Porsche SE: Holding plant Milliardeninvestition in den Mittelstand

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Porsche SE: Holding plant Milliardeninvestition in den Mittelstand

Durch den Verkauf der Porsche AG an Volkswagen ist die Porsche SE-Holding nun schuldenfrei - und möchte den Gewinn in Höhe von 2,6 Milliarden Euro in mittelständische Unternehmen stecken.

Der größte VW -Anteilseigner Porsche SE will seine 2,6 Milliarden Euro schweren Überschüsse vorwiegend in mittelständische Unternehmen stecken. Der "überwiegende" Teil der Nettoliquidität solle in Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen mit erfahrenem Management im In- und Ausland investiert werden, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Dienstag in Stuttgart, der neben der Finanzholding Porsche SE auch den Wolfsburger Autobauer VW führt. „Konkret geht es beispielsweise um neue Antriebskonzepte und Werkstoffe sowie Technologien für Fahrzeugsicherheit und Konnektivität“, sagte Winterkorn. Geeignete Beteiligungsobjekte würden derzeit analysiert und geprüft.

Die Porsche SE hält knapp 51 Prozent der Stimmrechte an Europas größtem Autobauer, beziehungsweise gut 32 Prozent des Gesamtkapitals der Wolfsburger. Die Porsche SE tritt inzwischen als strategische Investmentfirma auf, ist bisher aber nur an VW beteiligt.

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Die Holding stehe "finanziell ausgesprochen solide da", sagte Winterkorn. Der Grund: 2012 hatte die Porsche SE dank des Verkaufs des Sportwagenherstellers Porsche AG an Volkswagen 7,83 Milliarden Euro Gewinn gemacht und seinen Schuldenberg komplett abgetragen. Derzeit würden die Überschüsse "marktgerecht" verzinst, sagte Winterkorn. Künftig soll es mit den Gewinnen weitergehen: Sowohl 2013 als auch 2014 gehe der Konzernchef von einem Konzernergebnis im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich aus, sagte Winterkorn.

Investoren fordern von der Holding Schadensersatz

Allerdings schwebt mit milliardenschweren Aktionärsklagen ein Damoklesschwert über der Holding. Investoren haben die Porsche SE - aber auch VW - auf Schadenersatz in Deutschland, den USA und Großbritannien verklagt, da sich in der jahrelangen Übernahmeschlacht von Porsche und VW getäuscht und um Kursgewinne gebracht sehen. Die Holding weist die Vorwürfe zurück, über einige Schadenersatzklagen wird im April vor dem Landgericht Braunschweig verhandelt. "Wir werden uns unverändert und mit allen uns zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln gegen behauptete Schadenersatzansprüche zur Wehr setzen", bekräftigte Winterkorn.

Die Porsche SE hatte im Herbst 2005 mit Rückendeckung durch Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech mit dem Aufbau ihrer Beteiligung an VW begonnen und den Stimmrechtsanteil in Trippelschritten auch über komplexe Optionsgeschäfte stetig bis auf eine Stimmrechtsmehrheit aufgestockt. Die geplante Beherrschung von VW missglückte allerdings 2009, da der Holding im Zuge der sich zuspitzenden Finanzkrise das Geld ausging. VW drehte den Spieß um und griff der Holding mit der Übernahme von rund der Hälfte des Fahrzeuggeschäfts unter die Arme.

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