Renault-Chef Carlos Ghosn: "Ich habe manchmal schlaflose Nächte"

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InterviewRenault-Chef Carlos Ghosn: "Ich habe manchmal schlaflose Nächte"

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Renault-Chef Carlos Ghosn erwartet, dass sich der europäische Automarkt erholt

von Franz W. Rother und Jürgen Rees

Der Renault-Chef und Präsident von 
Nissan bereitet seinen Konzern unbeirrt von Absatzflaute und Milliardeninvestments auf das Zeitalter der Elektromobilität vor – und erhofft sich viel von der Kooperation mit Daimler.

WirtschaftsWoche: Monsieur Ghosn, der europäische Automarkt ist seit 18 Monaten auf Talfahrt. Haben Sie damit gerechnet, dass 2013 so schwierig wird?

Ghosn: Natürlich nicht. Unsere Prognose für dieses Jahr sah ein Minus zwischen drei und fünf Prozent für das Gesamtjahr voraus. Aber schon der Februar lag fast zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Und dieser Trend bestätigt sich jetzt. Das ist natürlich alles andere als erfreulich, weil es schon sehr deutlich von unseren Prognosen abweicht.

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Dann müssen Sie also Ihre Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren?

So schnell gebe ich mich noch nicht geschlagen. Wir bleiben vorerst bei unserer Planung. Denn für die zweite Jahreshälfte bin ich durchaus optimistisch.

Sie erwarten ernsthaft eine Erholung des europäischen Automarktes?

So schnell sicher nicht. Ich gehe davon aus, dass die Erholung schon zwei, drei Jahre brauchen wird. Viel hängt natürlich davon ab, was die Politik unternimmt, um die Euro-Krise in den Griff zu bekommen. In Griechenland, Spanien, Frankreich und anderen Ländern sind gravierende Änderungen notwendig, um die Verschuldung der Länder und die öffentlichen Ausgaben zu reduzieren. Das wird sich natürlich auch auf den privaten Konsum niederschlagen und damit auch auf das Automobilgeschäft.

Um Ihre Planung halten zu können, müssten Renault und Nissan gegen den Trend wachsen. Ist das realistisch?

Wir haben die Marktentwicklung in unserem Szenario für 2013 berücksichtigt. Renault hängt natürlich stärker vom europäischen Markt ab als Nissan. Aber wir bringen ja in diesem Jahr auch einige interessante neue Autos auf den Markt, die sich gut schlagen sollten.

Renault setzt sehr stark auf Elektroautos, die vergleichsweise teuer sind. Und die Euphorie über Autos mit alternativen Antrieben ist in Europa deutlich gesunken. Was erhoffen Sie sich vom neuen Zoe?

Teuer? Der Zoe kostet in Frankreich 13.700 Euro. Er ist damit sicher kein Billigauto. Aber teuer finde ich das nicht. Das liegt auf dem Niveau eines vergleichbaren Dieselfahrzeugs.

Aber die Batterie kommt extra.

Ja, für etwa 80 Euro im Monat. Das ist nicht die Welt. Dennoch ist der Zoe ein Weltauto (lacht). Wir werden den Wagen nicht ausschließlich in Europa verkaufen, sondern auch in vielen Ländern auf anderen Kontinenten, Schritt für Schritt. Wir fangen mit elf europäischen Ländern an, um Vertrauen aufzubauen. Anschließend werden wir den Verkauf ausweiten.

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