Reformen beim Autokonzern: Daimlers Umbaupläne bergen Sprengstoff

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Neue Richtung: Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG

von Franz W. Rother

Schlanker, schneller, effektiver: Daimler überarbeitet seine Strukturen. 30.000 Beschäftigte erhalten neue Aufgaben - der Plan birgt Konfliktpotenzial.

Wenn der Computer immer langsamer wird, hilft oft nur noch eine Defragmentierung der Festplatte: Verstreute Datenblöcke werden dann nach logischen Aspekten neu zusammengeführt. Das beschleunigt den Zugriff und erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit des gesamten Systems.

Von einer Defragmentierung des Daimler-Konzerns mag Susanne Hahn zwar nicht reden. Aber die Strukturreform, an der die 38-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin und Personalexpertin seit inzwischen seit acht Monaten arbeitet, läuft im Endeffekt darauf hinaus – die komplette Neuorganisation der Führungsaufgaben im Daimler-Konzern unterhalb des Vorstandes nach einem Jahrzehnt des globalen Wachstums, aber auch der Trennung von Geschäftsfeldern und Partnern wie etwa Chrysler.

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An Kunden orientieren

„Die Herausforderung ist, den Konzern noch kundenorientierter aufzustellen – über alle Geschäftsfelder hinweg und nach einheitlichen, einfachen Prinzipien“, erklärt die frühere Assistentin von Personalchef Wilfried Porth, die nun für die weltweite Konzernorganisation von Daimler und die Personalplanung im Konzern verantwortet.

„Wir haben viel mehr Kooperationen und Joint Ventures, wir haben ein größeres, internationaleres Produktionsnetzwerk und eine größere Produktpalette als jemals zuvor. Zudem sind die Kundenansprüche gewachsen. Es geht nun darum, dem Konzern eine klare Richtung zu geben und so auf die Zukunft vorzubereiten“, fasst Hahn die Aufgabe zusammen, die ihr im September vergangenen Jahres vom Daimler-Vorstand übertragen wurde.

Nach unzähligen Workshops und intensiven Diskussionen mit Mitarbeitern im Intranet gehen die beiden Strukturreformen, die Hahn zusammen mit dem Change-Management-Experten Fredmund Malik von der Universität St. Gallen entwickelt hat, in diesen Wochen in die Umsetzungsphase.

Schlanker, schneller, effektiver: Unter dem Schlagwort „Customer Dedication“, zu deutsch: Kundenorientierung, werden in den kommenden Monaten rund 30.000 der insgesamt 275.000 Daimler-Beschäftigten in der Verwaltung, aber auch im Vertrieb „bewegt“, wie es die Projektleiterin formuliert.

Neue Aufgaben, neue Chefs

Führungskräfte kriegen neue Aufgaben, Mitarbeiter neue Vorgesetzte; Aufgaben werden neu verteilt und zugeordnet, in Deutschland, aber auch an allen anderen Standorten des Konzerns weltweit.

„Wir wollen schlagkräftiger werden. Wir wollen flachere Hierarchien, weniger Berichtswesen und schnellere Entscheidungen“, sagt Hahn. Das gelte für den Vertrieb ebenso wie für die Verwaltung des Unternehmens, die Finanz- und Personalabteilung in Stuttgart oder die Landesorganisationen von Daimler im Ausland.

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