Sportlich unterwegs: Porsche stellt den Macan in L.A. vor

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Sportlich unterwegs: Porsche stellt den Macan in L.A. vor

von Matthias Hohensee

Porsche stellt auf der Autoshow in Los Angeles den Macan vor. Der ab Frühjahr erhältliche, kompakte SUV soll den Cayenne als Bestseller ablösen und Porsche neue Käufer jenseits der puren Sportwagen-Fans bescheren.

Kommerziell ist es die wichtigste Produktvorstellung für Porsche seit Jahren: Am Vorabend der am Mittwoch beginnenden Los Angeles Auto Show hat der Stuttgarter Sportwagenbauer sein neues kompaktes Sport Utility Vehicle – SUV - präsentiert. Es soll – so die Prognose – rasch von den Stückzahlen her zum bestverkauften Modell in der Geschichte des Autoherstellers aufsteigen. Der Macan – indonesisch für Tiger und etwas gewöhnungsbedürftig für deutsche Ohren -  startetet im April. Er tritt in seiner Klasse gegen den BMW X3, Audi Q5 und Mercedes GLK an.

Für Porsche ist es das zweite SUV. Der in Leipzig gefertigte Macan soll den Cayenne verstärken. Den größeren Bruder hatte Porsche zum Schrecken puristischer Fans der Sportwagenmarke vor zehn Jahren eingeführt und damit einen Verkaufsschlager gelandet. Er macht mittlerweile über die Hälfte der Jahresproduktion von Porsche aus. Zu den 151.999 produzierten Fahrzeugen im Geschäftsjahr 2012 steuerte der Cayenne 83.208 Exemplare bei.

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Quelle: AP

Der Cayenne ist der Hauptgrund, dass Porsche mit einer Umsatzrendite von fast 18 Prozent zum profitabelsten Autohersteller der Welt aufgestiegen ist. Zum Vergleich: Audi schafft als zweitplatzierter 11 Prozent, gefolgt von BMW mit 10,9 Prozent. Doch die hohen Investitionskosten für den Macan drücken bereits auf den Gewinn. Porsche-Chef Matthias Müller verspricht eine Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Macan. Müller hofft, von dem neuen Modell im ersten Jahr 50.000 Exemplare zu verkaufen. Soviel Fertigungskapazität hat zumindest das Werk in Leipzig. Das ist auch machbar, denn der Markt für SUV boomt. Nicht mehr nur im wichtigsten Absatzmarkt USA, sondern inzwischen auch in Deutschland, wo mittlerweile 15 Prozent aller Fahrzeuge SUV oder Geländewagen sind.

Müller will die Absatzzahl für Porsche schon ab 2015 auf über 200.000 hochschrauben, was ursprünglich für 2018 geplant war. Im Geschäftsjahr 2012 hatten die Stuttgarter 143.000 Fahrzeuge verkauft. „Die Stückzahlen sind jedoch nicht die Hauptsache“, sagte Müller im Gespräch mit der WirtschaftsWoche bei der Präsentation in Los Angeles. „Wir wollen, dass Porsche-Fans in ihre Garage neben ihren Boxster oder 911er auch noch einen Macan stellen“. Müller hofft zudem, mit dem Macan auch eine jüngere Käuferschicht anzuziehen.

Die Voraussetzungen für einen neuen Bestseller sind gut - obwohl die Preise nicht so günstig sind, wie erwartet. Drei Varianten – alle mit aktivem Allradantrieb -  bietet Porsche an: Den Macan S mit 3.0 Liter V6 Bi-Turbo-Motor mit 340 PS, einen Diesel mit 258 PS und eine Turbo Version mit 3.6 V-6 Bi-Turbo-Motor mit 400 PS. Der Macan S und der Macan Diesel sind ab 57.930 Euro zu haben, der Turbo kostet knapp 80.000 Euro. Der Diesel soll laut Angaben von Porsche nur 6,1 bis 6,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen.

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Noch unklar ist, wie der Macan mit seinen kompakten Abmessungen beim US-Publikum ankommt, dem schon der große Bruder etwas zu knapp bemessen ist.

Wie schon beim Cayenne – wo der VW Touareg Pate stand – haben sich die Stuttgarter auch beim Macan beim Mutterkonzern Volkswagen bedient. Grundlage des neuen kompakten Geländewagens ist der Audi Q5. „Allerdings sind zwei Drittel der Komponenten ganz neu oder auf Porsche angepasst“, sagt Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz. Die Porsche-Variante ist schneller und zugstärker, der Innenraum im typischen Porsche-Design.

Für Kritiker schreitet damit allerdings die „VW-isierung“ der Zuffenhausener voran. Andererseits sind die Geschäfte mit dem Cayenne so einträglich, dass Porsche die Entwicklung seiner Sportwagen finanzieren kann. Für solche Kritik hat Müller kein Verständnis. „Es gibt einen ungeheuren Bedarf an Markt für einen kompakten SUV“, so Müller. „Wenn man den Macan sieht und fährt, ist es doch ganz eindeutig, dass das ein echter Porsche ist.“

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