Was der Porsche-Chef von 2012 erwartet

Produktionszeitraum: 1964–1973 Produzierte Exemplare: 81.100 Designer: F.A. Porsche Foto: Porsche

Produktionszeitraum: 1974–1989 Produzierte Exemplare: 196.397 Designer: Anatole Lapine Foto: Porsche

Produktionszeitraum: 1988–1994 Produzierte Exemplare: 63.762 Designer: Harm Lagaay Foto: Porsche

Produktionszeitraum: 1993–1998 Produzierte Exemplare: 68.881 Designer: Harm Lagaay Foto: Porsche

Produktionszeitraum: 1997–2006 Produzierte Exemplare: 175.262 Designer: Harm Lagaay Foto: Porsche

Produktionszeitraum: 2005–2011 Produzierte Exemplare: 200.000+ Designer: Harm Lagaay Foto: Porsche
Produktionszeitraum: 1964–1973 Produzierte Exemplare: 81.100 Designer: F.A. Porsche Foto: Porsche
Dann also lieber ein großer Sportwagen oberhalb des Elfer?
Zwischen einem 911 GT2 für 250.000 Euro und einem 918 Spyder für 750.000 Euro liegt eine Preisspanne von einer halben Million. Warum sollen wir nicht ein Auto für 300.000 bis 400.000 Euro konzipieren? Das würde bestimmt sofort als Porsche akzeptiert werden. Aber das ist eine reine Hypothese, zunächst wird im nächsten Schritt die Modellpalette von Porsche um einen kompakten SUV namens Cajun ergänzt. Das ist wie gesagt der Arbeitstitel. Das Produkt wird definitiv anders heißen.
Wie nahe kommen Sie mit dem Auto dem Ziel von 200.000 Autos jährlich?
Ein gutes Stück. Porsche hat 2007 mit drei Modellreihen bereits 100.000 Autos verkauft. Dann wurde das Modell Panamera ergänzt, von dem wir etwa 25.000 Autos pro Jahr verkaufen. Den Cajun sehe ich bei 50.000 Einheiten im Jahr. Und bei einer positiven Entwicklung der Märkte und mit dem Ausbau unseres Händlernetzes sind wir schnell bei 200.000 Autos. Das ist kein Hexenwerk.
Planen Sie einen Ausbau der Werke?
Porsche ist ein relativ kleines Unternehmen, das nicht beliebig viel investieren kann. Das war immer so und wird auch so bleiben. Deshalb wurde seinerzeit für den Boxster und den Cayman eine Auftragsfertigung bei Valmet in Finnland eingerichtet. Heute haben wir Kapazitäten in Zuffenhausen und Leipzig. Wenn die nicht ausreichen sollten, müssen wir nachschauen, wo wir fertigen lassen können – warum nicht bei VW Osnabrück, im ehemaligen Karmann-Werk?

Der Porsche Panamera S Hybrid macht nicht nur Spaß, er kann auch relativ sparsam fahren.
Quelle: Handelsblatt Online; Foto: Porsche

Die Sportlimousine sprintet in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wer weiter aufs Gaspedal tritt, schafft maximal 270 km/h. Foto: Porsche

Der Bordcomputer zeigt dem Fahrer, wann der Verbrenner ruht. Und das tut er zu mehr als 50 Prozent. Foto: Porsche

Panamera S Hybrid: Porsche gibt einen Rekordverbrauch von lediglich 6,8 Litern an. Foto: Porsche

Der Verbrenner hat häufig Pause. Nur wenn man stärker Gas gibt, springt der V6 an. Foto: Porsche

Für so viel Leistung arbeiten ein V6-Benziner und ein Elektromotor zusammen. Foto: Porsche

Nach 156 Testkilometer meldete der Bordcomuter einen Durchschnittsverbrauch von 7,3 Litern. Im deutschen Alltag auf der Autobahn dürfte die Zehn-Liter-Marke nur selten überschritten werden. Das entspräche dann dem Durchschnittsverbrauch des Achtzylinder-Panamera S von 10,3 Litern. Foto: dapd

Die Hybridversion des Panamera S braucht also rund ein Drittel weniger Kraftstoff und emittiert 159 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer (Panamera S 242 g/km). Selbst, wenn die Höchstgeschwindigkeit passt, stellt sich dem echten Porsche-Freund doch die Frage, ob der Hybrid eigentlich noch ein echter Porsche sei. Ein Datenvergleich mag helfen: Der S ist 13 km/h schneller, seine Reichweite liegt bei immerhin 970 Kilometern, aber damit noch 500 Kilometer niedriger als beim Hybrid. Der Hybrid braucht mit sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h 0,6 Sekunden länger. Hier wirken sich das um 160 Kilogramm höhere Gesicht des Hybrid-Porsche ebenso aus wie die um 20 PS niedrigere Motorleistung. Der Hybrid bringt es auf eine Systemleistung von 380 PS – statt 400. Dafür bietet der Hybrid mit seinem maximalen Drehmoment von 580 Newtonmetern genau 80 Nm mehr als der Achtzylinder. Foto: dapd

Der Panamera S Hybrid wird nur über die Hinterräder angetrieben. Den Mehrverbrauch und das zusätzliche Gewicht des Allradantriebs wollten die Zuffenhausener sparen. Für die gute Traktion haben sie ihrem Hybrid deswegen eine fast ausgeglichene Achslast mitgegeben. Die Nickel-Metallhydrid-Batterie unter dem Kofferraumboden verhilft dem Hybrid zu 49 Prozent Gewicht auf der Hinterachse. Foto: dapd

Das Spektakuläre findet eben unter dem Blech statt. Der Hybridantrieb ist ein paralleler. Sein Sechszylinder-Benziner und der Elektromotor sitzen auf einer Achse, lassen sich aber von einer Kupplung trennen. Das ermöglicht das „Segeln“, das Rollen des Autos ohne die innere Reibung des ausgekuppelten des Benziners. Beim Rollen wird die Batterie geladen. Man kann mit dem Elektromotor dann aber auch – mit vorsichtigem Gasfuß – das Tempo halten. Foto: rtr
Der Porsche Panamera S Hybrid macht nicht nur Spaß, er kann auch relativ sparsam fahren.
Quelle: Handelsblatt Online; Foto: Porsche
Was erwarten Sie von 2012?
Wir glauben, dass keine große Krise kommt. Der Bestelleingang für den neuen 911 ist jedenfalls höher als erwartet. Ich gehe davon aus, dass wir von dem Modell in diesem Jahr über 25.000 Fahrzeuge verkaufen werden. Mit unseren Modellneuheiten sind wir gut aufgestellt. Porsche hat einen niedrigen Break-even und niedrige Lagerbestände. Wir sind auf alle Unwägbarkeiten eingerichtet.
Gilt das auch für ein Ende des Euro?
Ich weiß nicht, ob es gut ist, den Teufel an die Wand zu malen. Ich persönlich glaube, dass unsere Politiker die Währungsunion retten werden. Wenn nicht: Porsche ist ein krisenerprobtes Unternehmen mit tollen Produkten und einer tollen Mannschaft. Wenn es zu einem Orkan kommt, werden wir uns schon zu helfen wissen.
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