Sanierungsplan: Opels letzter Ausweg

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Sanierungsplan: Opels letzter Ausweg

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Karl-Friedrich Stracke, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG - seit gut einem Jahr steht der Ingenieur an der Spitze von Opel, seit Monaten arbeitete er fieberhaft an einem Sanierungsplan. Am Donnerstag musste er ihn vorlegen.

von Rebecca Eisert

Opel-Chef Stracke hat den neuen Sanierungsplan für die General-Motors-Tochter vorgelegt - mit Erfolg. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für Strackes Paket gegeben.

Das Gremium akzeptierte am Donnerstag mit den Stimmen der Arbeitnehmer den Plan des Managements, der hohe Investitionen in neue Modelle, eine engere Zusammenarbeit mit dem französischen Autobauer Peugeot, den Export von Autos auch außerhalb Europas sowie Einsparungen bei Einkauf-, Material- und Produktionskosten vorsieht. Die Schließung einzelner Standorte wurde erwartungsgemäß nicht beschlossen.

Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug bezeichnete den Geschäftsplan für die Jahre 2012 bis 2016 als gute Grundlage für die Zukunft von Opel.

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Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke musste sich vor der Abstimmung gefühlt haben, wie ein Autofahrer, den man über Nacht zugeparkt hat. Als man das Fahrzeug abgestellt hat, kam man noch bequem in die Lücke - am Morgen sind Vorder- und Rückmann dem eigenen Auto so auf die Pelle gerückt, dass der Besitzer sich nur noch am Kopf kratzen kann. Wie soll er aus dieser eingezwängten Lage wieder herauskommen? Der geübte Autofahrer weiß, was zu tun ist – sachte vor- und zurücksetzen – auf Tuchfühlung mit den Stoßstangen der anderen Autos gehen und rangieren, rangieren, rangieren.

Nun ist Stracke ein erfahrener Manager und Opels Misere kam nicht über Nacht wie die frechen Autofahrer aus der Nachbarschaft. Doch die Aufgabe war dieselbe. Stracke musste ordentlich kurbeln, um aus der verfahrenen Situation herauszukommen. Am Donnerstag musste er dem Aufsichtsrat den neuen Sanierungsplan für die General-Motors-Tochter vorlegen. Mit seinem ersten Papier war Stracke kläglich gescheitert. Jetzt also der zweite Anlauf. Viel Spielraum hatte er nicht. Und wie der eingezwängte Autofahrer musste er tunlichst darauf achten, bei seinem Befreiungsversuch die anderen Beteiligten nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen – schon gar nicht die Konzernmutter General Motors.

Hinter ihm: die Opel-Belegschaft. Sie hat in den letzten  Jahren vieles mitgemacht. Rainer Einenkel, Betriebsratschef in Bochum, hat nach eigener Aussage seit 2009 bereits sechs Schließungspläne für Bochum abgewendet. Aktuell versucht er den siebenten abzuwenden. Einen Teilerfolg hat er errungen. General Motors hat für alle vier Opel-Werke in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausgeschlossen. Eine Gnadenfrist - keine Rettung auf lange Sicht.

Das Ziel: Wieder Gewinne machen

Strackes Sanierungsplan soll nun die Erlösung bringen. Das Ziel: Opel soll wieder mehr Autos verkaufen,  der Gewinn muss steigen – gleichzeitig soll Opel Kosten sparen wo es geht. Am Personal allerdings soll nicht gespart werden. Berichte, nach denen Opel  mit Hilfe von Abfindungen 1500 Stellen in Rüsselsheim abbauen wolle, wies Opel zurück. Es gebe zwar vereinzelt freiwillige Abfindungsprogramme in bestimmten Bereichen des Unternehmens, die Zahl der Mitarbeiter, die das betreffe sei aber nach aktueller Planung nur zweistellig. Zehn bis 99 per Abfindung ausgeschiedenen Mitarbeiter werden die Personalkosten wohl kaum in dem Umfang senken, der nötige wäre, um Opel wieder in die Gewinnzone zu führen.

Neue Märkte, neue Modelle, neue Kundschaft

Spannend ist daher die Frage, wie Opel wieder mehr Autos verkaufen will.  Der Hersteller leidet unter dem schwachen Absatz in den von der Schuldenkrise am stärksten betroffenen südeuropäischen Ländern. Deshalb will Stracke wohl mehr Autos nach China verkaufen und hat auch andere außereuropäische Märkte im Visier. Dabei muss der Mutterkonzern allerdings mitspielen – General Motors wollte bisher seine Marken Chevrolet und Cadillac in China an den Mann bringen. Dass Opel nun im großen Stil im Reich der Mitte einsteigen dürfen soll ist eher unwahrscheinlich. Der Rahmen bleibt eng.

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