Peugeot verhandelt mit Tata: Rätselraten um Allianz von Opel und PSA

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Peugeot verhandelt mit Tata: Rätselraten um Allianz von Opel und PSA

Um die Allianz zwischen den angeschlagenen Autobauern Opel und PSA Peugeot Citroen ranken sich wilde Spekulationen. Am Dienstag gab es Berichte über ein Scheitern, die Opel zurückwies - doch nun wurde bekannt, dass PSA sich bereits mit dem indischen Tata-Konzern über eine mögliche Zusammenarbeit berät, sollte die Allianz mit Opel vor die Wand fahren.

Das Gerangel um eine mögliche Zusammenarbeit der Automobilkonzerne PSA Peugeot Citroen und Opel geht in eine neue Runde. PSA erwägt einem Medienbericht zufolge eine Allianz mit dem indischen Tata-Konzern. Die Unternehmen sprächen über Art und Ausmaß einer möglichen Zusammenarbeit, berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch vorab unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Peugeot-Chef Philippe Varin suche nach einer Alternative für den Fall, dass die Kooperation mit dem US-Autobauer GM und dessen Tochter Opel scheitere. Dem Bericht zufolge erhofft sich Peugeot von einer Zusammenarbeit mit Tata den Aufbau einer gemeinsamen Billigmarke ähnlich der Renault-Tochter Dacia. Außerdem könne Tata den Franzosen im Notfall mit Kapital helfen. Die Peugeot-Aktie reagierte mit Kursgewinnen auf den Bericht. PSA wollte die Informationen am Mittwoch nicht bestätigen.

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Opel-Aufsichtratschef Girsky „Wir werden den Turnaround schaffen“

General-Motors-Vize Stephen Girsky macht gute Miene zum bösen Spiel. Die Zahlen sind schlecht, doch der Opel-Aufseher übt sich jetzt in Optimismus – neue Stellenstreichungen wird es aber trotzdem geben.

Steve Girsky opel GM Quelle: dpa

Dass PSA schon anderweitig seine Fühler ausstreckt, läuft dem offiziellen Standpunkt von Opel entgegen. Der Konzern wies nur kurz zuvor Medienberichte über ein drohendes Scheitern der Zusammenarbeit mit dem französischen Autokonzern PSA-Peugeot-Citroen zurück und verkündete, "die Allianz macht genau die Fortschritte, die wir erwartet haben“. Die Gespräche seien nicht auf Eis gelegt. Vielmehr sollten bis Jahresende Vereinbarungen zu einer gemeinsamen Einkaufsorganisation und Produktentwicklung stehen. Auf eine enge Zusammenarbeit im Bereich Logistik haben sich PSA und die Opel-Mutter General Motors bereits geeinigt.

So stand es 2014 um Opel

  • Der Verhandlungsplan

    Im Detail wird über neue Modelle, Motoren und Märkte, die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in Opel-Werken sowie über Einsparungen gesprochen. Doch generell geht es um die Frage, wie der kriselnde Hersteller mehr Autos verkaufen, Beschäftigung sichern und wieder Geld verdienen kann Das Management will Produktionskosten senken, aber auch am Personal sparen. Im September 2014 wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 (und damit zwei Jahre länger als bisher festgelegt) ausgeschlossen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus. (Quelle: dpa)

  • Werkschließungen oder Massenentlassungen?

    Das Management hatte angeboten, das Werk Bochum nicht, wie ursprünglich angestrebt, Anfang 2015, sondern erst mit dem Auslaufen der Zafira-Produktion zwei Jahre später zu schließen. Damit gewinnt der Standort Zeit. Die Hoffnung auf eine bessere Marktentwicklung bleibt erhalten. Schäfer-Klug zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit der dpa zuversichtlich: „Ich sehe nicht, dass Opel plant, sich komplett aus Bochum zurückziehen. Aber wie die konkrete Zukunft der Standorte in Deutschland und insbesondere in Bochum aussieht, werden wir gemeinsam in den Verhandlungen klären.“

  • Die Überkapazitäten

    Bei den Verhandlungen geht es auch um freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. So soll nach und nach sozialverträglich Beschäftigung abgebaut werden. Aktuell hat Opel nach Betriebsratsangaben noch etwa 38.000 Beschäftigte - nach der jüngsten Sanierung Ende 2010 waren es noch 40.000.

  • Sanierungsbeiträge der Beschäftigten?

    Zunächst verzichten die Mitarbeiter erneut auf Lohn. Von November an wird die jüngste Metall-Tariferhöhung von 4,3 Prozent erneut gestundet. Falls es eine Einigung über die Zukunft der deutschen Opel-Werke gebe, könnten die erneut gestundeten Millionen auch „in einer Gesamtkonzeption aufgehen“, sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Wie das aussehen könnte, ist unklar. Kommt keine Einigung zustande, zahlt Opel das gestundete Geld nachträglich aus.

  • Wann sollen die Gespräche abgeschlossen werden?

    Offiziell scheuen alle Beteiligten davor zurück, einen Termin zu nennen. Schließlich waren die ehrgeizigen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter zuletzt enttäuscht worden. Dem Vernehmen nach soll aber in einigen Wochen ein Ergebnis stehen.

  • Die Allianz mit PSA

    Glaubt man dem Unternehmen, wird die Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën keine Jobs bei Opel kosten. Selbst wenn die Partner eines Tages Autos nicht nur gemeinsam entwickeln sondern auch bauen sollten, dürfe das nicht auf Kosten des anderen gehen, betont GM-Vize und GM-Europachef Steve Girsky: Keine Seite werde ihre Probleme zulasten der anderen lösen. Bei Opel könnten zudem schon 2016 Chevrolets vom Band laufen, um die Überkapazitäten zu senken.

  • Fallen durch die Allianz Stellen weg?

    Zwar wollen GM und PSA zunächst vier Fahrzeugplattformen gemeinsam entwickeln. Weder Betriebsrat noch Unternehmen sehen aber Jobs im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefährdet. Vielmehr könnten die freigesetzten Kapazitäten genutzt werden, um wie versprochen die Entwicklung neuer Modelle voranzubringen.

  • Wie ernst ist die Lage bei Opel?

    Opel schreibt seit Jahren Verluste. Jetzt leidet der Hersteller zudem unter der aktuellen Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal schrieb GM in seinem Europageschäft einen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Das Ergebnis des dritten Quartals legt GM an diesem Mittwoch (31. Oktober) vor.

Spekulationen über eine mögliche Fusion Opels mit dem Autogeschäft von PSA waren von den Unternehmen nie bestätigt worden. Dieses Szenario scheint nun endgültig vom Tisch. Die Zeitung „Financial Times Deutschland“ berichtete am Mittwoch, PSA sei unzufrieden mit der Allianz. Die Franzosen erhofften sich von GM Hilfen für den Ausbau ihres Geschäfts in China und Lateinamerika. Die Amerikaner seien aber nur an einem Partner für die Sanierung von Opel interessiert. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Bündnis scheitert“, hatte das Blatt „konzernnahe Kreise“ zitiert.

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Opel-Aufsichtsratschef und GM-Vize Steve Girsky hatte jüngt betont, dass GM durch die Allianz vor allem Synergien bei Entwicklung und Einkauf in Europa erreichen wolle. Das gelte für Fahrzeuge, die nur für Europa gedacht seien und daher nicht von der Größe des GM-Konzerns profitieren könnten. Die beiden Unternehmen wollen ihre jährlichen Kosten dadurch binnen fünf Jahren um ungefähr zwei Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) senken. „Wir konzentrieren uns darauf, diese Synergien umzusetzen“, sagte der Opel-Sprecher.

Allerdings erwarten Experten, dass GM Europa und PSA bald auch gemeinsam Autos fertigen könnten. Girsky hatte das kürzlich nicht ausgeschlossen: „Die Teams von GM/Opel und PSA arbeiten daran, schriftliche Vereinbarungen abzuschließen; gleichzeitig denken wir über weitere Schritte der Zusammenarbeit nach.“

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