Sportwagenbauer: Porsche entkommt knapp den roten Zahlen

Sportwagenbauer: Porsche entkommt knapp den roten Zahlen

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Martin Winterkorn (links), der Vorstandsvorsitzende der Porsche Automobil Holding SE und Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Die Porsche Automobil Holding SE hat im Geschäftsjahr 2011 von der positiven Entwicklung ihrer beiden Beteiligungen profitiert.

Ein kleines Plus für den großen Sportwagenhersteller. Porsche fährt 2011 Gewinn ein - freuen können sich die Zuffenhausener jedoch nicht richtig darüber.

Der ausgebremste Zusammenschluss mit VW verhagelt dem Porsche-Konzern die Bilanz. Trotz blendend laufender Geschäfte ihrer Beteiligungen schrammte die Muttergesellschaft Porsche SE vergangenes Jahr gerade noch einmal an roten Zahlen vorbei. Unter dem Strich verbuchte die Holding nur 59 Millionen Euro Gewinn.. Nach neun Monaten hatte das Ergebnis nach Steuern noch bei minus 462 Millionen Euro gelegen. Dabei hatten die Werte unter ihrem Dach - die Anteile an VW und der Porsche AG - 4,66 Milliarden Euro in die Kasse der Schwaben gespült.

Die Porsche Bilanz 2011

  • Ergebnis

    Konzernergebnis 2011 nach Steuern: 59 Millionen Euro

  • Dividenden

    Dividendenvorschlag an Hauptversammlung: 76 Cent je Aktie für Vorzugsaktionäre, 75,4 Cent je Aktie für Stammaktionäre

  • VW-Beteiligung

    Die Porsche SE hält 50,7 Prozent der Stammaktien an VW und 50,1 Prozent über eine Zwischenholding an der Porsche AG.

  • Ergebnis der Beteiligungen

    395 Millionen Euro aus der Porsche Zwischenholding und 4,27 Milliarden Euro aus dem Volkswagenkonzern

Auslöser sind Bilanzvorschriften, die die verzögerten Ehe mit Volkswagen für die Porsche-Holding buchhalterisch negativ einpreisen. Das heißt aber nicht, dass bei der SE tatsächlich viel Geld verbrannt wird. Hintergrund ist das Scheitern der ursprünglich geplanten Fusion mit VW im vergangenen Jahr.

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Klagewelle verhagelt die Fusion

Die Verschmelzung war lange das Ziel gewesen, nachdem die Porsche SE 2009 spektakulär damit gescheitert war, den Autoriesen aus Wolfsburg zu übernehmen. Bei den damaligen Kursturbulenzen verloren Investoren viel Geld. In der Folge hagelte es Anlegerklagen. Wegen der damit verbundenen finanziellen Risiken wurde die Fusion abgeblasen.

VW/Porsche Schlechte Aussichten für die Fusion

Den Autobauern Volkswagen und Porsche droht ein Rennen gegen die Zeit – und gegen drohende Milliardenzahlungen.

Martin Winterkorn Quelle: dpa

Beide Unternehmen suchen derzeit nach Alternativen, wie sie möglichst schnell zusammenfinden können. Für die Porsche SE ist dieser Zustand belastend. Als Konsequenz aus dem Übernahmedebakel halten die Schwaben zwar hauchdünn die Mehrheit der VW-Stammaktien, waren aber nach ihren Finanzgeschäften für den riskanten Griff nach der Macht damals derart angeschlagen, dass sie den Wolfsburger Konzern als Retter akzeptieren mussten.

Um die 11,4 Milliarden Euro Schulden der SE abzutragen, holte sich VW Ende 2009 für 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte der Porsche AG, in der das Sportwagengeschäft des Stuttgarter Konzerns läuft. Für die zweite Hälfte regelten die beiden Seiten Kauf- und Verkaufsoptionen. Diese Optionen müssen nun jeweils zu Stichtagen nach einheitlichen Bilanzierungsregeln bewertet werden. Für die VW-Bücher ist es dabei positiv, dass sie die hochprofitable Porsche AG ganz unter ihr Dach holen könnten. Für die Mutter SE ist der drohende Verlust negativ.

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Für 2012 geht die Porsche-Holding von einer weiteren positiven Entwicklung bei Porsche und VW aus. Auch im laufenden Jahr werde sich ein Sondereffekt ergeben. Dennoch geht das Unternehmen unter dem Strich von einem positiven Ergebnis nach Steuern aus.

dpa

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