Rote Zahlen: Volvo-Cars muss auf die Güte der Chinesen hoffen

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Rote Zahlen: Volvo-Cars muss auf die Güte der Chinesen hoffen

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Auf dem Autosalon Genf zeigte Volvo den V60 (l) und den neue XC60 präsentiert. Nach Insiderinformationen soll für die Modellkosmetik weniger als 200 Millionen Euro zur Verfügung gestanden haben. Mehr war nicht drin - Volvo ist knapp bei Kasse.

Einst eine schwedische Kultmarke, heute kämpft der Autobauer Volvo unter seinem chinesischen Eigner mit herben Verlusten. Doch eine Finanzspritze durch Eigner Geely ist nicht in Sicht.

Der schwedische Autohersteller Volvo Cars kämpft mit Verlusten. Wie das seit 2010 zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte, brachte das Jahr 2012 einen Nettoverlust von 480 Millionen Kronen - gut 56 Millionen Euro- gegenüber einer Milliarde Kronen Gewinn im Jahr zuvor.

Die angepeilte Verkaufszahl von weltweit 480.000 Personenwagen verfehlte Volvo mit 420.000 Einheiten deutlich und lag sogar noch um 30.000 unter dem Ergebnis des Vorjahres. Beim operativen Geschäft meldete Volvo einen bescheidenen Gewinn von 18 Millionen Kronen.

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Quelle: AP

Seit der Volvo-Übernahme vom US-Konzern Ford durch Geely gilt als Ziel bis 2020 der Absatz von 800.000 Wagen, davon die Hälfte in China. Konzernchef Håkan Samuelsson nannte den bisherigen Einstieg auf dem Stammmarkt von Geely „nicht ganz nach Plan“. 2012 verkauften die Schweden hier mit einem Marktanteil von 0,26 Prozent knapp 43.000 Wagen und damit sogar 10,9 Prozent weniger als 2011. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei der Absatz in China um 27 Prozent gestiegen, hieß es weiter. Volvo will das erste eigene Werk im südwestchinesischen Chengdu mit einer Kapazität von 170.000 Autos im Juni einweihen.

Das Verhältnis zu Eigner Geely gilt als angespannt

Seit dem Einstieg von Geely, der Volvo vor drei Jahren für umgerechnet 1,3 Milliarden Euro von Ford erwarb, haben die Chinesen bis heute keinen Cent in die Tochter investiert. Auch zu den ehrgeizigen Wachstumsplänen - bis Ende 2015 wollte Volvo Cars umgerechnet rund acht Milliarden Euro in neue Fabriken, Autos und Technologien stecken – hat Geely außer blumigen Worten von Chairman Li Shufu bislang wenig beigesteuert. Die Folge: Im dritten Jahr der "Unabhängigkeit" steckt der letzte schwedische Autohersteller in den roten Zahlen. In Göteborg ist deshalb nicht nur ein neues millionenschweres Sparprogramm angelaufen, auch das Investitionsprogramm soll gestutzt werden. Intern werden sogar Szenarien durchgespielt, was passieren würde, wenn die Geely Group aussteigt.

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Auch wenn Volvo-Chef Samuelsson heute noch sicher ist, dass "uns viele in der Autoindustrie um unseren starken Partner beneiden": Die schwedisch-chinesische Allianz hat schwere Belastungsproben hinter sich. Die Chinesen versuchten, so berichten Insider, einen Teil des Kaufpreises sowie die beim Kauf angefallenen Anwaltskosten durch einen Griff in die Volvo-Kasse zu refinanzieren - was Juristen des Unternehmens zu verhindern wussten.

Zudem macht Geely bis heute keine Anstalten, der schwedischen Tochter mit Finanzspritzen auf die Beine zu helfen. Die hätte Volvo dringend nötig. Der Autobauer hat zwar ein gutes Image, war aber schon für Ford kein Gewinnbringer. 2011, im ersten Jahr nach dem Verkauf, erwirtschaftete Volvo mit rund 450.000 Autos lediglich einen kleinen Gewinn von 193,4 Millionen Euro (EBIT). 2012 endete mit einer schwarzen Null. Im ersten Quartal 2013 nun folgten rote Zahlen.

Mit Material von dpa

Mehr über die schwierige Beziehung von Volvo zu Eigner Geely lesen Sie hier: "Wie Chinas Autobauer Europa aufmischen wollen".


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