Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“: Dobrindt plant Teststrecke für selbstfahrende Autos

Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“: Dobrindt plant Teststrecke für selbstfahrende Autos

Die Bundesregierung plant eine Teststrecke für selbstfahrende Autos. Die Autobauer sollen auf einem Abschnitt der A9 in Bayern ihre autonohmen Fahrzeuge testen können – noch in diesem Jahr.

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Ein umgebauter Audi A7 ist Anfang Januar ohne EInwirkung des Fahrers von Los Angeles nach Las Vegas gefahren – knapp 900 Kilometer

Autos, die selbstständig durch den Stau fahren, den Fahrer entlasten, sich gegenseitig absprechen und so Unfälle vermeiden – so sieht vermutlich die Zukunft aus. Experten trauen dem autonomen Fahren sogar zu, die Wertschöpfungskette der Autoindustrie nachhaltig zu verändern. Sprich: Wer heute den Trend zu den selbstfahrenden Autos verpasst, kann recht wahrscheinlich morgen zu den Verlierern gehören.

Die deutschen Autobauer entwickeln deshalb seit Jahren mit viel Aufwand an der Technologie, die ersten teilautonomen Funktionen, wie etwa einem Stau-Assistenten, werden bereits in Serienautos eingebaut. Keine große Automesse vergeht, ohne dass ein Hersteller eine neue selbstfahrende Studie vorstellt. Audi, Daimler und BMW haben bereits eigene Testflotten auf der Straße – allerdings in den USA, denn in Deutschland sind selbstständig fahrende Autos bisher nicht erlaubt.

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Das Auto automatisch per App einparken zu lassen wird in einigen Jahren kein Problem mehr sein. Quelle: Presse

Das will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit einer eigenen Teststrecke für selbstfahrende Autos ändern. „Wir werden auf der Autobahn A9 in Bayern eine Teststrecke einrichten“, sagte Dobrindt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die ersten Maßnahmen für das Pilotprojekt „Digitales Testfeld Autobahn“ sollten in diesem Jahr starten.

Dafür wird der ausgewählte Streckenabschnitt technisch aufgerüstet: Die Teststrecke soll mit den Autos kommunizieren und so vor möglichen Gefahren warnen können (Car-to-Infrastructure-Kommunikation), zudem sollen die Autos untereinander Informationen austauschen (Car-to-Car-Kommunikation). „Dort werden also Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und später auch vollautomatisierte Fahrzeuge fahren können“ sagte Dobrindt. „Die deutsche Autoindustrie wird auch beim digitalen Auto Weltspitze sein können.“

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Damit hört Dobrindt auf die Autoindustrie, die einen solchen Schritt bereits länger fordern. „Da müssen unsere Ministerien handeln. Sonst fahren wir hierzulande hinterher“, sagte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg im Interview mit der WirtschaftsWoche Mitte Januar. „Wir meinen die Behörden überzeugen zu können, dass pilotiertes und vollautonomes Fahren im Sinne der Verkehrssicherheit sinnvoll sind.“ Weil in Kalifornien, Nevada und Florida Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr erprobt werden können, habe Audi derzeit seine Entwickler für das autonome Fahren in den USA konzentriert.

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Während in den USA vor allem noch Haftungsfragen geklärt werden müssen, steht in Deutschland der Verbreitung von Roboterautos vor allem das Verkehrsrecht im Weg. Die Bundesrepublik hat wie die meisten Länder auf der Welt – außer den USA – das Wiener Abkommen unterschrieben. Dieses sieht bislang vor, dass der Fahrer quasi immer die Hände am Lenkrad hat. Eine im vergangenen März beschlossene Änderung des Abkommens muss allerdings national noch umgesetzt werden.

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