Schwacher Rubel: Autobauer blicken mit Sorge auf russischen Markt

Schwacher Rubel: Autobauer blicken mit Sorge auf russischen Markt

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Von den aktuellen Rubel-Schwankungen sind nicht nur die Autobauer betroffen. Auch Apple stoppte bereits den Onlineverkauf seiner iPhones und iPads in Russland, um die Preise anzupassen.

Die ersten Autobauer stoppen ihre Verkäufe in Russland. Grund ist der schwache Rubel. Die russischen Autopreise verlieren in US-Dollar oder Euro umgerechnet an Wert. Das Geschäft ist so nicht mehr rentabel.

Angesichts des Einbruchs beim russischen Rubel stoppen die ersten Autobauer ihre Verkäufe in Russland. Die Opel-Mutter General Motors (GM) habe damit schon am 16. Dezember für eine noch unbekannte Dauer begonnen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Wegen der Kursschwankungen wolle man die Geschäftsrisiken im Griff behalten, hieß es. Audi stoppte die Belieferung der Händler bis Anfang nächster Woche, um die aktuellen Preise zu überprüfen, sagte ein Sprecher der Volkswagen-Tochter.

Der reguläre Verkauf in den Autohäusern laufe aber weiter, bestellte Neuwagen würden ausgeliefert. VW selbst verkaufe weiterhin Autos in Russland, blicke aber mit Sorge auf den dortigen Markt, sagte ein Sprecher.

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GM will bereits georderte Modelle der Marken Cadillac, Opel und Chevrolet noch zu den vereinbarten Preisen an die Kunden übergeben. Jaguar Land Rover setzte seinen Verkauf bis zu diesem Freitag aus.
BMW versucht bereits seit dem Sommer, Autos in anderen Märkten zu verkaufen, nachdem die Nachfrage nach Neuwagen im Zuge der Ukraine-Krise und des Ölpreisverfalls drastisch abgesackt war.

Die stärksten Marken auf Russlands Automarkt

  • Lada

    Mit 456.309 verkauften Fahrzeugen ist Lada die stärkste Marke auf dem russischen Markt mit einem Anteil von über 20 Prozent. Die Marke des Herstellers AvtoVaz verliert allerdings seit Jahren an Bedeutung. Im Vergleich zu 2012 wurden 2013 gut 15 Prozent weniger Ladas verkauft.

  • Renault

    Renault-Nissan hält über direkte und indirekte Beteiligungen fast 50 Prozent an Russlands größtem Autobauer AvtoVaz (Lada). Renault verkaufte im vergangenen Jahr 210.099 Modelle in Russland (+11%) und ist damit mit einem Marktanteil von gut 8 Prozent die zweitstärkste Marke. Durch seine enge Verflechtung mit dem Lada-Hersteller hat Renault einen sehr hohen Anteil von lokalen Zulieferern. Die so genannte Sourcing-Quote liegt bei 80 Prozent.

  • Kia

    Die Koreaner haben derzeit rund 7 Prozent Marktanteil mit 198.018 verkauften Modellen. Sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

  • Hyundai

    Die Schwester-Marke von Kia kann sich ebenfalls gut behaupten. Sie verkaufte 1881.153 Autos in Russland – vier Prozent mehr als 2012.

  • Chevrolet

    Auch die Amerikaner machen in Russland gute Geschäfte - noch. Die Schwester-Marke von Opel verkaufte 2013 genau 174.649 Autos. 15 Prozent weniger als 2012. Mutterkonzern General-Motors hat entschieden, dass Chevrolet in Europa nur noch bis 2016 verkauft wird, dann soll Opel die Märkte übernehmen.


Ein schwacher Rubel sorgt dafür, dass die russischen Autopreise umgerechnet in US-Dollar oder Euro an Wert verlieren. Das lässt den dortigen Umsatz und am Ende auch den Gewinn der Autobauer schwinden - bis hin zu roten Zahlen. Der Rubel steht unter anderem wegen des fallenden Ölpreises seit Monaten unter Druck.

Zwischenzeitlich verlor die Währung im Vergleich zum Dollar seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent - entsprechend brachen die Preise bei der Umrechnung in Dollar oder Euro ein.
Angesichts der schweren Krise auf dem Automarkt hatte die russische Regierung Anfang Dezember angekündigt, die Abwrackprämie bis Ende 2015 verlängert. Russland hatte die Abwrackprämie nach deutschem Vorbild im September wieder eingeführt.

Der russische Automarkt steckt seit Monaten in der Krise. Zuletzt soll es laut Medienberichten zu Hamsterkäufen gekommen sein, weil etliche Russen Autos als wertstabiler als vieles andere ansehen.
Die Regierung und die russische Notenbank versuchen inzwischen den Rubel mit Verkäufen ihrer Devisenreserven zu stützen. Eine drastische Zinserhöhung der russischen Zentralbank war dagegen zuvor verpufft. Kremlchef Wladimir Putin warnte am Donnerstag, Russlands Wirtschaftsprobleme könnten zwei Jahre andauern. Der Rubel könne bei fallenden Ölpreisen weiter an Wert verlieren.

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Das trifft praktisch alle Hersteller. „Deutsche Autofabriken sind bereits seit einigen Wochen auf Kurzarbeit geschaltet oder entlassen Mitarbeiter“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, zuletzt in einem Interview.

Angesichts von Rubelverfall und sinkender Kaufkraft der Russen rechnet der DIHK für dieses Jahr mit 20 Prozent Rückgang der deutschen Exporte nach Russland.
Betroffen sind außerdem nicht nur Autobauer: Apple stoppte bereits den Onlineverkauf seiner iPhones und iPads in Russland, um die Preise anzupassen. Zuvor hatte der kalifornische Elektronikkonzern bereits die Preise in Russland etwa für sein iPhone 6 um 25 Prozent angehoben.

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