Sanierungspläne: Opel-Gewerkschaft drängt auf langfristige Zusagen

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Sanierungspläne: Opel-Gewerkschaft drängt auf langfristige Zusagen

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In den Verhandlungen um einen Sanierungsplan für Opel in Deutschland pochen Arbeitnehmervertreter auf langfristige Zusagen des Autobauers.

Die IG Metall macht Druck auf das Opel-Management. Bis zum 26. Oktober soll eine Einigung zwischen den Mitarbeitern und dem Konzern über die Sanierungspläne stehen.

Die IG Metall fordert in den laufenden Verhandlungen über eine Sanierung des Autoherstellers Opel langfristige Zusagen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten. Die Unternehmensleitung habe zugestimmt, dass der gemeinsam erarbeitete Plan über 2016 hinausreichen und Teil des Tarifvertrages werden solle, erklärten die IG Metall Bochum und der Betriebsratschef des dortigen Opel-Werkes, Rainer Einenkel, am Freitag in einem Flugblatt. 2016 soll eigentlich die Produktion in Bochum auslaufen, wo bisher noch der aktuelle Familienvan Zafira vom Band rollt.

Opel wollte sich dazu nicht äußern, erklärte aber, dass eine Einigung bis Ende Oktober angepeilt werde. Der 31. Oktober ist außerdem der letztmögliche Termin, bis zu dem die Opel-Geschäftsführung die Auszahlung der branchenweit ausgehandelten 4,3-prozentigen Lohnerhöhung stunden kann. Gibt es bis dahin keine Einigung, muss gezahlt werden. Die Unternehmensseite steht daher unter Zeitdruck.

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Kernforderungen der Gewerkschafter sind:

- Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze über 2016 hinaus,

- die Öffnung von Exportmärkten, um Opel neue Wachstumschancen zu verschaffen,

- Ausweitung der Opel-Produktpalette, sowie

- Neupositionierung der Marken Opel und Chevrolet innerhalb des Mutterkonzerns General Motors (GM).

Das Konzept solle bis 2022 reichen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete derweil unter Berufung auf eine interne Mitteilung der Gewerkschaft, dass eine Einigung auf Eckpunkte des Sanierungsplans bis zum 26. Oktober vorgesehen sei. IG-Metall-Mitglieder sollen demnach zu dem Ergebnis, das am 27. Oktober bekanntgemacht wird, in einer Mitgliederabstimmung an allen deutschen Opel-Standorten befragt werden. Die Abstimmung werde voraussichtlich im Zeitraum 5. bis 7. November stattfinden.

Werk in Bochum von Schließung bedroht

Die IG Metall fordert vehement den Erhalt der Opel-Standorte, weil insbesondere das Werk in Bochum nach dem Auslaufen der derzeitigen Produktion bedroht ist. Die deutsche Traditionsmarke verliert seit Jahren Marktanteile und fährt horrende Verluste ein. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit in Südeuropa verkauft das Unternehmen dort kaum noch Autos. Allein im ersten Halbjahr summierte sich das Minus auf 500 Millionen Euro. In Deutschland lag der Marktanteil von Opel zuletzt noch bei sieben Prozent - und damit weit entfernt von den zweistelligen Werten der Vergangenheit.

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Zuletzt hatte die Führungsspitze häufig gewechselt, erst Mitte Juli gab der damalige Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke überraschend auf. Daraufhin berief Opel den Sanierungsexperten und Strategievorstand Thomas Sedran zum Übergangschef, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist.
Schlechte Nachrichten drohen, wenn der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) am 31. Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vorstellt. Opel wird dann wahrscheinlich wieder hohe Verluste aufweisen. Seit einigen Wochen gibt es an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern Kurzarbeit, außerdem streicht Opel einzelne Schichten, zum Beispiel in Eisenach.

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