Radikaler Strategiewechsel: Wasserstoff soll Toyotas Elektroautos antreiben

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exklusivRadikaler Strategiewechsel: Wasserstoff soll Toyotas Elektroautos antreiben

von Martin Seiwert

Der weltgrößte Autobauer vollzieht einen radikalen Strategiewechsel und gibt künftig der Brennstoffzelle den Vorzug vor batteriegetriebenen Elektroautos. Die Entscheidung erinnert an die einstige Fokussierung auf Hybridfahrzeuge.

Künftig werden Autos elektrisch angetrieben, das ist unter den großen Autobauern unbestritten. Heiß diskutiert wird dagegen die Frage, wie schnell von herkömmlichen auf elektrische Antriebe umgestiegen werden kann und woher die Energie für den Elektromotor kommen soll – aus einer wasserstoffgespeisten Brennstoffzelle oder ausschließlich einer Batterie. Toyota-Chef Akio Toyoda hat nun entschieden: Der weltgrößte Autokonzern gewährt den Brennstoffzellen-Fahrzeugen Vorfahrt. Im Gegensatz zu den Batterieautos haben sie eine große Reichweite und können ähnlich wie herkömmliche Autos betankt werden.

Schon 2014 werde die Serienproduktion eines Toyota Prius mit Brennstoffzellenantrieb beginnen, ab 2015 solle das Auto dann weltweit vermarktet werden, sagt Gerald Killmann, Chef der Antriebsentwicklung bei Toyota Europa: „In welchen Ländern wir zuerst starten, hängt auch davon ab, wie gut die Wasserstoff-Infrastruktur in dem Land ist.“ In der Startphase der Wasserstofffahrzeuge sei „auch die Politik gefragt, die womöglich den Absatz der Fahrzeuge, vor allem aber den Aufbau der Wasserstoffversorgung fördern sollte.“

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Ein Problem der Autos seien die Kosten. „Wenn wir das Auto heute in Serie bauen würden, würde es knapp unter 100.000 Euro kosten“, sagt Killmann. „Das ist kein Preis, mit dem man an den Markt gehen kann. Dieser Preis muss radikal gesenkt werden. Bis zum Marktstart müssen wir die Kosten um mindestens 30 oder 40 Prozent senken. Das Auto wird wahrscheinlich teurerer sein, als ein Elektroauto, aber es hat auch eine Reichweite, die mit einem herkömmlichen Auto vergleichbar ist.“

Mit seinem Brennstoffzellen-Kurs setzt sich Konzernchef Toyoda von weiten Teilen der Branche und von seinem neuen Kooperationspartner BMW ab. Die Münchner und auch Wettbewerber wie Volkswagen, Ford und General Motors gehen davon aus, dass sich zunächst Batterieautos durchsetzen werden und bringen Dutzende solcher Modelle in den kommenden fünf Jahren auf den Markt.

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Die Weichenstellung erinnert an die Entscheidung von Toyota vor 15 Jahren, ein Hybridauto mit kombiniertem Elektro- und Benzinantrieb auf den Markt zu bringen. Lange wurde die Technik belächelt, heute gilt sie – gerade auch unter den deutschen Herstellern – als idealer Einsteig in die Elektromobilität. VW-Chef Martin Winterkorn lobte die Hybride bei Pariser Autosalon als „besonders intelligente Antriebsform“. Bis 2015 werde VW acht Hybridmodelle der Marken Volkswagen, Audi und Porsche auf den Markt bringen, mit denen die Kunden einen Großteil der Fahrten elektrisch zurücklegen könnten.

Die Skepsis von Toyota gegenüber Batteriefahrzeugen war zuletzt als Abkehr der Japaner von der Elektromobilität interpretiert worden. Dem widerspricht Toyota-Entwicker Killmann heftig. Fraglich sei nur, welche Variante der Elektromobilität sich zuerst durchsetze. Generall aber sei Toyota "der festen Überzeugung, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört."

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