Karte: Elektroantrieb und den Leichtbaustoff Karbon sollten sich zur Zukunft vereinen. Die Strategie ging nicht auf. Was Mercedes aus den Fehlern der Bayern gelernt hat.

Die Ankündigung alleine sorgte schon für Furore: Mercedes Benz zeigt auf dem diesjährigen Autosalon ein rein elektrisches Fahrzeug. Jetzt ist es da, heißt EQ und zeigt als Crossover-Studie, wie elektrisch fahren bei den Schwaben zukünftig ausschauen soll. Es ist der Auftakt für eine ganze Reihe elektrischer Modelle, einer neuen Submarke.

Elektroautos in der deutschen Premiumliga - dieses Feld hatte bisher BMW mit der i-Serie (i3, i8) besetzt. Mercedes war zwar auch elektrisch unterwegs, aber deutlich weniger sichtbar. Den Smart Fortwo gibt es seit 2007 als Elektro-Flitzer. Auf dem Autosalon zeigt Mercedes jetzt sowohl Fortwo, als auch Fortwo Carbrio und Forfour als Elektroversion.

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Da darüber hinaus weder die elektrische Mercedes B-Klasse noch das chinesische Kooperationsmodell von Denza Verkaufsschlager sind, hat sich Daimler nun für die eigenständige Submarke für zukünftige Elektromobile entschieden. Sie soll ebenso stark werden wie die Daimler-Ableger Smart, AMG und Maybach. Bis zum Jahre 2025 plant Konzern-Chef Dieter Zetsche insgesamt zehn Elektromodelle; mindestens zwei davon mit einem Smart-Logo. „Emissionsfreie Automobile sind die Zukunft. Und unsere neue Marke EQ geht weit über das E-Fahrzeug hinaus. EQ steht für ein umfassendes elektrisches Ökosystem aus Services, Technologien und Innovationen", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche.

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Die Studie Generation EQ, die Mercedes auf dem Pariser Autosalon zeigt, soll den Auftakt zu einer neuen Reihe von Elektro-Modellen geben.

So ganz neu klingt das, was der Daimler-Chef da verkündet nicht. Ähnlich machte es vor Jahren BMW mit dem Elektro-Annex namens „i“. Mit gigantischem Aufwand wurde die Submarke für visionäre Elektromobilität kreiert, sogar eigene Produktionsstätten für Karbon geschaffen. Damit nicht genug, die i-Modelle sollten das Glanzstück nachhaltiger Produktion sein. Deshalb wurden besonders viele recycelte Materialien verwendet - vor allem im Innenraum.

Das Marketing verschlang Millionen. Der i8 bekam sogar einen Auftritt im Blockbuster Mission: Impossible mit Tom Cruise. Im echten Leben trafen die Fahrzeuge jedoch nicht den Geschmack der Kunden. Der BMW i3 polarisiert mit seinem Design, schmalen Ökoreifen und einem wenig hochwertigen Innenraum. Dem BMW i8 fehlt die Leistung, um als hybrider Supersportler ernsthaft gefürchtet zu werden.

Ehe das elektrisierende Doppelpack aus i3 und i8 im BMW-Werk Leipzig zu hybrid- beziehungsweise Elektrofahrzeugen werden, haben deren Karbonkomponenten eine Weltreise hinter sich. Das Grundmaterial Pre-Curser kommt per Schiff aus Japan an die Nordwestküste der USA, wo es über Seattle zum SGL-Werk nach Moses Lake im Bundesstaat Washington gebracht wird.

Vor Jahren hat sich BMW die Firma SGL, Spezialist für Karbonfaserentwicklung und -produktion, einverleibt. Um das Rohmaterial zu den Kohlefaserfäden zu brennen, ist ein gigantischer Energieaufwand nötig. Diese Energie holt sich SGL aus zwei gigantischen Staudämmen des Columbia River im Norden des Bundesstaates. So reduzieren sich die Energiekosten auf bis zu ein Siebtel. Alles in allem: Ein immenser Aufwand - für einen überschaubaren wirtschaftlichen Erfolg.

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