Rekordumsatz, Rekordverlust: Tesla steht voll unter Strom

Rekordumsatz, Rekordverlust: Tesla steht voll unter Strom

von Jürgen Rees

Der kalifornische Elektroautohersteller Tesla macht trotz Rekordumsatz auch einen Rekordverlust. Die größte Investition, eine gigantische Batteriefabrik, steht jedoch kurz bevor.

Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla machte im zweiten Quartal 2014 trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs deutlich höhere Verluste. Der Fehlbetrag verdoppelte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr auf 61,9 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Tesla verweist auf hohe Investitionen zur Modernisierung und zum Ausbau des Fertigungswerks in Fremont sowie dem Aufbau eines Schnellladenetzes.

Der Umsatz stieg um 90 Prozent von 402 Millionen auf 769,3 Millionen Dollar. Tesla verkaufte im zweiten Quartal 2014 die Rekordzahl von 7579 E-Autos. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen mit 7800 Fahrzeugen einen weiteren Rekord. Für Gesamtjahr erwartet Tesla 35 000 Auslieferungen vom Model S, das in der günstigsten Variante 70.000 Dollar kostet. Vorausgesetzt „makroökonomischen Schocks“ bleiben aus, werden es Ende 2015 über 100.000 Fahrzeuge sein, hofft Musk, der mit seinem Raumfahrt-Unternehmen Space X auch in den Satellitenmarkt eingestiegen ist. 2013 verkaufte Tesla noch lediglich 22 500 Fahrzeuge.

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Die größten Hersteller von Elektroautos in Deutschland

  • Platz 10

    Ford: 59 zugelassene Elektroautos

    Seit 2013 hat Ford den Focus Electric im Angebot. Doch der große Erfolg blieb dem E-Focus bislang verwehrt: In Deutschland wurden bis zum ersten Halbjahr 2014 gerade einmal 59 Fahrzeuge zugelassen.

  • Platz 9

    Tesla: 638 zugelassene Elektroautos

    Mit dem Roadster wurde Tesla einst als Elektropionier gefeiert, auch das aktuelle Model S sorgt für Furore. Doch der Aufschwung scheint gerade erst zu kommen: Bereits im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr als doppelt so viele Elektroautos von Tesla verkauft als im ganzen Jahr 2013.

  • Platz 8

    Mitsubishi: 926 zugelassene Elektroautos

    Mitsubishi zehrt bei den Elektroautos noch von den Erfolgen des iMiev aus dem Jahr 2011. Damals konnten die Japaner mangels Konkurrenz fast 700 Elektroautos verkaufen. Doch seitdem hat das Interesse am iMiev in Deutschland stark abgenommen, weshalb bis heute nur noch knapp 200 weitere Fahrzeuge dazugekommen sind.

  • Platz 7

    Citroën: 948 zugelassene Elektroautos

    Wie bei Mitsubishi ist die erste Welle des Elektro-Erfolgs bei Citroën wieder abgeklungen. Kein Wunder, schließlich ist der C-Zero der Franzosen mit dem Mitsubishi iMiev baugleich. Er hatte 2012 sein bestes Jahr, danach retteten noch einige Zulassungen für das Citroën-eigene Carsharing die Statistik.

  • Platz 6

    Opel: 1450 zugelassene Elektroautos

    Kein Elektroauto verkaufte sich so gut wie der Opel Ampera. Leider gilt das nur für das Jahr 2012. Seitdem ging es mit den Ampera-Zulassungen bergab, von 828 im Jahr 2012 auf 335 im Jahr 2013. Seit Jahresbeginn 2014 fanden nur noch 46 Amperas einen Käufer.

  • Platz 5

    Nissan: 1712 zugelassene Elektroautos

    Bei Nissan sind die Zulassungszahlen für den Leaf konstanter. Nach dem Anlauf-Jahr 2012 fanden im vergangenen Jahr 855 Leafs einen Abnehmer. Im ersten Halbjahr 2014 waren es wieder knapp 400, womit das Gesamtjahr auf dem Vorjahresniveau liegen könnte.

  • Platz 4

    Renault: 1801 zugelassene Elektroautos

    Mit ihrer Submarke Renault Z.E. gelten die Franzosen als Vorreiter im Elektromarkt. Neben den 1532 Zoe haben seit der Erfassung 2011 auch 269 Fluence Z.E. einen Käufer gefunden. Doch der Erfolg könnte noch größer sein: Der ausgefallene Twizy taucht in der Statistik nicht auf – er zählt offiziell als Quad.

  • Platz 3

    BMW: 1935 zugelassene Elektroautos

    Quasi aus dem Stand schafft es BMW auf das Treppchen. Obwohl der i3 erst im November 2013 auf den Markt gekommen ist, brachte er es bis Jahrsende auf 559 Zulassungen. Bis Ende Juni 2014 kamen 1376 weitere dazu.

  • Platz 2

    Volkswagen: 2050 zugelassene Elektroautos

    Beim größten deutschen Autohersteller wurde die Elektromobilität lange stiefmütterlich behandelt. Doch mit dem Start des E-Up und des E-Golfs stiegen die Zulassungen rapide an. Im ersten Halbjahr 2014 lagen beide Modelle mit knapp über 500 Zulassungen fast gleichauf. Der E-Up konnte aber 2013 schon 785 Zulassungen absahnen, als der Elektro-Golf noch gar nicht auf dem Markt war.

  • Platz 1

    Daimler: 3612 zugelassene Elektroautos

    Die Kleinwagenmarke Smart führt Daimler an die Spitze. Die drei Zulassungen des sündhaft teuren Elektro-SLS sind vernachlässigbar, ebenso die Elektro-B-Klasse. Den Großteil holt Daimler mit dem Smart electric drive, von dem alleine 2013 fast 1900 Exemplare zugelassen wurden. Daran ist das hauseigene Carsharing Car2go nicht unschuldig.

    Quelle: Statista.de, Stand 1. Halbjahr 2014

Auch in Deutschland befindet sich Tesla auf Expansionskurs. Gerade baut das Unternehmen sein Netz an Ladestationen aus und arbeitet dafür mit der Deutschen Bahn zusammen.

Standort-Poker

Aber Tesla-Gründer Elon Musk mag es gerne richtig groß: Im Westen der USA will er zusammen mit dem japanischen Elektronik-Giganten Panasonic die größte Lithium-Ionen-Zellfabrik der Welt bauen. Die heißt deshalb auch Gigafactory und soll mit bis zu 400 Hektar doppelt so groß wie der Stadtstaat Monaco werden.  Bis 2020 soll sie rund fünf Milliarden US-Dollar kosten und etwa 6500 Arbeitsplätze schaffen.

Noch pokert Musk jedoch um den besten Standort. Kandidaten sind Arizona, Nevada, Kalifornien, Texas  und New Mexico. „Bevor wir jede Menge Beton irgendwo reingießen wollen wir sicherstellen, dass alle Anreize und Prozeduren vorhanden sind“, sagt Musk. Das heißt:  Musk will für Tesla Subventionen. Wer gibt das billigste Land und sorgt für die Infrastruktur? Und der so eigenwillige wie charismatische Tesla-Chef will nicht durch übereifrige Verwaltungen und einschränkende Gesetze gestört werden: „Jetzt liegt der Ball auf der Seite des Gouverneurs von Nevada und der gesetzgebenden Kammern.“

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