Wulff geht ins Gericht
Bild: dapdChristian Wulff (2010 - 2012)
Im Jahr 2010 wurde Christian Wulff Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Der studierte Jurist wurde 2003 zum CDU-Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen gewählt. Mit der Wahl zum Bundespräsidenten legte Wulff dieses Amt nieder. Christian Wulff trat am 17.02.2012 vom Amt des Bundespräsidenten zurück, nachdem er über mehrere Monate hinweg mit Vorwürfen unter anderem zu einem Privatkredit und kostenlosen Urlauben bei befreundeten Unternehmern konfrontiert worden war und die Staatsanwaltschaft Hannover am 16. Februar 2012 angekündigt hatte, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn einleiten zu wollen
Bild: dpaHorst Köhler (2004 bis 2010)
Als CDU, CSU und FDP 2004 Horst Köhler als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten nominieren, ist der Wirtschaftswissenschaftler der breiten Öffentlichkeit noch weitestgehend unbekannt. Nachdem er seit 1993 als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands tätig war, übernahm er 1998 auf Bitten des Bundeskanzlers Helmut Kohls das Amt des Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. 2000 schlägt ihn dann Kanzler Gerhard Schröder als Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor.
Nachdem Köhler 2004 zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, sprach er gerne vom „Land der Ideen“ und setzt auf ein besseres Bildungswesen. Sein wichtigstes außenpolitisches Ziel war die Armutsbekämpfung in Afrika. Nachdem Köhler wegen eines Kommentars zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr stark kritisiert worden war, trat er im März 2010 vom Amt des Bundespräsidenten zurück.
Bild: APJohannes Rau (1999 bis 2004)
Bevor Johannes Rau 1999 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, war er 20 Jahre lang Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, länger als kein anderer vor ihm. Trotz dieses ausfüllenden Amts versuchte Rau mehrfach den Sprung in die Bundespolitik: 1987 zog er als Spitzenkandidat der SPD in den Wahlkampf gegen Bundeskanzler Helmut Kohl. 1994 war er Gegenkandidat von Roman Herzog für das Amt des Bundespräsidenten. 1999 setzte er sich im zweiten Wahlgang gegen seine Konkurrenten Dagmar Schipanski und Uta Ranke-Heinemann durch. Zu seinem Motto hatte Rau „Versöhnen statt spalten“ gemacht.
Er setzte sich besonders für Integration ein. Deshalb drehte sich auch seine erste Berliner Rede um eine geregelte Einwanderungspolitik. 2000 war er das erste deutsche Staatsoberhaupt, das vor dem israelischen Parlament sprechen durfte. Auf Deutsch bat er um Vergebung für die NS-Verbrechen. Zwei Jahre nach Ende seiner Amtszeit starb Rau im Januar 2006 in Berlin.
Bild: APRoman Herzog (1994 bis 1999)
1994 zog mit Roman Herzog der erste Bundespräsident in das Berliner Schloss Bellevue ein. Zuvor residierten die Bundespräsidenten ja in der Bonner Villa Hammerschmidt. Herzog wurde erst im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt - er setzte sich gegen den SPD-Kandidaten Johannes Rau durch. Herzog war zuvor seit 1987 Präsident des Bundesverfassungsgerichts gewesen.
In seiner „Berliner Rede“ 1997 - der Ersten seiner Art, die alle nachfolgenden Präsidenten beibehalten sollten – sprach Herzog von dem berühmten „Ruck“, der durch Deutschland gehen solle. Herzog blieb nur eine Amtszeit Bundespräsident.
Bild: BPARichard von Weizsäcker (1984 bis 1994)
Richard Freiherr von Weizsäcker wurde 1984 als Bundespräsident gewählt. 1962 wurde der promovierte Jurist Präsident des Evangelischen Kirchentags und arbeitete beim Chemieunternehmen C. H. Boehringer in Ingelheim. Ab 1966 war der Politiker zudem Mitglied des Bundesvorstands der CDU.
Nachdem er bereits 1974 als Gegenkandidat zu Walter Scheel für das Amt der deutschen Staatsoberhaupts angetreten war, wurde er 1984 schließlich mit einer großen Mehrheit in das Amt gewählt. Während seiner Amtszeit bis 1994 sprach er sich für eine Aussöhnung mit der DDR und der Sowjetunion aus und mahnte nach der Wiedervereinigung "Behutsamkeit beim Zusammenwachsen von DDR und Bundesrepublik Deutschland" an.
Bild: BPAKarls Carstens (1979 bis 1984)
Der CDU-Politiker Karl Carstens wurde 1976 zum Bundestagspräsidenten gewählt, nachdem er zuvor als Bundestagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender tätig gewesen war. 1979 nominierte ihn die CDU schließlich für das Amt des Bundespräsidenten. Obwohl in den Medien Vorwürfe einer NSDAP-Mitgliedschaft kursierten, wurde Carstens gewählt.
Besondere Aufmerksamkeit bekam er als Bundespräsident für seine Wanderungen durch die Bundesrepublik. 1983 fiel ihm als Staatsoberhaupt die Rolle zu den Bundestag aufzulösen. Nach einer Amtszeit stellte sich Carstens nicht wieder zur Wahl. Im Mai 1992 starb der Ehrensenator der Universität Bonn in Meckenheim.
Bild: dpaWalter Scheel (1974 bis 1979)
1974 wurde Walter Scheel zum Staatsoberhaupt ernannt. Ein Jahr zuvor hatte er große musikalische Prominenz erlangt, als der damalige Außenminister der sozialliberalen Koalition für die Aktion Sorgenkind das Lied „Hoch auf dem Gelben Wagen“ gesungen hatte. Mit Erfolg: Die Schallplatte verkaufte sich bis zum Frühjahr 1974 über 300.000 Mal.
1946 war Walter Scheel der FDP beigetreten. Seine außenpolitischen Ziele als Staatsoberhaupt definierte der ehemalige Wirtschaftsberater vor allem als die Einigkeit Europas. Nach einer Amtszeit stellte Scheel sich nicht mehr zur Wahl.
Bild: BPAGustav Heinemann (1969 bis 1974)
Der gebürtige Westfale Gustav Heinemann wurde 1969 zum Bundespräsidenten gewählt. Der Jurist und Volkswirt war zunächst Mitglied der CDU und wurde 1949 Bundesinnenminister. Dieses Amt legte er allerdings nach einem Jahr aus Protest ab und trat aus der CDU wieder aus, weil Bundeskanzler Konrad Adenauer ohne Rücksprache mit Heinemann den Westmächten ein deutsches Kontingent für eine europäische Armee angeboten hatte und er selbst Gegner der Remilitarisierung war.
Nach einer erfolglosen Parteigründung wurde er schließlich Ende der fünfziger Jahre Mitglieder der SPD und Bundesjustizminister während der großen Koalition. In seinem Amt als Bundespräsident, wollte er lieber ein „Bürgerpräsident“ sein, wie er einmal in einem Interview sagte. Seine Amtszeit endete 1974. Zwei Jahre später verstarb er.
Bild: APHeinrich Lübke (1959 bis 1969)
Der CDU-Politiker Heinrich Lübke war von 1959 bis 1969 deutsches Staatsoberhaupt, nachdem er zuvor als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gearbeitet hatte. Während seiner Amtszeit setzte sich Lübke vor allem für die Entwicklungshilfe ein und legte die Voraussetzungen für die Große Koalition 1966.
Infolge einer DDR-Kampagne, in der Lübke aufgrund seiner Vergangenheit als „KZ-Baumeister“ bezeichnet wurde, dachte er über einen Rücktritt nach, blieb aber im Amt. Schließlich legte Lübke sein Amt zehn Wochen vor Ablauf der Amtszeit doch nieder. Zum einen wegen der Kampagne und zum anderen wegen seiner stark angeschlagenen Gesundheit. Im April 1972 verstarb er.

Theodor Heuss (1949 bis 1959)
1949 wurde Theodor Heuss zum ersten Bundespräsidenten der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland gewählt. Im Jahr danach zog er als erstes deutsches Staatsoberhaupt in den Bonner Amtssitz, die Villa Hammerschmidt, ein.
Heuss war Mitbegründer der Freien Demokratischen Partei (FDP) und dessen erster Bundesvorsitzender. Das Amt des Bundespräsidenten übte er zehn Jahre lang aus. Er starb im Dezember 1963.
Quelle: Bundespräsidialamt
Christian Wulff (2010 - 2012)
Im Jahr 2010 wurde Christian Wulff Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Der studierte Jurist wurde 2003 zum CDU-Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen gewählt. Mit der Wahl zum Bundespräsidenten legte Wulff dieses Amt nieder. Christian Wulff trat am 17.02.2012 vom Amt des Bundespräsidenten zurück, nachdem er über mehrere Monate hinweg mit Vorwürfen unter anderem zu einem Privatkredit und kostenlosen Urlauben bei befreundeten Unternehmern konfrontiert worden war und die Staatsanwaltschaft Hannover am 16. Februar 2012 angekündigt hatte, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn einleiten zu wollen
Aufgrund des WirtschaftsWoche-Berichtes leitete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Untersuchung ein und bat Wulffs Staatskanzlei um Stellungnahme. Diese Stellungnahme, die der WirtschaftsWoche vorliegt, erfolgte am 5. Juni 2009. Verfasser des Schreibens war der damalige Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei, Lothar Hagebölling, den Wulff inzwischen zum Leiter des Bundespräsidialamtes machte.
Hagebölling widersprach in der Stellungnahme dem Bericht der WirtschaftsWoche und erklärte wörtlich, „Vertreter und Anwälte von Porsche“ hätten bei dem Treffen am 25. Februar 2008 in Berlin „weder ausdrücklich noch konkludent erklärt, dass Porsche die Absicht habe, einen Beherrschungsvertrag mit der Volkswagen AG anzustreben“. Sprich: Die Porsche-Vertreter hätten weder gesagt, dass sie einen Beherrschungsvertrag wollten, noch habe sich dies aus ihren Äußerungen sicher schließen lassen.
Wulffs neue Sichtweise
Nur sechs Wochen später, am 15. Juli 2009 präsentierte Wulff gegenüber der WirtschaftsWoche jedoch eine ganz andere Sichtweise. Bei dem Treffen mit den Porsche-Anwälten in Berlin sei seinem damaligen Leiter der Wirtschaftsabteilung in der Staatskanzlei, Mathias Middelberg, durchaus „klar geworden“, so Wulff wörtlich, „dass hier wieder reihenweise Aktionäre beschissen werden“. Er, Wulff, stelle sich deshalb die Frage, warum „Middelberg Wiedeking nicht haftbar machen, in den Knast bringen“ wolle. „Das ist natürlich die Frage, die sich mir stellt, warum zieht er nicht durch?“
Middelberg hat seinen Posten in Hannover inzwischen aufgegeben und sitzt seit September 2009 als CDU-Abgeordneter im Bundestag. Er stammt wie Wulff aus Osnabrück, kennt Wulff bereits seit dessen Junge-Union-Zeiten und gehörte neben Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker und dem damaligen Staatskanzleichef Hagebölling zu den engsten Vertrauten des damaligen Ministerpräsidenten. Für eine Stellungnahme zu den Vorgängen war Middelberg nicht erreichbar.
Wiedekings illegale Machenschaften
Erst einmal in Fahrt, redete sich Wulff so richtig warm. Wiedeking habe „die Republik beschissen“, sagte er wörtlich. Nicht nur 2008 wollte Wulff illegale Machenschaften Wiedekings beobachtet haben. Auch im Juli 2009, als der Übernahmekampf seinen Höhepunkt erreichte, habe Wiedeking Gerüchte gestreut, wer alles bei dem damals schwer angeschlagenen Sportwagenbauer möglicherweise einsteigen wolle. „Zwei Wochenenden lang“ sei von Porsche „Unsinn“ über vermeintliche Investoren verbreitet worden. Danach sei die Porsche-Aktie „am Montag 9,7 Prozent hochgegangen“, so Wulff. „Das wünsche ich mir auch, dass ich an einem Tag zehn Prozent Wertzuwachs verbuche. Das ist unsäglich, das ist kriminell.“
Wiedeking wollte die Vorwürfe auf Anfrage der WirtschaftsWoche nicht kommentieren. Den Vorwurf der Marktmanipulation bestreitet er. Angesprochen auf mögliche Widersprüche zwischen Wulffs Äußerungen und seinem Brief an die BaFin, verweigerte auch Hagebölling einen Kommentar. Begründung: Es handle sich um Vorgänge in der niedersächsischen Staatskanzlei. Hagebölling verwies deshalb auf die Staatskanzlei, die mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen und Schadensersatzklagen Auskünfte verweigerte.
In dem Gespräch mit der WirtschaftsWoche im Sommer 2009 ging Wulff auch mit der BaFin hart ins Gericht – ausgerechnet jener Behörde, der seine Staatskanzlei sechs Wochen zuvor noch geschrieben hatte, keine Kenntnisse über etwaige Übernahmeabsichten zu haben. „Wenn zwei Wochenenden lang Unsinn erzählt wird“, dann müsse die BaFin einschreiten, schimpfte Wulff. Da sie dies offenbar nicht getan habe, kam er zu dem Schluss: „Die Börsenaufsicht ist untauglich.“
Die WirtschaftsWoche druckte diese mitgeschnittenen Aussagen Wulffs seinerzeit nicht, weil er sie als nicht zur Veröffentlichung bestimmt bezeichnete.



























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Alle Kommentare lesen04.03.2012, 12:03 UhrAnonymer Benutzer:jodan
Angesichts der Dimensionen, die der gescheiterte VW -Übernahme- Versuchs durch Porsche finanziell bedeutete, sind die Anmerkungen des Forums auf evtl. Aktienbestände bei den Geerkens mehr als hirnrissig. Mehr Interesse verdient m.Meinung nach die Tatsache, dass einer der entscheidenden Eigentümer von Porsche, nämlich,Piech, gegenüber einem Journalisten zu erkennen gab, dass er die Winkelzüge des Porsche Vorstandchefs Wiedeking und seines Finanzvorstands Härtel selbst nicht verstanden hat.Weder vorher noch nach dem Schlamassel. Wenn also ein gewiefter und einflussreicher Eigentümer wie Piech so etwas zu Protokoll gibt und von unserer Justiz unbelästigt bleibt, warum konzentriert sich eine sensationsgeile Journallie dann auf Wulff. Weil es gerade "in" ist?? Und es die Auflage erhöht, eine neue "Sau" durch die Republik zu jagen??? Auch ich mag wegen seiner nebulösen Machen- schaften die Person Wulff nicht. Doch wenn schon wegen der geglückten Kursmanipulation der Urheber ermittelt werden muss, warum läßt man dann die Eigentümer im Porsche AR ungeschoren, wo übrigens auch der ruppige Betriebsratchef Hück seinen Segen zu dem Abenteuer gegeben haben muss. Ist der für WIWO und andere etwa sakrosankt????
07.02.2012, 15:45 UhrAnonymer Benutzer:Durchschnittsbuerger
Der Hinweis von Schweizergeld ist aufgrund der zeitlichen Einordnungen der Ereignisse (Kursanstieg und Kredit) sehr interessant, wichtig und prüfenswert.
05.02.2012, 19:45 UhrAnonymer Benutzer:schweizergeld
Hat schon mal jemand nachgeforscht, wieviele VW-Aktien das befreundete Ehepaar Geerkens hielt?