Schwache Autokonjunktur: BMW startet mit Gewinnrückgang ins Jahr

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Schwache Autokonjunktur: BMW startet mit Gewinnrückgang ins Jahr

BMW musst im ersten Quartal Umsatz- und Gewinnrückgänge im Kernsegment Automobile einstecken. Schuld seien hohe Investitionen und harter Wettbewerb, so Konzernchef Reithofer. Im Gesamtjahr soll der Absatz steigen.

Die Autokrise in Europa nagt auch beim erfolgsverwöhnten Oberklasse-Konzern BMW am Gewinn. In den ersten drei Monaten dieses Jahres fuhren die Münchner einen Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Euro ein, das sind 3,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist, aber mehr als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn schrumpfte um drei Prozent auf 1,312 Milliarden Euro. Rasche Besserung ist nicht in Sicht, wie Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag in München sagte: "Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben."

BMW-Kennzahlen für 2012

  • Fahrzeugabsatz

    Fahrzeugabsatz insgesamt: 1,84 Millionen.

    Von ihrer Kernmarke setzten die Bayern im vergangenen Jahr 1,54 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber 2011.

  • Gewinnmarge im Vergleich zur Konkurrenz

    Die Ebit-Marge im Jahr 2012 betrug 10,9 Prozent. Damit lag BMW vor Konkurrent Daimler mit einer Marge von 7,1 Prozent für die Marken Mercedes + Smart, jedoch hinter Audi mit einer Gewinnmarge von 11,2 Prozent und Porsche mit 17,6 Prozent.

    Quelle: CAR Center Automotive Research

  • Gewinn pro Fahrzeug

    Mit 4132 Euro pro Fahrzeug hat BMW mit seinen Marken BMW, Mini und Rolls-Royce im Jahr 2012 BMW den zweithöchsten Gewinn unter den deutschen Autobauern erzielt. Nur Porsche verdient mit mehr als 17.000 Euro mehr, hinter BMW folgen Audi mit 3721 Euro und Mercedes-Smart mit 3023 Euro.

  • Umsatz pro Mitarbeiter

    Mit 726.000 Euro Umsatz pro Mitarbeiter liegt BMW deutlich vor Mercedes-Smart mit 629.000 Euro bzw. Daimler (gesamt) mit 415.000 Euro.


BMW konnte wie die Konkurrenten Audi und Mercedes bislang Rückgänge in Europa locker in den wachsenden Automärkten China und USA wettmachen. Alle drei Hersteller vermeldeten zuletzt Absatzrekorde. Die Münchner verkauften im Startquartal rund um den Globus 448.200 Fahrzeuge ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, das ist ein Plus von 5,3 Prozent. Doch die Dauerkrise in Europa macht auch den Oberklasse-Konzernen immer stärker zu schaffen, denn auf dem Heimatkontinent verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Wagen.

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Bei BMW brach im Kernsegment Automobile das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal um 15,9 Prozent auf 1,582 Milliarden Euro ein. Die Kosten für neue Technologien seien hoch, und der Wettbewerb hart, argumentierte BMW. Der Umsatz ging im Hauptsegment um 1,6 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zurück. Die operative Rendite belief sich auf 9,9 Prozent. Damit lag BMW hinter der Ingolstädter VW-Tochter Audi, die in den ersten drei Monaten auf 11,1 Prozent kam. Die Oberklasse-Marke Mercedes aus dem Hause Daimler landete mit 3,3 Prozent abgeschlagen auf Platz 3.

Bei den Verkaufszahlen wollen die beiden Rivalen in den nächsten Jahren BMW den begehrten Spitzenplatz im Premiumsegment entreißen. Die Münchner bekräftigten unterdessen, auch 2013 den Absatz weiter steigern zu wollen. Dazu sollen elf neue Modelle beitragen, darunter das kleine Elektroauto i3. Beim Gewinn wird BMW in diesem Jahr auf der Stelle treten. Reithofer wiederholte, es sei ein Konzernergebnis vor Steuern "in der Größenordnung des Jahres 2012" angestrebt. Vor ein paar Monaten hatte BMW noch ein Gewinnplus in Aussicht gestellt, angesichts der schwierigen Marktlage in Europa zu Jahresbeginn war aber die Vorsicht gewachsen. Die Pkw-Märkte in Europa sind seit 18 Monaten auf Talfahrt. In der Autosparte soll die Ebit-Marge zwischen acht und zehn Prozent liegen.

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