Pikante Details zur GM-Affäre: Zündschlösser bei Cadillac wurden geändert

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Pikante Details zur GM-Affäre: Zündschlösser bei Cadillac wurden geändert

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Das Cadillac-Logo. Auch die Luxusmarke könnte von der Zündschlösser-Panne bei GM betroffen sein.

Bei der Pannenserie mit defekten Zündschlössern bei GM gibt es neue Details: Bereits 2006 wurden bei der Nobelmarke Cadillac die Zündschlösser geändert, nachdem Probleme aufgetaucht waren.

Die Pannenserie bei General Motors (GM) zieht weitere Kreise. Offenkundig hat es auch Probleme mit den Zündschlössern bei Fahrzeugen der Luxusmarke Cadillac gegeben, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen des Zulieferers Delphi an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht. Denen zufolge berichteten GM-Ingenieure bereits vor mehr als acht Jahren über defekte Zündschlösser bei Cadillac-Modellen. Testfahrer hätten den Motor während der Fahrt aus Versehen mit den Knien abgestellt.

Die Dokumente untermauern den Verdacht, dass GM die Probleme mit den Zündschlössern bekannt waren, aus Kostengründen aber verschleiert wurden. Aus den Unterlagen soll laut einem Bericht der "Detroit News" auch hervorgehen, dass die Zündschlösser für den Cadillac im Jahr 2006 umgestaltet wurden, nachdem die Probleme bei den Vorserienmodellen des SRX auftauchten. Zwei Monate nach den Änderungen an den Cadillac-Schlössern sollen auch die der nun von dem millionenfachen Rückruf betroffenen Volumenmodelle geändert worden sein. Die neuen Schlösser sollen aber keine neue Produktnummer erhalten haben - in diesem Zusammenhang wird GM Verschleierung der Probleme vorgeworfen.

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Weder von GM noch von der Verkehrsaufsicht waren zunächst Stellungnahmen zu erhalten.

Bei Unfällen, die durch die defekten Zündschlösser ausgelöst wurden, sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Weil die Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, kann der Motor ausgehen und sich Elektronik wie die Servolenkung, Bremskraftverstärker oder Airbags abschalten. Bislang wurden 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen.

Der Druck auf GM und die seit Januar amtierende Konzernchefin Mary Barra ist seit Bekanntwerden der Pannenserie Anfang diesen Jahres stetig gestiegen. Der US-Kongress und die Verkehrsaufsicht untersuchen, warum der Opel-Mutterkonzern mit dem Rückruf bis 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren. GM droht eine Klagewelle und ein Vertrauensverlust.

Für Klagen, die sich auf Vorfälle vor 2009 beziehen, beantragte der Autobauer am Dienstag eine Aussetzung. In diesem Jahr kam GM aus der Insolvenz und ist seither ein rechtlich neues Unternehmen. Ansprüche vor 2009 müssten somit an die Überbleibsel der alten GM gerichtet werden.

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Nach Angaben eines Anwalts erwägt GM indessen die Entschädigung von Betroffenen. Er sei von dem Unternehmen beauftragt worden, bei der Erarbeitung eines entsprechenden Programms zu helfen, sagte der Jurist Kenneth Feinberg am Mittwoch in einem CNBC-Interview. Es sei aber noch unklar, wer dafür infrage komme, ob es einen Fonds gebe, wie viel Geld gezahlt werde und welcher Nachweis erbracht werden müsse.

Es war das erste Mal, dass ein GM-Anwalt öffentlich Entschädigungen ins Spiel brachte, die einige Kongressabgeordnete und Kunden der Opel-Mutter fordern. Ein GM-Sprecher ging auf die Äußerungen des Anwaltes nicht direkt ein. GM räumte bereits ein, dass der Massenrückruf den Autobauer teuer zu stehen kommt.

Im ersten Quartal habe GM einen Sonderaufwand von 1,3 Milliarden Dollar verbucht, um die Kosten für Reparaturen decken zu können. Die ganze Quartalsbilanz soll nächste Woche veröffentlicht werden.

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