Streit um Abgas-Werte: Umwelthilfe fordert Zulassungsentzug für Opel-Modell

Streit um Abgas-Werte: Umwelthilfe fordert Zulassungsentzug für Opel-Modell

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Fahrzeuge vom Typ Zafira werden in einem Opel Werk verladen.

Die Deutsche Umwelthilfe hat beim Kraftfahrtbundesamt einen Antrag gestellt, wonach Opel für seinen Zafira 1.6 cDi die Typzulassung entzogen werden soll. Der Grund: Der Wagen stoße erhöhte Stickoxid-Werte aus.

Im Streit um korrekte Abgas-Werte eines Opel-Modells legt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nach. Der eingetragene Verein hat nach eigenen Angaben beim Kraftfahrtbundesamt beantragt, die Typzulassung für den Opel Zafira 1.6 cDi zu widerrufen. Hilfsweise solle die Behörde einen amtlichen Rückruf anordnen, statt sich auf freiwillige Service-Aktionen des Herstellers zu verlassen, fordert die DUH.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

  • Die Vorgaben in Deutschland

    Neue Modelle werden in Deutschland und der EU nach dem Modifizierten Neuen Fahrzyklus (MNEFZ) getestet. Die Tests laufen unter Laborbedingungen, das heißt auf einem Prüfstand mit Rollen. Dies soll die Ergebnisse vergleichbar machen. Der Test dauert etwa 20 Minuten und simuliert verschiedene Fahrsituationen wie Kaltstart, Beschleunigung oder Autobahn-Geschwindigkeiten.

  • Wer testet?

    Getestet wird von Organisationen wie dem TÜV oder der DEKRA unter Beteiligung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Dieses untersteht wiederum dem Verkehrsministerium.

  • Kritik an Prüfung

    Die Prüfungen der neuen Modelle werden von ADAC und Umweltverbänden seit längerem als unrealistisch kritisiert. So kann etwa die Batterie beim Test entladen werden und muss nicht - mit entsprechendem Sprit-Verbrauch - wieder auf alten Stand gebracht werden. Der Reifendruck kann erhöht und die Spureinstellungen der Räder verändert werden. Vermutet wird, dass etwa der Spritverbrauch im Alltag so häufig um rund ein Fünftel höher ist als im Test.

  • Weitere Prüfungen

    Neben den Tests für neue Modelle gibt es laut ADAC zwei weitere Prüfvorgänge, die allerdings weitgehend in der Hand der Unternehmen selbst sind. So werde nach einigen Jahren der Test bei den Modellen wiederholt, um zu sehen, ob die Fahrzeuge noch so montiert werden, dass sie den bisherigen Angaben entsprechen, sagte ADAC-Experte Axel Knöfel. Zudem machten die Unternehmen auch Prüfungen von Gebrauchtwagen, sogenannte In-Use-Compliance. Die Tests liefen wieder unter den genannten Laborbedingungen. Die Ergebnisse würdem dann dem KBA mitgeteilt. Zur Kontrolle hatte dies der ADAC bei Autos bis 2012 auch selbst noch im Auftrag des Umweltbundesamtes gemacht, bis das Projekt eingestellt wurde. In Europa würden lediglich in Schweden von staatlicher Seite noch Gebrauchtwagen geprüft, sagte Knöfel.

  • Geplante neue Prüfmethode

    Die EU hat auf die Kritik am bisherigen Verfahren reagiert und will ab 2017 ein neues, realistischeres Prüfszenario etablieren. Damit sollen auch wirklicher Verbrauch und Schadstoffausstoß gemessen werden ("Real Driving Emissions" - RDE). Strittig ist, inwiefern dafür die bisherigen Abgas-Höchstwerte angehoben werden, die sich noch auf den Rollen-Prüfstand beziehen.

Die DUH behauptet auf der Grundlage eigener und fremder Tests, dass der Wagen deutlich höhere Stickoxid-Werte ausstoße als angegeben. Opel hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Behauptungen der DUH seien nachweislich falsch, unseriös und wissenschaftlich nicht haltbar, erklärte ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim. Die von Opel genannten Messwerte seien korrekt und die Neufahrzeuge würden regelmäßig überprüft.

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Der Opel-Sprecher äußerte sich nicht näher zu französischen Medienberichten, nach denen bei dortigen Tests auch Opel-Modelle überhöhte Messwerte gezeigt hätten. Opel lägen keine Äußerungen der zuständigen Ministerin Ségolène Royal vor. Sollte es Fragen geben, werde das Unternehmen im vollen Umfang mit den französischen Behörden kooperieren.

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