Premium-Autos: BMW fährt Mercedes hinterher – aber nur knapp

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Premium-Autos: BMW fährt Mercedes hinterher – aber nur knapp

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BMW 7er: Mit viel Technik gegen Mercedes S-Klasse und Audi A8.

von Rebecca Eisert und Sebastian Schaal

BMW legt zu, aber Daimler wächst schneller: Der Rekordabsatz der Konkurrenz muss BMW-Chef Krüger nicht beunruhigen. Die Zahlen, die er am Dienstag vorstellt, sind solide – und die Weichen für die Zukunft gestellt.

Tage wie der 1. Juli sind nach Harald Krügers Geschmack. Gerade einen Monat ist es her, da durfte der BMW-Chef als Zukunftsprojekt die große Kooperation mit US-Chiphersteller Intel und dem israelischen Bildverarbeitungsspezialisten Mobileye verkünden. "Wir werden pilotiertes Fahren bis 2021 in Serienreife bringen", sagte er stolz und betont lässig. Alle drei Firmenchefs traten ohne Sakko und Krawatte auf. Die Subbotschaft: So cool und lässig wie die Silicon-Valley-Tycoone sind wir längst – und können es besser.

Das muss sich natürlich noch zeigen, aber die Weichen für eine erfolgversprechende Partnerschaft im Sachen autonomes Fahren sind gestellt. Mit Mobileye bindet BMW den Marktführer in Sachen künstliches Sehen an sich – wenn auch nicht exklusiv. Mobileye kooperiert mit allen großen Herstellern. Besonders macht die neue Liaison mit BMW und Intel, dass sie bewusst offen angelegt ist. Die drei wollen nichts Geringeres als einen Standard, eine offene Plattform für autonomes Fahren zu schaffen. Die neue Kooperation ist der erste sichtbare Fortschritt auf dem Weg zum "Digital Leader", der Krüger gerne werden möchte.

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Bei der Vorstellung der neue Strategie "Number One: Next" hatte der BMW-Chef sein Ziel klar formuliert: "Bei der Digitalisierung der individuellen Mobilität wollen wir die Führungsposition einnehmen." Man konzentriere sich auf digitale Kundenerlebnisse, vernetztes und autonomes Fahren sowie Geschäftsprozesse.



Aktuell fährt BMW – das legt eine aktuelle Auswertung des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach nahe – den Innovationen der Konkurrenz hinterher. Im Innovationsranking der Instituts unter Leitung von Stefan Bratzel belegt BMW Rang drei hinter Mercedes und Audi. Der Abstand zum Wettbewerber aus Stuttgart ist allerdings denkbar knapp und gerade im Feld automatisiertes Fahren ist der Vorsprung eines Herstellers gegenüber einem anderen schwer zu halten, weil aktuell alle Zulieferer und Autobauer massiv investieren und um die besten Mitarbeiter buhlen.

Mehr Umsatz, geringere Marge

Fakt ist: Mercedes hat in den vergangenen Jahren massiv aufgeholt. Zum Halbjahr ist das Unternehmen was die Zahl der verkauften Fahrzeuge angeht bereits an BMW und Audi vorbeigezogen – und hat im Juni den 40. Rekordmonat in Folge hingelegt.

Beunruhigen muss das den BMW-Chef nicht, wenn er am Dienstag die Bilanz für das zweite Quartal vorstellt. Da der Automarkt in Europa brummt, konnten die Münchner die Absatzschwäche in den USA mehr als ausgleichen. Beim Umsatz rechnen von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten im Schnitt auch mit einem Wachstum im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sagen sie ein Plus von sechs Prozent auf knapp 2,7 Milliarden Euro voraus. Die operative Rendite dürfte damit etwas geringer ausfallen als die 9,4 Prozent aus dem Startquartal – aber immer noch mehr als bei Audi und Daimler.

Der Grund für Krügers Gelassenheit: Er weiß um die Momentaufnahme – Audi hat Bestseller wie den A4 frisch aufgelegt, bei Mercedes rollte im zweiten Quartal die neue E-Klasse an den Start. Bei BMW stehen die wichtigen Neuheiten erst noch an – und Krüger hat sicher halbwegs realistische Schätzungen, wie viele er davon verkaufen wird.

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