Stadler in Peking: Die Chinesen liegen Audi zu Füßen

ThemaAudi

Stadler in Peking: Die Chinesen liegen Audi zu Füßen

Bild vergrößern

Audi-Chef Rupert Stadler eröffnete heute ein Forschungszentrum in Peking.

von Rebecca Eisert

Schon jeder dritte Wagen der Ingolstädter geht ins Reich der Mitte. Bei Umfragen in China lässt Audi die Konkurrenten BMW und Daimler weit hinter sich. Was macht Audi besser?

Die Leser der chinesischen Ausgabe von auto motor sport sind sich einig. Audi ist die beliebteste Marke im Reich der Mitte. Bei der Umfrage Best Cars 2013 schnitten die Ingolstädter gleich in zehn Kategorien am besten ab - das schaffte kein anderer Hersteller. Ein Audi A8 L, ein A6 L oder auch der SUV Q 5 - das sind die Autos, nach der sich die Chinesen sehnen. Bei den Funktionären steht der A 8 ganz oben auf der Wunschliste. Die Tochtermarke des Volkswagenkonzerns hat sich seit den 90er Jahren überaus geschickt in China positioniert. Volkswagen produziert in großen Mengen vor Ort - ein Branchenkenner sagt, "die Kapazitäten waren 2012 in China ausgereizt, sonst hätten Audi, BMW und auch Mercedes noch mehr Autos in China abgesetzt."

In die Karten spielte den deutschen Premiumautobauern der Inselstreit mit Japan. Weil sich China und Japan nicht einig werden können, wer ein Anrecht auf die unbewohnte, aber wohl rohstoffreiche Inselgruppe 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa hat, riefen die Chinesen ab September zum Boykott gegen die japanischen Autohersteller auf - zur Freude von Audi und BMW. Auch Mercedes profitierte von der plötzlichen Ablehnung japanischer Automarken, doch längst nicht im selben Umfang.

Anzeige

Audi verkaufte in China 406.000 Fahrzeuge in China - und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr - , BMW 326.000 und Mercedes inklusive der Marke Smart nur 196.000. Der Stuttgarter Autobauer leidet unter dem Image, Autos für die Gattinnen der CEOs zu bauen, nicht aber für die Entscheider selbst. Nach Informationen von WirtschaftsWoche Online hat Daimler eine große deutsche Werbeagentur damit beauftragt, eine Kampagne für China zu entwerfen, die Mercedes zu einem männlicheren Image verhelfen soll.

Audi gilt auch auf politischer Ebene als extrem gut verdrahtet. So sollen die Ingolstädter bei einem Gesetz das regelt, wie groß der Hubraum der Staatskarossen sein darf, auf die Grenze von 2,4 Litern gedrängt haben, so dass die beliebten Buick-Modelle von Konkurrent General Motors mit einem Hubraum von 2,5 Litern nicht mehr zum Zuge kamen. Im Punkt Produktion und Distribution ist die Volkswagen-Tochter den Schwaben um Jahre voraus. Während Audi schon günstig im Land produzieren konnte, musste Daimler noch hohe Importzölle auf Komponenten und Autos in Kauf nehmen. "Mercedes hat aufgeholt", sagt ein Berater WirtschaftsWoche Online, der in China mit den großen deutschen Autobauern zusammenarbeitet, "aber überholen können sie meiner Meinung nach nicht mehr." Mit einigen Entwicklungen wie etwa der in China so beliebten Langversion - die chinesischen Firmenbosse lassen sich gerne chauffieren und wollen möglichst viel Abstand zum Fahrer - sei Daimler einfach zu spät auf den Markt gekommen.

weitere Artikel

Und so fährt Audi weiter munter voraus - auch beim aktuellen Zufriedenheits-Index von J. D. Power für China. Während die Ingolstädter in allen Kategorien vom Kaufprozess bis zu Auslieferung die volle Punktzahl erreichen, dümpeln Mercedes und BMW im Mittelfeld. So wie bisher soll es für Audi auch 2013 weitergehen. Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter rechnet mit einem Wachstum von sechs bis acht Prozent für den gesamten Automarkt.

Das Luxus-Segment werde noch stärker wachsen, sagte er in Peking. China ist Audis größter Absatzmarkt und wichtiger Pfeiler seiner Strategie, bis 2020 der größte Luxushersteller der Welt zu werden. Mit dem Bau der zweiten Fabrik zusammen mit dem chinesischen Partner First Automotive Works (FAW) in Foshan kann Audi seine Kapazitäten sogar bis auf 700.000 ausweiten.
Audi-Chef Stadler eröffnete am Freitag in der chinesischen Hauptstadt das erste komplette Forschungs- und Entwicklungszentrums der Ingolstädter außerhalb Deutschlands. Die Ingenieure und Designer der VW-Tochter sollen in dem Asien-Zentrum die Audi-Produkte stärker auf Wünsche asiatischer Kunden zuschneidern. Auch sollen neue Technologien wie etwa für Elektromobilität oder Getriebe entwickelt werden. „Das neue Entwicklungszentrum in Asien ist ein wichtiger Meilenstein in der Internationalisierung unserer Innovationsfähigkeit“, sagte Stadler. Wertvolle Ideen aus Asien sollten auch in der frühen Entwicklungsphase für Produkte einfließen.

Mit Material von dpa

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%