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exklusiv Radikaler Strategiewechsel: Wasserstoff soll Toyotas Elektroautos antreiben

von Martin Seiwert

Der weltgrößte Autobauer vollzieht einen radikalen Strategiewechsel und gibt künftig der Brennstoffzelle den Vorzug vor batteriegetriebenen Elektroautos. Die Entscheidung erinnert an die einstige Fokussierung auf Hybridfahrzeuge.

Verlierer - Platz 5: Mitsubishi

Die japanischen Mitbewerber wachsen wieder, nur Mitsubishi kommt nicht aus der Krise. Im zweiten Quartal kommen die Japaner laut einer Studie von Ernst & Young auf einen Umsatz von 4,14 Milliarden Euro. Um Währungseffekte bereinigt sind das rund drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Bild: AP

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Künftig werden Autos elektrisch angetrieben, das ist unter den großen Autobauern unbestritten. Heiß diskutiert wird dagegen die Frage, wie schnell von herkömmlichen auf elektrische Antriebe umgestiegen werden kann und woher die Energie für den Elektromotor kommen soll – aus einer wasserstoffgespeisten Brennstoffzelle oder ausschließlich einer Batterie. Toyota-Chef Akio Toyoda hat nun entschieden: Der weltgrößte Autokonzern gewährt den Brennstoffzellen-Fahrzeugen Vorfahrt. Im Gegensatz zu den Batterieautos haben sie eine große Reichweite und können ähnlich wie herkömmliche Autos betankt werden.

Schon 2014 werde die Serienproduktion eines Toyota Prius mit Brennstoffzellenantrieb beginnen, ab 2015 solle das Auto dann weltweit vermarktet werden, sagt Gerald Killmann, Chef der Antriebsentwicklung bei Toyota Europa: „In welchen Ländern wir zuerst starten, hängt auch davon ab, wie gut die Wasserstoff-Infrastruktur in dem Land ist.“ In der Startphase der Wasserstofffahrzeuge sei „auch die Politik gefragt, die womöglich den Absatz der Fahrzeuge, vor allem aber den Aufbau der Wasserstoffversorgung fördern sollte.“

Platz 10: Fiat Fiorino

Gerade einmal 3200 Erdgasautos wurden in den ersten sieben Monaten in Deutschland verkauft. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum verkauften Händler 1,8 Millionen Fahrzeuge. Die Erdgas-Autos machen also gerade einmal 0,2 Prozent aller Neuwagen aus. Fiat bietet die meisten Modelle an, etwa den Fiat Fiorino der zwischen Januar 2011 und Juli diesen Jahres 161 Mal verkauft wurde.* Die Auswahl an Erdgas-Modellen ist bisher gering. Viele Autofahrer wissen aber auch noch zu wenig über die Vorteile von Erdgasfahrzeugen...

* Quelle: Car Center of Automotive Research

Bild: Fiat

Ein Problem der Autos seien die Kosten. „Wenn wir das Auto heute in Serie bauen würden, würde es knapp unter 100.000 Euro kosten“, sagt Killmann. „Das ist kein Preis, mit dem man an den Markt gehen kann. Dieser Preis muss radikal gesenkt werden. Bis zum Marktstart müssen wir die Kosten um mindestens 30 oder 40 Prozent senken. Das Auto wird wahrscheinlich teurerer sein, als ein Elektroauto, aber es hat auch eine Reichweite, die mit einem herkömmlichen Auto vergleichbar ist.“

Mit seinem Brennstoffzellen-Kurs setzt sich Konzernchef Toyoda von weiten Teilen der Branche und von seinem neuen Kooperationspartner BMW ab. Die Münchner und auch Wettbewerber wie Volkswagen, Ford und General Motors gehen davon aus, dass sich zunächst Batterieautos durchsetzen werden und bringen Dutzende solcher Modelle in den kommenden fünf Jahren auf den Markt.

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Die Weichenstellung erinnert an die Entscheidung von Toyota vor 15 Jahren, ein Hybridauto mit kombiniertem Elektro- und Benzinantrieb auf den Markt zu bringen. Lange wurde die Technik belächelt, heute gilt sie – gerade auch unter den deutschen Herstellern – als idealer Einsteig in die Elektromobilität. VW-Chef Martin Winterkorn lobte die Hybride bei Pariser Autosalon als „besonders intelligente Antriebsform“. Bis 2015 werde VW acht Hybridmodelle der Marken Volkswagen, Audi und Porsche auf den Markt bringen, mit denen die Kunden einen Großteil der Fahrten elektrisch zurücklegen könnten.

Die Skepsis von Toyota gegenüber Batteriefahrzeugen war zuletzt als Abkehr der Japaner von der Elektromobilität interpretiert worden. Dem widerspricht Toyota-Entwicker Killmann heftig. Fraglich sei nur, welche Variante der Elektromobilität sich zuerst durchsetze. Generall aber sei Toyota "der festen Überzeugung, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört."

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.09.2012, 12:52 UhrObserver

    Immer wieder das gleiche Szenario. Wenn es um Innovationen geht, dann wartet der deutsche Blechkistenbauer erst ab (siehe Rußpartikelfilter für Dieselmotoren oder Hybrid-Antrieb), dann macht er das neue Produkt der innovativen Konkurrenz schlecht(Partikelfilter von Peugeot, Hybrid-Antrieb von Toyota)schlecht, bevor er dann mit "leichter Verspätung" als guter Schlafmützenmichel doch als Technologietrittbrettfahrer auf den Zug aufzuspringen. Wenn ich als Unternehmer Innovationsführer sein möchte, dann brauche ich Mut mit einer neuen Technologie voranzugehen. Aber das fehlt den hiesigen Blechkistenoptimierern, die lieber die Karre mit unnötigem Schnickschnak vollstopfen und an der automobilen Zukunf vobei produzieren, um kurzfristige Gewinne einzufahren.

  • 30.09.2012, 12:07 UhrNichtDumm

    Alle machen große Sprüche, glauben selbst nicht daran, und werden weiter Benziner verkaufen, weil selbst der dümmste Ingenieur weiß, das das wenigstens funktioniert.

  • 30.09.2012, 10:03 Uhrfitz

    da Toyota die meisten Patente dazu besitzt ( im Gegensatz zu Daimler, denen nicht einmal der Firmenname gehört), wird das vielleicht schon was werden.

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