Porsche-Urteil: "Volle Breitseite gegen Piech"

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Porsche-Urteil: "Volle Breitseite gegen Piech"

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Ein Aufsichtsratsvorsitzender tappt im Dunkeln: „Es ist mir nie gelungen, Klarheit über die Risiken der Optionsgeschäfte zu gewinnen. Man versicherte mir stets, alles sei in Ordnung", so Ferdinand Piech.

von Martin Seiwert

Durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart gerät jetzt auch der Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech in den Strudel milliardenschwerer Schadenersatzklagen.

„Das Urteil“, sagt ein prominenter Aktionärsschützer, der namentlich nicht genannt werden will, „ist eine volle Breitseite gegen Piech, anders kann man das nicht deuten“. Gemeint ist eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech habe im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche gegen seine „Kardinalpflichten“ als Porsche-Aufsichtsrats verstoßen, so urteilt das Gericht.

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Optionsgeschäften von Porsche, die dem Erwerb von VW dienten, habe Piech eine „schwerwiegende Pflichtverletzung“ begangen. Er habe sich keine Klarheit über die Risiken der Optionsgeschäfte verschafft und sei auch nicht gegen die milliardenschweren Geschäfte, die die Porsche Holding im Zuge der Finanzkrise 2009 an den Rand des Ruins brachten, eingeschritten.

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Die gemeinsame Geschichte von Porsche und VW

Wie kommen die Richter zu dem harschen Urteil? Sie stützen sich auf Aussagen Piechs im Mai 2009 vor Journalisten, die kaum einen anderen Schluss zulassen. Zu dem Zeitpunkt war Porsche durch die Optionsgeschäfte des damaligen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking hoch verschuldet. Piech distanzierte sich von den fatalen Geschäften mit den Worten: „Es ist mir nie gelungen, Klarheit über die Risiken der Optionsgeschäfte zu gewinnen. Man versicherte mir stets, alles sei in Ordnung. Ich habe dann erst über den VW-Finanzvorstand, Herrn Pötsch, davon erfahren. Und das ist auch nicht der richtige Weg.“

Piech hat in jedem Fall falsch gehandelt

Aktienrechtler rieben sich die Augen, als die Aussagen vor gut zweieinhalb Jahren bekannt wurden. Ihnen war schon damals bewusst, dass sich Piech gewaltigen Ärger einbrocken könnte. Denn in jedem Fall hat er falsch gehandelt: Wenn es ihm nicht gelingt, die Geschäfte des Vorstandes zu verstehen, dann muss er sein Amt als Aufsichtsrat niederlegen oder aber dafür sorgen, dass der Vorstand die nötigen Informationen auf den Tisch legt und die gefährlichen Geschäfte dann womöglich stoppen. Nichts davon ist passiert. Stattdessen klagte Piech: „Auch ich bin an die Zahlen nicht herangekommen“.

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