Prozessauftakt: Milliardenklagen gegen Porsche und VW vor Gericht

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Prozessauftakt: Milliardenklagen gegen Porsche und VW vor Gericht

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Vor dem Landgericht in Braunschweig beginnen am Mittwoch die Verhandlungen zu den zwei ersten von fünf Investorenklagen gegen die Porsche Holding und die Volkswagen AG.

Quelle:dapd

Mit den ersten beiden von insgesamt fünf milliardenschweren Investorenklagen ist vor dem Landgericht Braunschweig der Rechtsstreit gegen Porsche und Volkswagen in die heiße Phase gegangen.

Im ersten Schadenersatzprozess gegen Porsche wegen gescheiterter Aktiengeschäfte in der Zeit des Übernahmekampfes gegen Volkswagen hat das Landgericht Braunschweig die Hürden für eine Verurteilung hoch gelegt. Eine Verurteilung wegen sittenwidriger Geschäfte wäre "ein schwieriger Akt", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Puhle am Mittwoch am Ende der Verhandlung. Er machte klar, dass der Bundesgerichtshof die Hürden für derartige Urteile extrem hoch angesetzt habe. Eine Entscheidung soll am 19. September verkündet werden.

In dem Prozess fordert ein Privatanleger aus Berlin von der Porsche Holding SE (PSE) sowie der Maple-Bank aus Frankfurt am Main 3,1 Millionen Euro Schadenersatz für Verluste aus Aktiengeschäften. Der Kläger wirft Porsche vor, im März 2008 falsche Informationen veröffentlicht zu haben, die ihn zu den riskanten Geschäften verleitet hätten. "Ohne die Mitteilung von Porsche hätte ich das nicht gemacht", sagte der Kläger Ariel Cukierman, ein Volkswirt und erfahrener Börsenspekulant.

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Im März 2008 hatte PSE erklärt, bei VW nicht auf 75 Prozent Aktienanteile aufstocken zu wollen. Vorher hatte Porsche schon seit 2005 Aktien von Volkswagen gekauft. Cukiermann spekulierte von April bis September 2008 in mehreren Geschäften auf fallende Kurse der VW-Aktie, die Analysten als völlig überteuert beschrieben. Tatsächlich aber stieg der Kurs in einer Zickzacklinie immer weiter. Im Oktober 2008 enthüllte Porsche in einer weiteren Mitteilung, dass der Konzern über Aktien und Optionen schon Zugriff auf fast 75 Prozent von Volkswagen habe.

Für das Jahr 2009 sollten die 75 Prozent überschritten werden, kündigte Porsche damals an. Cukierman und viele andere Anleger fühlten sich von Porsche verschaukelt.

Porsche weist Vorwürfe zurück

Im Prozess wiesen die Porsche-Anwälte alle Vorwürfe zurück. "Die Strategie von Porsche unterliegt Änderungen, wenn sich der Sachverhalt geändert hat", sagte ein Porsche-Anwalt und deutete damit an, dass sich im Laufe des Sommers 2008 die Zielsetzung des Konzerns verändert habe. Porsche machte weiter klar, dass der Kläger seine Verluste bereits vor der zweiten Porsche-Mitteilung eingefahren habe. Insgesamt sprach das Gericht am Mittwoch über vier von fünf Schadenersatzklagen in dem Komplex. Die gesamte eingeklagte Schadenshöhe liegt bei über vier Milliarden Euro.

In zwei der Fälle wird auch gegen Volkswagen geklagt, in diesen beiden Fällen geht es aber zunächst nur um Fragen der Prozesskosten. Die Kläger müssen rund 1,3 Millionen Euro hinterlegen. Im vierten Fall klagt eine Anlagegesellschaft aus der Schweiz auf 1,6 Millionen Euro. Diese Firma fühlt sich ebenfalls durch die Porsche-Informationen hinter das Licht geführt. Der Übernahmekampf endete 2009 mit einer Niederlage für Porsche: VW musste den völlig verschuldeten Angreifer retten und sicherte sich die profitable Sportwagenproduktion.

Auch in den USA klagen Investoren gegen Porsche.

Quelle:  dapd
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