Second-Hand-Autos: Deutschland ist Europas Gebrauchtwagen-Mekka

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Second-Hand-Autos: Deutschland ist Europas Gebrauchtwagen-Mekka

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Im vergangenen Jahr haben Händler fast 18 Prozent ihrer Gebrauchtwagen ins Ausland verkauft. Und es sollen noch mehr werden.

von Rebecca Eisert

Nirgends sind die Gebrauchtwagen besser in Schuss als in Deutschland. Das wissen auch unsere Nachbarn und kaufen immer mehr deutsche Autos aus zweiter Hand. Werden deutsche Gebrauchte jetzt teurer?

Die Deutschen hegen und pflegen ihre Autos wie kaum ein anderes Volk in Europa. Kein Wunder also, dass die deutschen Gebrauchtwagen auch im Ausland beliebt sind. Nicht nur die Qualität der Second-Hand-Ware ist besonders hoch, auch die Vielfalt der Modelle ist im Vergleich zu anderen europäischen Märkten hierzulande höher - und es kommt ständig frische Ware nach. Denn während die Franzosen erst nach zehn Jahren oder länger an den Kauf eines neuen Wagens denken, entscheiden sich die Deutschen im Schnitt alle fünf bis sechs Jahre für ein neues Modell und sorgen damit ständig für Nachschub beim Gebrauchtwagenhändler.

Deshalb werfen immer mehr Kunden aus den westlichen, östlichen und südlichen Nachbarstaaten einen Blick in die deutschen Inserate. Auch die Skandinavier interessieren sich zunehmend für junge, deutsche Gebrauchte. Eine Händlerbefragung im Auftrag des Onlineportals Autoscout24 ergab, dass im vergangenen Jahr fast 18 Prozent der Gebrauchten ins Ausland verkauft wurden - fast drei Prozent mehr als im Vorjahr. Branchenexperten sind sich einig: Das ist erst der Anfang. Das Nachfrage wird weiter steigen.

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Diese deutschen Gebrauchten liebt das Ausland

  • Wer interessiert sich für deutsche Gebrauchte?

    Die Abflüsse von Gebrauchtwagen werden von keiner Stelle statistisch genau erfasst. Eine Annäherung, welche Länder das größte Interesse an deutschen Gebrauchten haben, bietet eine Auswertung des Onlineportals mobile.de. Das Portal zählt neben autoscout24.de zu den größten Verkaufsplattformen für deutsche Gebrauchtwagen im Netz. Mobile.de erhält die meisten Zugriffe nach Deutschland aus: Polen, Rumänien, Russland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Ukraine, Niederlande und Bulgarien.

  • Wonach Franzosen suchen

    Autokäufer aus Frankreich suchen mit Abstand am häufigsten nach der Marke VW (48%), gefolgt von Audi (17%) und BMW (9%). Nach der französischen Marke Renault suchen beispielsweise nur 3 Prozent der User aus Frankreich. Das von französischen Usern mit Abstand am häufigsten gesuchte Modell ist der Golf (43 %) aus den Jahren 2009 bis 2012 oder als Neuwagen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der A3 (15%) und der A4 (13%) von Audi. Auf Platz vier kommt der BMW 320 (9%).

    Quelle: mobile.de

  • Wonach Russen suchen

    Autokäufer aus Russland hingegen interessieren sich insbesondere für Geländewagen und SUVs. Beliebteste Modelle sind die M-Klasse von Mercedes und der X5.
    Quelle: mobile.de

  • Wonach Polen suchen

    Autokäufer aus Polen suchen verstärkt nach VW-Fahrzeugen. Beliebtestes Modell ist der VW Passat TDI.
    Quelle: mobile.de

Siegfried Trede, Leiter Produktlinie Fahrzeugbewertung bei der Deutsche Automobil Treuhand DAT, geht davon aus, dass sich mit der anziehenden Konjunktur auch die Gebrauchtwagenmärkte der Krisenländer erholen. "Das wird zur Folge haben, dass wieder mehr Gebrauchtfahrzeuge von Deutschland in diese Länder abfließen. Da diese Länder aufgrund der sehr wenigen Neuzulassungen in den letzten Jahren auch kaum über Gebrauchtfahrzeuge verfügen."

Wie teuer sind Gebrauchtwagen im Ausland?

  • Frankreich

    Hier muss man genau hinschauen. Manche Modelle der Oberklasse sind in Frankreich günstiger als in Deutschland. In anderen Kategorien wie etwa der Golf-Klasse, liegen die Preise höher.
    Quelle: mobile.de

  • Skandinavien

    In Skandinavien werden Neuwagen hoch besteuert. Deshalb ist der Bedarf an jungen und hochwertigen Gebrauchten dort sehr hoch. Der Blick geht immer immer nach Deutschland.

    Quelle: autoscout24

  • Niederlande und Schweiz

    Hohe Steuern auf Kraftfahrzeuge führen zu einem Preisniveau, das höher liegt als in Deutschland.

  • Österreich

    Neuwagen und junge Gebrauchte sind aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen teurer als in Deutschland. Ältere Gebrauchte sind im Preis dem deutschen Markt angeglichen.

Das, so der DAT-Experte, wird die Preise auf dem deutschen Gebrauchtfahrzeugmarkt "leicht stabilisieren" - sprich erhöhen. In den vergangenen Jahren sind die Gebrauchtwagenpreise Achterbahn gefahren. Nach dem Rekordjahr 2011 ging es steil nach unten. Weil in der Krise die Neuwagenverkaufe einbrachen, kamen in den Jahren danach auch weniger junge Gebrauchte auf den Markt. Für die übriggebliebenen "alten" Gebrauchten mit höherem Kilometerstand, können die Händler nur niedrigere Preise erzielen. Der im Vergleich zu den Vorjahren alte Bestand ließ den Durchschnittspreis für Gebrauchte insgesamt sinken. Maue Zeiten für die Gebrauchtwarenhändler.

Jetzt sollen die Preise dank der vermehrten Nachfrage aus dem Ausland also wieder anziehen. Doch nicht in allen Kategorien.

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