Pilotprojekt in Schweden: Audi startet Carsharing in Kleingruppen

Pilotprojekt in Schweden: Audi startet Carsharing in Kleingruppen

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In der Flotte des Carsharing-Projekts sind die meisten Audi-Modelle verfügbar.

von Rebecca Eisert

Unter dem Namen „Audi unite“ bietet der Autohersteller aus Ingolstadt ein neues Carsharing-Konzept an. Bis zu fünf Personen können sich für ein oder zwei Jahre ein Auto teilen - vom A1 bis zum R8.

Luca de Meo, Marketing- und Vertriebsvorstand von Audi, will den Schweden Lust aufs Teilen machen. „Audi Unite“ heißt das neue Mikrosharing für Gruppen von bis zu fünf Personen. Diese teilen sich für ein oder zwei Jahre ein Auto - vom A1 bis zum R8. Die Nutzer organisieren sich übers iPhone. Per App kann jeder Reservierungswünsche äußern und sehen, wo das Auto steht - oder wie viel Benzin noch im Tank ist.

Das Premium-Sharing kostet monatlich pro Person je nach Modell zwischen 1439 und 8849 schwedische Kronen, umgerechnet sind das 160 bis 970 Euro. Die Rate enthält neben dem Anteil am Fahrzeug Steuern, Versicherung, Service, monatliche Reinigung und Reifenwechsel. Die Kunden können zwischen einer nutzungsabhängigen oder gleichverteilten Abrechnung wählen. Bei einer nutzungsabhängigen Abrechnung werden die Grundkosten entsprechend der jeweilig genutzten Zeit zugeordnet.

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DriveNow vs. Car2Go BMW hat bei Carsharing die Nase vorne

Bisher unbekannte Zahlen beweisen: Carsharing-Angebote wie Car2Go und DriveNow werden für die Autokonzerne langsam zum Geschäft - und derzeit ist BMW auf der Pole Position.

Quelle: Presse

Zeiten, in denen das Fahrzeug nicht genutzt ist, werden zu gleichen Teilen auf alle Kunden verteilt. „Diese Abrechnungsmethode wurde in den letzten Monaten mit Nutzern in einem Prototypen-Test entwickelt, getestet, optimiert und für fair befunden“, heißt es bei Audi. Wer nicht die nötige Zahl an Bekannten für ein Netzwerk zusammenbekommt, für den sucht der Autobauer passenden Kandidaten.

Stockholm wegen seiner weltoffenen Bewohner ausgewählt

Wann das Konzept nach Deutschland kommt und was es kosten wird, steht noch nicht fest. Stockholm habe man, so Audi, wegen seines guten Abschneidens bei Innovationsrankings und weltoffenen Bewohner ausgewählt. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die Konkurrenz in der schwedischen Metropole gering ist. Weder die Mercedes-Tochter Car2Go noch die BMW-Sixt-Kooperation DriveNow ist vor Ort.

Die erfolgreichsten Städte im Carsharing

  • Mailand

    2700 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

    Quelle: Civity (harmonisiert auf 24 Monate Betriebsdauer)

  • Portland

    2600 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • Hamburg

    2500 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (DriveNow)

  • Seattle

    2400 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • Berlin

    2400 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (DriveNow)

  • Wien

    2300 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • München

    2200 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (DriveNow)

  • Hamburg II

    2100 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • Calgary

    2100 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • Vancouver

    2000 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

  • Denver

    1900 Fahrten pro Jahr und Fahrzeug (Car2Go)

Mit dem Mikrosharing-Konzept reagiert Audi-Chef Stadler auf das ausgedehnte Carsharing-Angebot der Konkurrenz aus Stuttgart und München. Während diese bereits seit 2008 und 2011 Fahrzeuge in Metropolen zur Kurzzeitmiete anbieten, hat Audi ein solches Konzept immer abgelehnt. Man wolle keine Autos zu Flatrate-Konditionen in den Markt drücken. „Ich will keine Audi-Modelle als rollende Litfaßsäulen in den Städten. Wir gehen dieses Thema anders an“, sagte Stadler der WirtschaftsWoche vor ein paar Monaten.

Der Vorstandvorsitzende fürchtete zum einen, die Premiummarke könne durch Carsharing Schaden nehmen und an Ansehen verlieren, zum anderen schreckte ihn die lange finanzielle Durststrecke. Mercedes-Ableger Car2Go ist erst in wenigen Städten profitabel, BMW DriveNow hat vor kurzem gemeldet, den Break-Even geschafft zu haben.

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Stadler setzt für sein Premium-Sharing offenbar vom Start weg höhere Margen an. Die schwedischen Preise dürfen allerdings nicht als Messlatte für die deutsche Preisliste gelten. So gilt in Schweden ein Mehrwertsteuersatz von 25 Prozent. Benzin, aber vor allem Diesel ist deutlich teurer - und auch die Kfz-Versicherung berechnet sich etwas anders.

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