Standort Bochum: IG Metall findet sich mit Aus für Opel-Werk ab

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Standort Bochum: IG Metall findet sich mit Aus für Opel-Werk ab

Opel geht es noch schlechter als bisher angenommen. Das sieht auch die IG Metall ein und akzeptiert die Schließung des Werks in Bochum. Für die Mitarbeiter kämpft sie jetzt um einen schmerzlosen Übergang.

Die IG Metall hat sich mit dem Aus der Opel-Fahrzeugproduktion in Bochum abgefunden und will den Beschäftigten einen möglichst schmerzlosen Übergang ermöglichen. Ziel sei zwar weiter, auch die Fahrzeugfertigung in der Ruhrgebietsstadt aufrecht zu erhalten, sagte Hessens IG-Metall-Chef Armin Schild in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

So stand es 2014 um Opel

  • Der Verhandlungsplan

    Im Detail wird über neue Modelle, Motoren und Märkte, die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in Opel-Werken sowie über Einsparungen gesprochen. Doch generell geht es um die Frage, wie der kriselnde Hersteller mehr Autos verkaufen, Beschäftigung sichern und wieder Geld verdienen kann Das Management will Produktionskosten senken, aber auch am Personal sparen. Im September 2014 wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 (und damit zwei Jahre länger als bisher festgelegt) ausgeschlossen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus. (Quelle: dpa)

  • Werkschließungen oder Massenentlassungen?

    Das Management hatte angeboten, das Werk Bochum nicht, wie ursprünglich angestrebt, Anfang 2015, sondern erst mit dem Auslaufen der Zafira-Produktion zwei Jahre später zu schließen. Damit gewinnt der Standort Zeit. Die Hoffnung auf eine bessere Marktentwicklung bleibt erhalten. Schäfer-Klug zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit der dpa zuversichtlich: „Ich sehe nicht, dass Opel plant, sich komplett aus Bochum zurückziehen. Aber wie die konkrete Zukunft der Standorte in Deutschland und insbesondere in Bochum aussieht, werden wir gemeinsam in den Verhandlungen klären.“

  • Die Überkapazitäten

    Bei den Verhandlungen geht es auch um freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. So soll nach und nach sozialverträglich Beschäftigung abgebaut werden. Aktuell hat Opel nach Betriebsratsangaben noch etwa 38.000 Beschäftigte - nach der jüngsten Sanierung Ende 2010 waren es noch 40.000.

  • Sanierungsbeiträge der Beschäftigten?

    Zunächst verzichten die Mitarbeiter erneut auf Lohn. Von November an wird die jüngste Metall-Tariferhöhung von 4,3 Prozent erneut gestundet. Falls es eine Einigung über die Zukunft der deutschen Opel-Werke gebe, könnten die erneut gestundeten Millionen auch „in einer Gesamtkonzeption aufgehen“, sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Wie das aussehen könnte, ist unklar. Kommt keine Einigung zustande, zahlt Opel das gestundete Geld nachträglich aus.

  • Wann sollen die Gespräche abgeschlossen werden?

    Offiziell scheuen alle Beteiligten davor zurück, einen Termin zu nennen. Schließlich waren die ehrgeizigen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter zuletzt enttäuscht worden. Dem Vernehmen nach soll aber in einigen Wochen ein Ergebnis stehen.

  • Die Allianz mit PSA

    Glaubt man dem Unternehmen, wird die Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën keine Jobs bei Opel kosten. Selbst wenn die Partner eines Tages Autos nicht nur gemeinsam entwickeln sondern auch bauen sollten, dürfe das nicht auf Kosten des anderen gehen, betont GM-Vize und GM-Europachef Steve Girsky: Keine Seite werde ihre Probleme zulasten der anderen lösen. Bei Opel könnten zudem schon 2016 Chevrolets vom Band laufen, um die Überkapazitäten zu senken.

  • Fallen durch die Allianz Stellen weg?

    Zwar wollen GM und PSA zunächst vier Fahrzeugplattformen gemeinsam entwickeln. Weder Betriebsrat noch Unternehmen sehen aber Jobs im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefährdet. Vielmehr könnten die freigesetzten Kapazitäten genutzt werden, um wie versprochen die Entwicklung neuer Modelle voranzubringen.

  • Wie ernst ist die Lage bei Opel?

    Opel schreibt seit Jahren Verluste. Jetzt leidet der Hersteller zudem unter der aktuellen Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal schrieb GM in seinem Europageschäft einen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Das Ergebnis des dritten Quartals legt GM an diesem Mittwoch (31. Oktober) vor.

Gleichzeitig müsse sich die Gewerkschaft aber darüber im Klaren sein, dass die amerikanische Opel-Mutter GM andere Pläne habe. "Wir müssen mit den Realitäten umgehen, die der Vorstand schafft", räumte Schild ein, der auch im Opel-Aufsichtsrat sitzt.

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Vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen

"Insofern bleibt nur übrig, dem Unternehmen unsere Mindestforderungen für die Sicherung aller Standorte, auch des Standorts Bochum zu nennen, dann eben ohne Fahrzeugproduktion", sagte Schild. Die Gewerkschaft will erreichen, dass in Bochum Industriearbeitsplätze erhalten bleiben und die GM-Tochter sich dazu vertraglich verpflichtet. In dem Zusammenhang soll Opel den Beschluss zur Schließung der Getriebefertigung dort rückgängig machen. Zudem verlangt die IG Metall, dass in Bochum eine Komponentenfertigung entsteht, die auch für andere Autobauer Teile herstellt. Dadurch soll eine vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen entstehen beziehungsweise erhalten werden.

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