Reifenkonzern vor Übernahme: Pirelli soll chinesisch werden

Reifenkonzern vor Übernahme: Pirelli soll chinesisch werden

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Pirelli rüstet nicht nur die Formel 1 mit Reifen aus

Der italienische Reifenkonzern Pirelli wird wohl von einem chinesischen Chemiekonzern übernommen. ChemChina lässt sich das Geschäft über sieben Milliarden Euro kosten.

Chinas größter staatlicher Chemiekonzern will den italienischen Reifenhersteller Pirelli übernehmen. ChemChina gab am Sonntag bekannt, 26,2 Prozent des Pirelli-Großaktionärs Camfin kaufen zu wollen. Anschließend folgt ein Gebot für den Rest des italienischen Traditionsunternehmens. Mit der Übernahme erhält ChemChina Zugang zur Technologie für die Herstellung von Premium-Reifen. Pirelli wiederum kann mit einer größeren Präsenz im Wachstumsmarkt China rechnen.

Der Finanzinvestor Camfin wird wiederrum von der Familie des Pirelli-Vorsitzenden Marco Tronchetti kontrolliert. Die Italiener wollen zu einem Preis von 15 Euro je Aktie verkaufen, womit der fünftgrößte Reifenhersteller der Welt rund 7,1 Milliarden Euro wert wäre. "Die Partnerschaft mit einem globalen Akteur wie ChemChina stellt eine große Möglichkeit für Pirelli dar", erklärte Camfin.

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Die Top Ten der größten Reifenhersteller

  • Giti Tires

    Platz 10

    2012 noch nicht unter den Top Ten (Platz 11) war der singapurische Hersteller Giti. Im Jahr 2013 machte das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro.

    Quelle: Neue Reifenzeitung, Stand 04. Juni 2014

  • Maxxis

    Platz 9

    Maxxis hat es auch im Geschäftsjahr 2013 unter die Top 10 der größten Reifenhersteller geschafft und verteidigt Platz 9. Maxxis erwirtschaftet seinen Umsatz (3,2 Milliarden Euro) ausschließlich mit Reifen.

  • Yokohama Hochleistungsreifen

    Platz 8

    Der Umsatz von Yokohama Hochleistungsreifen lag 2013 bei 4,3 Milliarden Euro. 79,7 Prozent davon (3,4 Milliarden Euro) kamen aus dem Geschäft mit Reifen.

  • Sumitomo

    Platz 7

    Sumimoto verliert im Geschäftsjahr 2013 eine Platzierung und landet auf Rang 7. Der Umsatz betrug 2013 5,5 Milliarden Euro. (4,8 Milliarden Euro, 87,2 Prozent) davon entstanden durch das Geschäft mit Reifen.

  • Hankook

    Platz 6

    Hankook konnte für 2013 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro vorweisen. 100 Prozent davon wurden mit Reifen gemacht.

  • Pirelli

    Platz 5

    Pirelli erwirtschaftete 99,5 Prozent seines Umsatzes von 6,1 Milliarden Euro durch Reifen.

  • Continental

    Platz 4

    Continental erwirtschaftet noch nicht einmal ein Drittel seines Umsatzes mit dem Verkauf von Reifen. Gerade einmal 28,8 Prozent des Umsatzes von 33,3 Milliarden Euro kommen aus dem Reifengeschäft (10 Milliarden Euro).

  • Goodyear

    Platz 3

    Der Umsatz von Goodyear betrug 2013 14,2 Milliarden Euro (100 Prozent Reifenanteil).

  • Michelin

    Platz 2

    Michelin macht auch fast seinen ganzen Umsatz mit Reifen. 14,2 Milliarden Euro von 20,2 Milliarden Euro stammen aus dem Reifengeschäft (98,0 Prozent)

  • Bridgestone

    Platz 1

    Bridgestone erwirtschaftete 2013 25,3 Milliarden Euro Umsatz. 85,1 Prozent davon kamen aus dem Reifengeschäft. Das sind 22 Milliarden Euro.

Der in Peking ansässige ChemChina-Konzern besitzt neben anderen Zweigen auch eine eigene Reifenherstellung. Durch den Wirtschaftsaufschwung im eigenen Land mit ausreichend Geld ausgestattet, versuchen chinesische Konzerne, sich breitgefächert und fernab ihres Stammgeschäfts Firmen im Ausland anzueignen. Während sich das Wachstum in der Heimat verlangsamt hat, wird Europa als attraktiver Markt angesehen, der durch den derzeit relativ schwachen Euro und den aus ihrer Sicht geringeren politischen Widerstand gegen Großübernahmen im Vergleich zu den USA begünstigt ist.

Trotz der erklärten Absicht, den Pirelli-Sitz samt Forschung und Entwicklung in Italien zu belassen, fürchten einige um das Erbe des 1872 gegründeten Traditionsunternehmens. Dabei sind bereits heute mehr als 46 Prozent in der Hand von institutionellen Investoren. Und Camfin gehört zur Hälfte dem russischen Rosneft-Konzern. Experten sehen auch genau hier den Grund für die aktuellen Übernahmeverhandlungen: Mit dem niedrigen Ölpreis und den Russland-Sanktionen läuft es bei Rosneft nicht gut – der Verkauf soll jetzt Geld in die Kassen spülen.


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