Saudi-Arabischer Markt: Volkswagen hat Probleme mit saudischem Importeur

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Ein Porsche-Logo

von Martin Seiwert

Der Volkswagen-Konzern hat nach Problemen in Katar nun auch Ärger mit seinem Generalimporteur in Saudi-Arabien.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn steht womöglich neuer Ärger mit einem einflussreichen arabischen Autohändler ins Haus. Im Februar hatte der ehemalige VW-Generalimporteur in Katar den Wolfsburger Autobauer auf 147 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Nun rumort es auch in Saudi-Arabien: Volkswagen will die Zusammenarbeit mit dem dortigen Generalimporteur Samaco beenden. Samaco ist der einzige Anbieter von Autos der Marken Volkswagen, Audi und Porsche im Königreich. VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler reiste unlängst nach Saudi-Arabien, um Samaco-Vorstandschef Mohammed Wajih Sharbatly die schlechte Nachricht zu überbringen. Der Scheich sei hochgradig verärgert über die Entscheidung, berichten Insider, und erwäge rechtliche Schritte gegen den Autobauer. Auch in politischen Kreisen Saudi-Arabiens habe die Entscheidung von VW für Verstimmung gesorgt.

Der Absatz des VW-Konzerns im Nahen Osten ist bei den Massenfahrzeugen vergleichsweise gering. Der Markt hat aber eine große Bedeutung bei luxuriösen Modellen der Marken Porsche und Audi. Auch die VW-Nobelmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti sind auf die äußerst wohlhabenden Kunden im Nahen Osten angewiesen.

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Die Beendigung der Zusammenarbeit ist aus Sicht von Samaco unverständlich, denn das Geschäft habe sich prächtig entwickelt. Für 2011 konnte der Händler den Absatz von Fahrzeugen der drei VW-Marken um 70 Prozent steigern. Für 2012 peilte er gar eine weitere Verdopplung an. Volkswagen will sich zur Zukunft seiner Geschäftsverbindung mit Samaco nicht äußern. Derzeit bestehe eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Händler, heißt es in Wolfsburg lapidar.

Der Wechsel zu einem anderen Generalimporteur war in Katar der Grund für die Schadensersatzklage, die nun bei einem Schiedsgericht in Paris anhängig ist. Der ehemalige Generalimporteur, Saad Buzwair Automotive, fordert einen Ausgleich für bereits getätigte Investitionen, weil die Kündigung der Zusammenarbeit rechtswidrig gewesen sei. Seit Juni 2012 ist Q-Auto der neue Generalimporteur in Katar. Das Unternehmen ist im Besitz von Scheikha Hanadi Nasser bin Khaled Al-Thani. Die Unternehmerin gehört zur Herrscherdynastie des Emirats, das mit 17 Prozent der drittgrößte Aktionär des VW-Konzerns ist. Man müsse sich fragen, so schrieben die Anwälte des geschassten Generalimporteurs an VW-Chef Martin Winterkorn, ob der Konzern "einigen Aktionären Sondervorteile" gewähre.

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