Rupert Stadler: Audi-Chef setzt auf die Lust am SUV

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InterviewRupert Stadler: Audi-Chef setzt auf die Lust am SUV

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Stadler, 51, folgte im Januar 2007 Martin Winterkorn auf den Posten des Vorstandschef der VW-Tochter Audi. Der Finanzexperte begann seine Karriere unter dem heutigen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch im Controlling. Später war er der Büroleiter von Piëch in Wolfsburg und Konzern-Produktplaner.

von Franz W. Rother

Audi-Chef Rupert Stadler kündigt ein Modellfeuerwerk im SUV-Segment an, stellt seine Globalisierungsoffensive vor und erklärt, warum klassisches Carsharing für Audi kein Thema ist.

WirtschaftsWoche: Herr Stadler, etwa ein Jahr ist es her, dass Ursula Piëch in den Aufsichtsrat von Audi eingezogen ist. Wie hat sich das auf die Arbeit in dem Gremium ausgewirkt?

Rupert Stadler: Frau Piëch kennt unser Unternehmen seit vielen Jahren hautnah, sowohl aus der Zeit, als ihr Mann hier bei Audi Vorstandschef war, als auch aus der Konzernperspektive. Sie ist sehr nah dran am Geschehen. Insofern ist sie für uns ein absoluter Zugewinn.

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Kritik haben Sie von ihr im Aufsichtsrat also noch nicht zu hören bekommen?

Diese Frage ist falsch adressiert. Ich sitze dem Vorstand vor, nicht dem Aufsichtsrat.

Dann frage ich Sie direkt. Audi hat im ersten Quartal den Umsatz um sieben Prozent gesteigert, den Absatz um elf Prozent, das operative Ergebnis aber nur um 0,5 Prozent. Ist das nicht sehr mager?

Audi hat in den letzten Jahren einen sehr guten Job gemacht. Bei der operativen Rendite sind wir mit 10,1 Prozent vor BMW und Mercedes klar der Champion. 2013 haben wir toll abgeschnitten mit einem Absatz von über 1,5 Millionen Autos. Diese Marke hatten wir uns erst für 2015 gesetzt.

Dafür scheint nun aber die Puste auszugehen.

Wie kommen Sie darauf? Wir hatten in den ersten vier Monaten ein Absatzplus von rund zwölf Prozent, wachsen auf allen Weltmärkten, sind Premiummarke Nummer eins in Europa und China. Ebenso wichtig ist unsere hohe Ertragskraft. Wir tätigen unsere Investitionen aus einer sehr soliden Cash-Flow-Position heraus.

Rupert Stadler Druck auf den Audi-Chef wächst

Für das zurückliegende Jahr legt der Konzern aus Ingolstadt mäßige Zahlen vor. Auch fehlen neue Volumenmodelle und eine schlüssige Strategie für alternative Antriebe. Der Druck auf Vorstandschef Rupert Stadler wächst.

Quelle: dpa

Dennoch ist das Konzernergebnis vor Steuern im ersten Quartal gesunken. Und für das Gesamtjahr erwarten Sie einen Umsatz, der nur leicht über Vorjahr liegen wird. Wie erklären Sie das?

Das operative Ergebnis ist stabil geblieben, trotz der enorm hohen Vorleistungen, die wir im Moment erbringen. Und bei der operativen Umsatzrendite markieren wir die Spitze im Wettbewerbsumfeld.

Sie lehnen sich also zufrieden zurück?

Das werden Sie weder bei mir noch bei einem der mehr als 70.000 Audianer erleben. Unser Umfeld ändert sich fast täglich, aber wir gehen unseren Weg in aller Ruhe und Klarheit. Bis 2020 durchlaufen wir eine weitere Produktoffensive und das größte Investitionsprogramm unserer Geschichte.

VW-Chef Martin Winterkorn hat kürzlich Extrarunden angekündigt, um schneller auf gesellschaftliche und technische Veränderungen zu reagieren. Gibt es auch für Audi Extrarunden?

Unsere Branche befindet sich in einer Phase des Umbruchs, gleichzeitig ist der Wettbewerb so intensiv wie nie. Wir erleben, wie sich politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ständig verändern. Neben der notwendigen Aufmerksamkeit für die Tagesarbeit haben wir daher unseren Blick auch sehr weit in die Zukunft gerichtet und dafür unter anderem vor fünf Jahren die Urban-Future-Initiative gestartet. Mit diesem Programm erforschen wir, wie individuelle Mobilität in Megastädten effizienter und zukunftsorientiert gestaltet werden kann.

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