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Saab-Klage: Spyker will drei Milliarden Dollar von GM

Der niederländische Sportwagenbauer Spyker hat General Motors wegen der Pleite der Tochter Saab auf Schadenersatz über drei Milliarden Dollar verklagt.

Der Verkauf der schwedischen GM-Tochter Saab an Spyker Cars ist endgültig gescheitert. GM will seine schwedische Tochter nun abwickeln, den 3400 Mitarbeitern wird von Januar an gekündigt. Sollte sich während der Abwicklung nicht doch noch ein Käufer finden, verschwindet die Kultmarke Saab vom Markt.

Das ist traurig, doch das Ende von Saab kommt nicht gerade unerwartet: Wie Recherchen von wiwo.de zeigen, war der Verkauf an Spyker von Anfang an eine Luftnummer.

Zwar übte sich GM-Chef Ed Whitacre vor kurzem noch in Optimismus: „Ich habe das Gefühl, dass es möglich ist“, sagte vor Reportern.

Doch der Deal war von Anfang an äußerst wackelig. Die exklusiven Autobauer von Spyker Cars können zwar schnittige und hochpreisige Sportwagen bauen. Von Wirtschaftlichkeit verstehen die Niederländer allerdings wenig, wie Recherchen von wiwo.de zeigten, Foto: Reuters

Text und Recherche: Wilfried Eckl-Dorna 

Der Streit um den schwedischen Autobauer Saab könnte der ehemaligen Mutter General Motors ein Nachspiel vor Gericht einbringen. Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker forderte von GM in einer Klage am Montag drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro). Der Vorwurf lautet, General Motors habe Saab bewusst in die Insolvenz fahren lassen, um einen Konkurrenzkampf mit dem schwedischen Traditionshersteller in China zu vermeiden. Aus diesem Grund habe GM den Einstieg eines chinesischen Investors verhindert, der Saab eine Restrukturierung und Fortführung der Geschäfte ermöglicht hätte, hieß es in der am Montag bei einem Bezirksgericht in den USA eingereichten Klage.

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Sie galten als intellektuell, cool, und außergewöhnlich – so, wie sich ihre Besitzer wohl ebenfalls sehen wollten: Autos der Marke Saab haben sich durch ihr ungewöhnliches Aussehen eine eingeschworene Fangemeinde erarbeitet. Gerade hat General Motors seine insolvente schwedische Tochter an den niederländischen Sportwagenbauer Spyker verkauft. Volvo geht es auch nicht besser: Seine ebenfalls amerikanische Mutter Ford verkauft den schwedischen Autobauer an die chinesische Geely-Gruppe.

Der Niedergang der schwedischen Autoindustrie schmerzt viele Fans - denn die Fahrzeuge made in Skandinavia sorgten viele Jahrzehnte lang für Aufsehen auf deutschen Straßen.Mit seinem ersten Serienauto Saab 92 (im Bild), das von 1949 bis 1955 gebaut wurde, sorgte Saab gleich für Aufsehen. Die aerodynamisch schnittige Form des 92er fiel nicht nur in Schweden auf.

Den Einstieg in den Automobilbau wagte der Flugzeughersteller, weil Volvo damals nur Autos von der Mittelklasse aufwärts produzierte. Saab konnte mit seinem deutlich kleineren und damit auch billigeren Fahrzeug punkten.

Foto: Martin Bergstrandwikimedia commons

Texte: Wilfried Eckl-Dorna

Bild: Saab 92

Spyker habe untergehen sollen

Saab gehörte bis Anfang 2010 zu General Motors und wurde dann vom kleinen Sportwagenbauer Spyker übernommen. Im Dezember musste Saab nach mehreren Monaten ohne Produktion und Einnahmen aber Insolvenz beantragen, weniger als zwei Jahre nachdem GM die Sparte an Spyker verkauft hatte. Zuvor waren mehrere Versuche gescheitert, Investoren zu finden. Spyker-Chef Victor Muller sagte der Nachrichtenagentur Reuters, GM habe gehofft, dass sein Unternehmen mit Saab untergehe. Dies sei aber nicht geschehen. Der geforderte Schadenersatz gebe den Wert wieder, den Saab mit einem Einstieg eines chinesischen Investors dargestellt hätte. Finanziert werde die Klage von einer dritten Partei, die finanziell bei einem Erfolg beteiligt werden soll, die Muller aber nicht nennen wollte.

Interessen der Partner schützen

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Ein GM-Sprecher erklärte dem „Wall Street Journal“ lediglich, das Unternehmen werde die Klage prüfen und zu gegebener Zeit reagieren. Der US-Konzern, der noch über einen kleinen Anteil an Saab und ein Mitspracherecht verfügte, hatte für den Fall eines chinesischen Einstiegs mit dem Stopp technologischer Unterstützung gedroht. Dabei hatte GM auch darauf verwiesen, die Interessen seiner Allianz mit dem chinesischen Partner SAIC zu schützen.

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