Sparkurs: Daimler stellt deutsche Niederlassungen auf den Prüfstand

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Sparkurs: Daimler stellt deutsche Niederlassungen auf den Prüfstand

Die Branchenzeitung „Automobilwoche“ berichtet, dass einzelne Niederlassungen des Unternehmens verkauft, zusammengelegt oder kleinere Standorte geschlossen werden sollen. Wie umstrukturiert werden könnte.

Der Autobauer Daimler stellt seine deutsche Infrastruktur auf den Prüfstand: Eine Daimler-Sprecherin sagte am Montag, die Niederlassungen würden angesichts sich ändernder Marktbedingungen laufend überprüft. Eigene Standorte seien für Daimler besonders wichtig, um den direkten Kontakt mit Kunden zu haben. Allerdings müssten diese natürlich dem Wettbewerb standhalten.
Nach Informationen der Zeitung machte das deutsche Niederlassungsnetz 2012 bei fast 10 Milliarden Euro Umsatz einen Verlust von 45 Millionen Euro. Der Autobauer hat hierzulande 34 Niederlassungen mit 144 Standorten und 16.000 Mitarbeitern. Die Niederlassungen müsste nach Angaben der Zeitung eine Umsatzrendite von drei Prozent liefern, damit die Pkw-Sparte von Daimler auf das angestrebte Margenziel von zehn Prozent kommen kann.
Dem Bericht zufolge erwägt zudem ein Private-Equity-Fonds, ein Angebot für wesentliche Teile des Netzes vorzulegen.

Seit Monaten stocken etwa die Verkaufsverhandlungen für Betriebe der Niederlassungen Ostwestfalen/Lippe und Weser/Ems, schreibt das Blatt. Finanzinvestoren könnten neue Dynamik entfachen. Auch der US-Autohändler Penske wird demnach als Kaufinteressent gehandelt. „Der Vorstand will die Struktur des deutschen Vertriebs verändern“, sagte ein Arbeitnehmervertreter dem Blatt. Pläne über einem kompletten Verkauf der Niederlassungen gebe es derzeit aber nicht.

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Am Wochenende hatte der Konzernbetriebsratschef von Daimler, Erich Klemm, vor einer stärkeren Auslagerung der Arbeit an Fremdfirmen gewarnt. Jeder Vorstoß des Gesamtbetriebsrates, die Leiharbeit außerhalb der Produktion zu regulieren, sei von der Unternehmensleitung bisher zurückgewiesen worden, schreibt Klemm in einem Brief an die Belegschaft, der der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe) vorliegt.

Internes Schreiben Zetsche versucht bei Daimler den Befreiungsschlag

Seitdem der Aufsichtsrat seinen Vertrag nur um drei statt fünf Jahre verlängerte, gilt Dieter Zetsche als angezählt. In einem Brief an seine Führungskräfte macht er nun deutlich, dass er nicht ans Aufhören denkt.

Daimler-Chef Dieter Zetsche wird auf dem Automobil-Salon in Genf von Journalisten umringt. Ein Brief an die Belegschaft zeigt, er denkt nicht ans Aufhören. Quelle: AP/dpa

"Ergebnis einer solchen Unternehmenspolitik wäre, dass Fremdfirmen unreguliert bei Daimler auf dem Werksgelände - in unseren Fabriken und Büros - agieren und Stammbelegschaft ersetzt wird", zitiert die Zeitung aus dem Brief. Noch mache Daimler vieles selbst, was bei Wettbewerbern von Fremdfirmen erledigt werde. Das Selbermachen ist laut Klemm die "beste Garantie für faire Arbeitsbedingungen."

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Kürzlich hatte der SWR berichtet, dass an den Fließbändern bei Mercedes-Benz Arbeitnehmer beschäftigt würden, die so wenig verdienten, dass sie davon nicht leben könnten und ihren Unterhalt durch Hartz-IV-Aufstockung sichern müssten. Dazu hatte sich ein Reporter von einer Leiharbeitsfirma einstellen lassen, die diesen an die Spedition Preymesser verlieh, wo er nach Darstellung des Senders Hand in Hand mit der Stammbelegschaft von Daimler zusammenarbeitete. Bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft war nach der Sendung eine Strafanzeige wegen des Vorwurfs illegaler Arbeitnehmerüberlassung eingegangen. Daneben hat die Staatsanwaltschaft auch einen Beobachtungsvorgang - eine Vorstufe zu formellen Ermittlungen - aufgenommen.

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