Private Equity: A.T.U kämpft gegen drohende Pleite

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Private Equity: A.T.U kämpft gegen drohende Pleite

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Wer soll das bezahlen? KKR hat A.T.U heruntergewirtschaftet.

von Mark Fehr

Der Finanzinvestor KKR hat die bekannteste Autowerkstattkette der Republik heruntergewirtschaftet. Doch wer zahlt jetzt die Zeche?

In der A.T.U-Werkstatt an der Mainzer Landstraße im Frankfurter Westen rüsten sich die Monteure für den Kundenansturm zum vorwinterlichen Reifenwechsel. „Noch ist es ruhig, doch bei der ersten Schneeflocke fallen die Autofahrer in Scharen ein“, hofft ein Schrauber. In diesem Herbst wünscht sich die mit mehr als 600 Filialen und über 12.000 Mitarbeitern größte deutsche Werkstattkette den umsatzverheißenden Winter noch sehnlicher herbei als sonst. Denn das Unternehmen aus Weiden in der Oberpfalz kämpft gegen eine drohende Pleite.

Schuld an der Misere ist vor allem das Wirken des Eigentümers KKR, der A.T.U mit Fehlkalkulationen und hohen Schulden verschlissen hat. Anders als der kürzlich von demselben US-Finanzinvestor erfolgreich an die Börse gebrachte Gabelstaplerbauer Kion könnte die Werkstattkette als Heuschreckenopfer enden.

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Als fatal für A.T.U haben sich die unrealistischen Wachstumspläne entpuppt, die der Investor nach dem Kauf 2004 ausgerufen hatte, sowie dessen Unfähigkeit, auf die schwindende Bedeutung des Autos als Statussymbol oder die Verlagerung des Zubehör- und Ersatzteilhandels ins Internet zu reagieren. Daher führt die hohe Verschuldung, die KKR A.T.U zur Finanzierung des eigenen Kaufpreises aufgepackt hatte, nun zu akuter Geldnot.

Ende Oktober sollte eigentlich ein Refinanzierungsplan stehen, der den Auto-Docs mehr Luft bei der Rückzahlung ihrer Anleihen in Höhe von fast 600 Millionen Euro verschafft. Doch die dringend nötige Lösung verzögert sich Finanzkreisen zufolge wohl auf November oder Dezember.

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Als Retter soll nun der neue A.T.U-Chef Hans-Norbert Topp wirken, der im Juni vom Autovermieter Sixt kam. Er muss vor allem die Zinslast senken, um aus den roten Zahlen zu kommen. Andere Sparoptionen sind ihm verwehrt, weil Personal- und Mietkosten wegen einer Jobgarantie und langfristiger Verträge fixiert sind.

Mit der Übernahme von A.T.U zu den Hochzeiten des Private-Equity-Booms in Deutschland hat sich KKR mächtig verkalkuliert. Dabei hatte Gründer Peter Unger das Auto-Teile-Unger getaufte Unternehmen zum Marktführer vor Konkurrenten wie der Schrauberkette Pitstop oder dem Reifenwechsler Vergölst aufgebaut. Die autoverrückten deutschen Kunden garantierten ein stabiles Geschäftsmodell. Wie konnte es dennoch dazu kommen, dass A.T.U jetzt am Abgrund steht?

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