Sand im Getriebe: Die Sorgenkinder von VW

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Sand im Getriebe: Die Sorgenkinder von VW

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huGO-BildID: 30810899 Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech, und der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, (l) besprechen sich am 25.04.2013 in Hannover während der Hauptversammlung der Volkswagen AG nebeneinander. Foto: Jochen Lübke/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bei vermutlich knapp 12 Milliarden Euro Betriebsgewinn muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Volkswagen steht nach einem starken Jahr 2013 vergleichsweise glänzend da. Und dennoch: Die Sorgenkinder sind inzwischen zahlreicher als noch zu Anfang des Jahres.

Die Suche nach dem sprichwörtlichen Haar in der Suppe ist bei Volkswagen keine leichte Aufgabe. Gut, da waren die Querelen um den Steuer-Deal für die Eingemeindung von Porsche, auch das Millionen-Salär von VW-Chef Martin Winterkorn sorgte für Kritik. Beim Zusammengehen der Lkw-Riesen MAN und Scania stehen nach wie vor Fragezeichen, die spanische Tochter Seat steckt in den roten Zahlen und die große Abhängigkeit vom Absatzmarkt China ist nicht ohne. Aber: unterm Strich sind dies alles Luxusprobleme.

In China verdiente VW in den ersten neun Monaten 2013 mehr Geld, als ganz Peugeot an der Börse wert ist. Während die Konkurrenz Werke schließt, stampft Europas größter Autobauer neue aus dem Boden. VW wird 2013 wieder mehr Wagen losschlagen als je zuvor, Zehntausende neue Mitarbeiter eingestellt haben und vermutlich den Betriebsgewinn stabil halten: 11,5 Milliarden Euro. Die Gewinnmaschine VW macht damit rechnerisch 31,5 Millionen Euro jeden einzelnen Tag im Jahr.

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PKW-Absatz 2013 in Europa

  • PSA

    Verkäufe absolut: 1.138.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -10,3 Prozent

    (Peugeot, Citroen)

    Quelle der Zahlen in dieser Kurztextgalerie: ACEA

  • Andere

    Verkäufe absolut: 73.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -9,2 Prozent

  • Fiat

    Verkäufe absolut: 633.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -8,1 Prozent

  • Volvo

    Verkäufe absolut: 185.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -6,6 Prozent

  • Mitsubishi

    Verkäufe absolut: 63.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -6,1 Prozent

  • Suzuki

    Verkäufe absolut: 127.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -5,7 Prozent

  • GM

    Verkäufe absolut: 823.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -5,5 Prozent

    (Opel, Vauxhall)

  • Ford

    Verkäufe absolut: 770.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -5,2 Prozent

  • VW

    Verkäufe absolut: 2.588.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -2,8 Prozent

    (Audi, Seat Skoda)

  • Nissan

    Verkäufe absolut: 364.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -2,6 Prozent

  • Toyota

    Verkäufe absolut: 457.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -1,9 Prozent

  • Hyundai

    Verkäufe absolut: 361.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -1,6 Prozent

  • Honda

    Verkäufe absolut: 121.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -0,9 Prozent

  • BMW, Mini

    Verkäufe absolut: 668.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +0,3 Prozent

  • Kia

    Verkäufe absolut: 287.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +0,5 Prozent

  • Renault

    Verkäufe absolut: 907.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +1,5 Prozent

    (Renault, Dacia)

  • Daimler

    Verkäufe absolut: 580.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +5,0 Prozent

    (Mercedes, Smart)

  • Jaguar, Land Rover

    Verkäufe absolut: 116.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +10,6 Prozent

  • Mazda

    Verkäufe absolut: 125.000 (gerundet)

    Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: +16,3 Prozent

Dennoch: Es gibt auch Probleme in der VW-Welt auf dem Weg zur Nummer eins der Branche. Den Anfang machte im September ein „Handelsblatt“-Bericht vor der Automesse IAA. Tenor: Der Autoriese stehe vor einer umfassenden Personalrochade, mit der VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten abgebe. Winterkorn werde Piëch nachfolgen und der bisherige VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch an seine Stelle rücken.

Für gewöhnlich kommentiert das Unternehmen Personalspekulationen nicht. Aber bei dieser Größenordnung wies VW den Bericht „mit Nachdruck“ zurück. Doch als der Konzern wenige Tage später auf der IAA seine Neuheiten in Szene setzte, beäugten viele nur das VW-Machtzentrum Piëch. Wirkt er angeschlagen? „Mir geht es gut“, sagte der 76-Jährige, um keinen Zweifel zu lassen. Später kündigte Piëch an, er plane den Ursprung des Gerüchtes zu „guillotinieren“. Winterkorn bezeichnete die Spekulation als schäbig und stellte klar: Das Gespann Piëch/Winterkorn bleibe VW noch „viele Jahre erhalten“.

Aber das „Handelsblatt“ hatte den Finger in eine Wunde gelegt. Piëch geht auf die 80 zu. Winterkorn ist mit 66 derzeit ältester Chef eines Dax-Konzerns. Und Finanzmann Pötsch ist mit 62 Jahren auch kein Vertreter einer möglichen neuen Generation an der VW-Spitze.

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