Stadt der Zukunft: "Das Auto muss neu erfunden werden"

ThemaMobilität

InterviewStadt der Zukunft: "Das Auto muss neu erfunden werden"

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Die zwei amerikanischen Architekten Eric Höweler (40) und Meejin Yoon (40) gewannen 2012 den „Audi Urban Future Award“

von Angela Hennersdorf

Die amerikanischen Architekten Höweler und Yoon über das Auto der Zukunft, kollektiven Konsum und Taxis in New York City.

WirtschaftsWoche: Herr Höweler: In Städten wie New York City besitzen viele Menschen kaum noch ein eigenes Auto. Ist das Auto in der Stadt ein Auslaufmodell?

Höweler: New York ist speziell. Man hebt die Hand und schon kommt ein yellow cab angefahren. Das ist ein ziemlich perfekter Zugang zum Auto  – schnell, unkompliziert und preiswert.

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Statt im eigenen Auto sitzt man hier im Taxi im Stau. Ein schlaues Verkehrskonzept ist das nicht.  

Yoon: Städte müssen intelligente Lösungen finden, wie sie die verschiedenen Verkehrsmittel Zug, U-Bahn, Fahrrad und Auto verbinden. In unserem Projekt, das wir für die Stadt Boston entwickeln, wollen wir deshalb kurzfristig auch nichts schickes Neues bauen, sondern die letzte Meile in die Stadt mit den bestehenden Verkehrsmitteln besser verknüpfen.

Zum Projekt

  • Audi ist auf der Suche nach der Mobilität von morgen

    Der Autohersteller Audi startete 2010 einen ungewöhnlichen Wettbewerb: Mit dem „Audi Urban Future Award“ ruft das Unternehmen Architekten auf, neue Formen von Mobilität zu entwickeln, Infrastrukturen neu zu gestalten – kurz um: Visionen von der Stadt der Zukunft aufzeigen, und welchen Beitrag ein Autohersteller wie Audi dabei leisten kann. Den zweiten ausgeschriebenen Wettbewerb 2012 haben die zwei amerikanischen Architekten Eric Höweler (40) und Meejin Yoon (40) http://www.hyarchitecture.com/principals für ihr Städtekonzept für die Region Boston/Washington D.C. gewonnen. Der Architekturpreis ist mit 100.000 Euro dotiert. Die Idee von Höweler und Yoon ist es, den individuellen und öffentlichen Verkehr durch eine neue Mobilitätsplattform zu verschmelzen.

Wie soll das konkret aussehen?

Höweler: In Bosten fahren viele Menschen nicht mit ihrem Auto in die City, weil sie dort ständig im Stau stehen, Parkmöglichkeiten gibt es auch wenige. Die Leute parken an zentralen Punkten außerhalb der Innenstadt und steigen dann um, auf den Bus oder die Straßenbahn. Hier haben wir  fehlende Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln entdeckt. Nun geht es uns darum, die erste Meile – also von der Wohnung zum Zug oder Bus sowie die letzte Meile, vom Auto, Zug oder Bus – in die Stadt intelligent zu überbrücken.

Und wie?  

Höweler: Umsteigen und teilen, heißt unser Konzept. Umsteigen wird immer wichtiger, denn ein Verkehrsmittel bringt uns immer seltener dorthin, wo wir hin wollen. Wir werden zunehmend wechseln vom Auto, vom Zug aufs Fahrrad oder in den Bus. Allerdings muss das Umsteigen auf ein anderes Verkehrsmittel, vielfältiger, einfacher und effizienter werden. Wer mit dem Zug oder dem eigenen Auto von zu Hause los fährt, wechselt an einem bestimmten Punkt zur Überbrückung der letzten Meile auf ein elektrisches Fahrrad oder ein elektrisches Auto – beides wird aber mit mehreren Nutzern geteilt.

Das eigene Auto soll also aus der Stadt völlig verbannt werden?

Yoon: Viele Stadtplaner schließen das Auto kategorisch aus dem Stadtverkehr aus. In der Londoner City ist das ja bereits so. Wer dort nicht wohnt, darf nur noch gegen eine hohe Gebühr mit dem eigenen Auto in die City fahren. Wir schlagen vor, das Auto in ein größeres Netzwerk zu integrieren, denn nicht überall hin kann man laufen oder mit dem Bus fahren.

Höweler: Das eigene Auto wird nicht völlig verschwinden aus dem Stadtverkehr – es wird nur anders genutzt.

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