Standort gesucht: Toyota will nach Mexiko

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Standort gesucht: Toyota will nach Mexiko

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Die wichtigsten ausländischen Autofabriken in Mexiko (zum Vergrößern bitte anklicken)

Brasilien war der Boom-Markt schlechthin für die Autoindustrie in Amerika. Doch jetzt hat die Branche einen neuen Liebling: Mexiko. Das ist nun auch Nachzügler Toyota klar geworden.

BMW tut es, Kia auch, Daimler zusammen mit Nissan und Volkswagen hat es schon vor 50 Jahren gemacht: Eine Fabrik in Mexiko bauen. Alle großen Autokonzerne der Welt zieht es in das nordamerikanische Land. Mit den ausländischen Investitionen wird Mexiko laut einer Prognose von IHS Automotive in diesem Jahr das einstige Auto-Boom-Land der Neuen Welt, Brasilien, in der Produktion überholen. Brasilien hat durch höhe Steuern und Zölle einen Teil seines Reizes verloren.

Von diesem Trend angelockt, will offenbar auch der japanische Toyota-Konzern ein Werk in Mexiko eröffnen und so als einer der letzten großen Hersteller nachziehen. Wie zwei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ sagten, werde derzeit mit den mexikanischen Behörden nach einem geeigneten Standort für die Toyota-Fabrik gesucht. Dabei seien mehrere Staaten im Gespräch. Über die Größe und den möglichen Baubeginn sei aber noch nicht entschieden, sagten die Insider.

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Länderprofil Mexiko

  • Löhne

    14,6 Dollar (2011, absolutes Bruttoinlandsprodukt geteilt durch BIP pro Person)

  • Bevölkerung

    112 Millionen

  • Entfernung

    9710 Kilometer von Berlin

  • Wachstum

    3,9 (BIP in Prozent)

  • Importe

    306 Milliarden Dollar (2011)

  • Ausländische Direktinvestitionen

    328 Milliarden Dollar (2011)

  • Länderrisiko

    3 (gemäß OECD-Klassifizierung: geringstes Risiko = 0 Punkte, höchstes Risiko = 7 Punkte)

  • Wertung Absatz

    54 Prozent

„Nahezu jeder große Hersteller, der auf dem nordamerikanischen Markt aktiv ist, sucht nach Expansionsmöglichkeiten und Mexiko ist sicher ein Kandidat, um zusätzliches Volumen zu erzeugen“, sagt Michael Robinet von IHS Automotive. Neben der Nähe zum wichtigen US-Markt locken günstige Arbeitskosten: Mit 6,50 Dollar pro Stunde sind die mexikanischen Arbeiter nur noch 50 Cent teurer als ihre chinesischen Kollegen – wo die Lohnkosten in den vergangenen Jahren stark angezogen haben. Zudem erleichtern Freihandelsabkommen mit 43 Ländern den Export aus Mexiko.

Nissan und VW sind in Mexiko vorne

Es wäre nicht die erste Toyota-Fabrik in Mexiko, aber die erste große. Seit 2004 produziert ein kleines Werk in Tijuana in unmittelbarer Nähe zur US-Grenze rund 50.000 Pickups pro Jahr. In der Fabrik werden die Fahrzeuge allerdings nur montiert, die Bauteile werden in anderen Fabriken gefertigt. Auch beim Volumen liegt das Pickup-Werk weit hinter den anderen mexikanischen Auto-Fabriken.

In dem VW-Werk in Puebla entstehen jährlich mehr als 600.000 Fahrzeuge. Internationale Berühmtheit erlangte die Fabrik, als dort im Jahr 2004 der letzte VW Käfer vom Band lief. In einer ähnlichen Größenordnung wie bei Volkswagen liegt die mexikanische Jahresproduktion von Nissan, GM folgt knapp dahinter.

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Die neu angekündigten Projekte der deutschen Hersteller fallen etwas kleiner aus. Audi will ab 2016 rund 150.000 Fahrzeuge pro Jahr für den Weltmarkt bauen, vor allem vom Typ Q5. Laut den Plänen von BMW sollen ab 2019 150.000 Autos in Mexiko vom Band laufen, dieses Volumen gilt in der Branche als Mindestgröße für eine rentable Fabrik. Das Joint-Venture von Daimler und Nissan, die zusammen Kompaktwagen der Marken Mercedes-Benz und Infiniti fertigen wollen, soll 300.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren.

Die Hersteller, die jetzt den Mexiko-Pionieren Ford, GM und VW folgen, profitieren von der Vorarbeit der Konkurrenten. Der Aufbau von Infrastruktur wie von Lieferanten-Netzwerk und die Qualifizierung von Arbeitskräften sind in Mexiko in vollem Gange. Mehr als 80 Prozent der Angestellten in der mexikanischen Autobranche arbeiten für Zulieferer, nur knapp jeder Fünfte für einen Autobauer.

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