Porsche: Ex-Chef Wiedeking: Voraussichtlich Anklage im Herbst

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Wendelin Wiedeking (l), Holger Härter

von Martin Seiwert

Die Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den einstigen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking stehen kurz vor dem Abschluss. Eine Anklage droht.

Seit fast drei Jahren ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen den einstigen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den früheren Finanzvorstand des Autobauers, Holger Härter, wegen des Verdachts der Manipulation des Aktienmarktes. Nun stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss, und es zeichnet sich ab, dass die Staatsanwaltschaft genügend belastendes Material zusammengetragen hat, um in den kommenden Monaten Anklage zu erheben.

Kursverlauf der VW-Aktie während der Übernahmeschlacht mit Porsche

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Gerichtsverfahren gegen die beiden Ex-Manager wären das letzte Kapitel der spektakulären Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und Porsche in den Jahren 2005 bis 2009. Bei dem Versuch, VW zu schlucken, sollen die beiden Porsche-Vorstände zusammen mit einem weiteren Porsche-Manager den Aktienmarkt mit falschen Informationen in die Irre geführt und teilweise extreme Kursausschläge (siehe Grafik) provoziert haben. Weil sich Wiedeking und Härter zudem mit gewagten Aktienoptionsmodellen verspekulierten und Porsche existenzgefährdende Risiken aufbürdeten, könnten sie sich laut Staatsanwaltschaft auch der Untreue schuldig gemacht haben. Wiedeking, Härter sowie Porsche und VW weisen alle Vorwürfe zurück.

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Die Staatsanwälte haben rund ein Dutzend Zeitpunkte in der Übernahmeschlacht identifiziert, an denen Porsche durch falsche Angaben eine Marktmanipulation verursacht haben könnte. Für jeden der Zeitpunkte wurden Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. Zumindest bei einem Teil der untersuchten Vorfälle sehen sie Marktmanipulation als erwiesen an. Die Ergebnisse sollen spätestens im August der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Verdächtigen haben dann bis Herbst Zeit, Stellung zu beziehen. Danach, so die Planung der Ermittler, könnte Anklage erhoben werden.

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Mit einem Teil der Ermittlungsergebnisse wurden die beschuldigten Ex-Manager und Unternehmen schon vor Monaten konfrontiert, wie ein Insider berichtet. Als VW erkannt habe, wie belastend die Erkenntnisse der Staatsanwälte seien, habe der Konzern den Plan aufgegeben, Porsche komplett zu übernehmen. Denn damit hätte VW mögliche Schadensersatzforderungen wegen der angeblichen Marktmanipulationen mit übernommen. Allein vor dem Landgericht Braunschweig fordern Investoren über vier Milliarden Euro Schadensersatz von Porsche. Die Verhandlung dort beginnt am 27. Juni. Weitere Klagen sind in den USA anhängig.

Die Steuerbefreiung von 1,5 Milliarden Euro, die Baden-Württemberg VW bei der Übernahme von Porsche gewährt (WirtschaftsWoche 24/2012), beschäftigt auch den Finanzausschuss im Bundestag. Der SPD-Abgeordnete Manfred Zöllmer will eine gesetzliche Initiative prüfen, um solche Steuerbegünstigungen zu unterbinden.

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