Skoda-Chef Winfried Vahland: "Ein schönes Auto kostet keinen Cent mehr"

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InterviewSkoda-Chef Winfried Vahland: "Ein schönes Auto kostet keinen Cent mehr"

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Der neue Skoda Superb auf dem Genfer Auto Salon 2015

von Rebecca Eisert

Skoda-Chef Winfried Vahland will mit dem neuen Superb das Image ändern, träumt von einer SUV-Familie und erklärt den hohen Marktanteil in Davos.

Beste Importmarke in der Leserwahl eines großen deutschen Automagazins, die wachstumsstärkste Marke Deutschlands und zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte über eine Million Autos verkauft: Skoda-Chef Winfried Vahland kann auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, Vahland hat seit 2010 die Marke entscheidend geprägt. Die tschechische VW-Tochter profitiert von der Baukasten-Technik des Wolfsburger Mutterkonzerns, hebt sich durch geschickte Differenzierungen bewusst ab und bietet eine gute Qualität zu einem fairen Preis. Die aktuellen Modelle gehen über die ursprünglichen Punkte wie den Preis und die Funktionalität hinaus. Autos wie der Octavia verkaufen sich auch deshalb immer besser, weil die Tschechen mit einem frischen und eleganten Design punkten.

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Im Interview mit der WirtschaftsWoche spricht Vahland über das neue Markenflaggschiff Superb, warum Skoda keine Billigmarke ist und die SUV-Pläne der Tschechen.

Herr Vahland, Sie haben den neuen Skoda Superb auf dem Genfer Autosalon mit den Worten vorgestellt, er werde eine neue Ära einleiten. Was für eine Art Ära soll es sein?
Winfried Vahland: Es dreht sich um Design und Emotionalität. Wo es hingehen soll, hat schon unsere Studie Vision C voriges Jahr auf dem Genfer Automobilsalon angedeutet. Von einer Marke Skoda hatte man so was nicht erwartet. Ein viertüriges Coupé - das war provokant. Genauso wie die giftgrüne Farbe und das sportliche Design. Die Studie stand dafür, dass sich die Marke mehr designorientiert entwickelt, emotionaler wird und mehr wagt. All das sehen sie jetzt am Superb. 

Skoda-Chef Winfried Vahland neben dem neuen Superb Quelle: obs

Skoda-Chef Winfried Vahland neben dem neuen Superb

Bild: obs

Wofür stand Skoda denn bisher?
Skoda hat sich in den vergangenen 25 Jahren durch Tugenden einen Namen gemacht wie Funktionalität und Praktikabilität, Raumangebot und große Preiswürdigkeit. Da schneiden wir nach wie vor als Beste in unserem Wettbewerbsumfeld ab. 

Warum reicht es Ihnen nicht mehr, weiterhin mit den alten Tugenden gute Geschäfte zu machen?
Marken und Märkte entwickeln sich weiter. Skoda steht auch für Understatement. Das funktioniert in manchen Kulturräumen wie in der Schweiz, wo wir auf 6,5 Prozent Marktanteil kommen. In Graubünden in Davos, eine der reichsten Gegenden der Welt haben wir sogar einen Marktanteil von knapp 12 Prozent. Dort möchte man den Wohlstand nicht immer demonstrativ zeigen. 

Zur Person - der Skoda-Chef

  • Winfried Vahland

    Winfried Vahland, 57, leitet seit 2010 die tschechische VW-Tochter Skoda. Seine Karriere startete der Wirtschaftsingenieur und Betriebswirt 1984 bei Opel, 1990 wechselte er zur VW-Tochter Audi. Nach Stationen in der VW-Zentrale und in Brasilien wurde er 2005 China-Chef von VW, bevor er zu Skoda ging.

Auch in China?
Nein. In China verkaufen Sie Autos nur über Emotionalität und Internationalität. Und auch in anderen Regionen hängt die Entscheidung für den Kauf eines Autos nicht unbedingt von der Technik allein, sondern zunehmend von der Marke und ihren Emotionen ab. Deshalb haben wir uns entschieden, die Marke Skoda stärker emotional aufzuladen und zu verjüngen. Mit dem Kleinwagen Fabia haben wir am unteren Ende der Modellpalette angefangen, mit dem Superb machen wir das nun auch am oberen Ende. 

Wird Skoda dadurch künftig teurer?
Ein schönes Auto kostet keinen Pfennig mehr. Wir kommen aus einer Historie der Handwerks- und Ingenieurskunst in Tschechien, von dort stammt zum Beispiel böhmisches Kristall. Das finden sie in den Heckleuchten des neuen Superb wieder. Diese Liebe zum Detail, diese Qualität und Präzision erkennen Sie bei kaum einer anderen Marke. Wir können das, und es kostet keinen Cent mehr.

Mit dem Superb greifen Sie doch aber auch VW an, die Kernmarke Ihres Mutterkonzerns?
Nein. Skoda ist keine Premiummarke und wird keine Premiummarke, aber Skoda ist auch keine Billigmarke. Wir sind derzeit die profitabelste Volumenmarke in Europa und haben im vergangenen Jahr erstmals eine Million Autos verkauft. Damit stoßen wir in eine neue Liga vor.

In welchem Wettbewerbsumfeld sehen Sie sich mit der verjüngten und emotionalisierten Marke?
Unsere operativen Wettbewerber in Europa sind Opel, Ford, Renault, Peugeot, Citroën und Fiat. Dazu kommen die zwei strategischen Wettbewerber in Asien Hyundai und Kia.

Wo wollen Sie wachsen und ihren Konkurrenten das Leben schwer machen?
Wir werden zum einen die Basis auf unseren Stammmärkten in Europa weiter ausbauen, unser Ziel ist ein Marktanteil von über fünf Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts gegenüber 4,4 Prozent heute. In einigen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen wir bereits drüber. Zum andern ist China der zweite große Markt für Skoda. Wir sind dort im vergangenen Jahr mit einem Absatz von insgesamt 280.000 Autos doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt. Die nächste große Zielmarke sind 500.000 Autos. Um es gleich vorwegzunehmen: Wir haben nicht vor, in die amerikanischen Märkte einzutreten. Wir haben alle Hände voll zu tun, unser Geschäft in unseren bestehenden Absatzregionen voranzubringen.

Wie schnell wollen Sie Ihr Ziel in China schaffen, bis 2020?
Vielleicht etwas früher, vielleicht etwas später. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass die Richtung stimmt und wir profitabel wachsen.

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