Pause von der Absatzjagd: Bremst sich Kia selbst aus?

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Pause von der Absatzjagd: Bremst sich Kia selbst aus?

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Das Werk Hwasung südlich von Seoul ist das größte Kia-Werk. 540.000 Autos laufen hier jährlich vom Band. 2,7 Millionen Fahrzeuge können die Koreaner weltweit produzieren. Die Kapazitäten werden nicht aufgestockt. Qualität statt Quantität lautet das neue Motto.

von Rebecca Eisert

Kein Autokonzern ist so schnell gewachsen wie Kia-Hyundai. Jetzt soll Schluss sein mit der Absatzsause. Qualität statt Quantität heißt die neue Devise. Schießt sich Kia durch ein Absatz-Sabbatical selbst ins Aus?

Wer das Kia Werk Hwasung, gut anderthalb Autostunden südwestlichen von Seoul, betritt, wird mit einer tiefen Verbeugung begrüßt. Das Empfangskomitee geleitet die Besucher durch die Hallen, in denen jährlich 540.000 Kia-Modelle vom Band rollen - wie der SUV Sorento und die Limousinen Optima und Cadenza.

Es riecht nach Öl und verbranntem Kunststoff, den die Roboter hinterlassen, wenn sie funkensprühend wieder zwei Teile punktgenau geschweißt und geklebt haben. Ein Rattern und Knattern begleitet die Besucher – das Geräusch der Förderbänder hoch über den Köpfen der Arbeiter, über die die halbfertige Karosserieteile zur nächsten Montagestation gelangen. Kaum etwas unterscheidet das koreanische Werk von einem deutschen. Man sieht den Arbeitsschutz hier vielleicht etwas lockerer, manche Schweiß- oder Klebstation würde in einem deutschen Werk eingehaust und mit einem Abzug versehen, um die Luft in der Halle noch sauberer und die Gefahr eines Unfalls noch geringer zu halten. Abgesehen davon könnte Kias größtes von weltweit sieben Werken ebenso gut in Ingolstadt oder Leipzig stehen. 28 Stunden dauert es, bis ein Wagen komplett montiert ist. Damit liegt Kia im unteren Mittelfeld und ist, laut Oliver Wyman aber deutlich schneller als VW mit rund 35 Arbeitsstunden pro Auto.

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"The new global automotive leader"

Dass Hwasung in Erinnerung bleibt, ist seiner werkseigenen Melodie „Für Elise“ und den in jeder Halle prangenden Mantras geschuldet. Wenn Beethoven Komposition durch die Gänge schallt, soll dies die 15.000 Mann starke Belegschaft aber nicht amüsieren. Die Gabelstapler quäken in a-Moll, sobald sie in Bewegung sind, um andere vor ihrem Heransausen zu warnen. Wer die Töne zum ersten Mal hört, glaubt an ein vergessenes Mobiltelefon. Auch die in großen Lettern aufgemalten Sprüche haben nichts Poetisches, sie sollen anspornen: "The spirit of Kia Motor is forced by the endless pursuit of quality“ steht dort. "We ensure the best quality for our valued global costumers" oder "A state-of-the-art ecofriendly leader of automotive production". Schließlich: "The new global automotive leader".

Ja, man hat großes vor in Südkorea - ungeachtet der Drohung des Despoten Kim im Norden, die die Bewohner als "business as usual" abtun - und unbeeindruckt von der Übermacht anderer globaler Autokonzerne wie General Motors, Toyota oder Volkswagen. Kia und Hyundai haben sich kein geringes Ziel gesetzt, als der weltweit führende Autohersteller zu werden. Kia – das bedeutet frei übersetzt „der Aufsteiger aus Asien.“ Einen Teil dieses Weges haben sie bereits höchst erfolgreich zurückgelegt. In den vergangenen fünf Jahren hat allein Kia 25 neue oder überarbeitete Modelle in den Markt gebracht. Kia und Hyundai zusammen haben 2012 mehr als sieben Millionen Autos verkauft. Volkswagen ist mit 9,7 Millionen in einholbare Nähe gerückt. Kein anderer Autokonzern ist in den letzten zehn Jahren so schnell gewachsen wie die Koreaner und das bei Gewinnmargen von neun Prozent und mehr.

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