Studie: Mittelständische Autozulieferer stehen vor dem Aus

Studie: Mittelständische Autozulieferer stehen vor dem Aus

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Vorderradachsen sind im Werk eines Zulieferers zu sehen.

Mittelständische Automobilzulieferer sind vielfach von den Megatrends der Branche überfordert. Willi Diez vom Institut für Automobilforschung rechnet damit, dass jedes dritte Unternehmen vom Markt verschwindet.

Den mittelständischen Automobilzulieferern steht eine massive Marktbereinigung bevor. Bis zu 30 Prozent der Betriebe in Deutschland werden die Herausforderungen der nächsten fünf bis acht Jahre nicht meistern - davon gehen der Kölner Turnaround-Berater Struktur Management Partner (SMP) und Willi Diez, Direktor und Lehrstuhlinhaber am Institut für Automobilwirtschaft (IfA) der Hochschule Nürtingen-Geislingen aus.

Für die frisch veröffentlichte Studie der Experten wurden Automobilzulieferer mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro erfasst. Diese bilden mit über 80 Prozent aller kleinen und mittelständischen Zulieferer-Unternehmen das Rückgrat der deutschen Automobilwirtschaft. Mehr als 300.000 Mitarbeiter arbeiten in den meist mittelständisch geprägten Betrieben.

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„In den nächsten fünf bis acht Jahren wird sich die Spreu vom Weizen trennen, was einer Marktbereinigung von 20 bis 30 Prozent entspricht“, prognostiziert Diez. Dabei werden Firmenübernahmen eine wichtige Rolle spielen.

Die weltweit größten Autozulieferer

  • Platz 10

    Faurecia (Frankreich)

    Umsatz 2016: 18,711 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 18,770 Milliarden Euro
    Veränderung: -0,3 Prozent
    Hauptprodukte: Sitze und Innenausstattung

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

  • Platz 9

    Michelin (Frankreich)

    Umsatz 2016: 20,907 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 21,199 Milliarden Euro
    Veränderung: -1,4 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 8

    Bridgestone-Firestone (Japan)

    Umsatz 2016: 22,485 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 24,094 Milliarden Euro
    Veränderung: -6,7 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 7

    Aisin (Japan)

    Umsatz 2016: 27,977 Milliarden Euro

    Umsatz 2015: 24,133 Milliarden Euro
    Veränderung: +15,9 Prozent
    Hauptprodukte: Getriebe, Bremssysteme, Karosserie- und Motorenteile

  • Platz 6

    Hyundai Mobis (Südkorea)

    Umsatz 2016: 30,227 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 28,096 Milliarden Euro
    Veränderung: +7,6 Prozent
    Hauptprodukte: Cockpit-, Frontend- und Chassismodule

  • Platz 5

    ZF Friedrichshafen (Deutschland)

    Umsatz 2016: 32,353 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 27,113 Milliarden Euro
    Veränderung: +19,3 Prozent
    Hauptprodukte: Fahrwerks- und Antriebssysteme, Elektronik/Software

  • Platz 4

    Magna (Kanada)

    Umsatz 2016: 34,587 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 29,408 Milliarden Euro
    Veränderung: +17,6 Prozent
    Hauptprodukte: Karosserie & Fahrwerksysteme, Exterieur-Ausstattungen

  • Platz 3

    Denso (Japan)

    Umsatz 2016: 36,301 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 34,299 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,8 Prozent
    Hauptprodukte: Klimasysteme, Motorsteuerung, Human-Machine-Interface

  • Platz 2

    Continental (Deutschland)

    Umsatz 2016: 40,550 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 39,232 Milliarden Euro
    Veränderung: +3,4 Prozent
    Hauptprodukte: Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme, Reifen

  • Platz 1

    Bosch (Deutschland)

    Umsatz 2016: 43.936 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 41,657 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,5 Prozent
    Hauptprodukte: Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsysteme

Egal, ob es sich um die Megathemen Vernetzung, Digitalisierung und Globalisierung handelt oder um mögliche Kompetenzerweiterungs- oder Diversifizierungsstrategien – mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich nicht in der Lage oder sind zurückhaltend, wenn es darum geht, aktiv umzusteuern. „Besorgniserregend ist, dass viele KMU-Zulieferer zwar erkannt haben, dass sie ihr traditionelles Geschäftsmodel in vielen Bereichen verändern müssen, jedoch noch keine entsprechenden Maßnahmen eingeleitet haben“, warnt Marc-Rene Faerber, Managing Partner bei SMP.

Während Branchengiganten wie Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen auf die Veränderungen längst reagiert haben und sich strategisch wie operativ neu ausrichten, drohen die kleineren Betriebe nach und nach aus der automobilen Wertschöpfungskette herausgedrängt zu werden oder als verlängerte Werkbank der großen Player zu verkümmern.

Details zur Studie

  • Methodik

    Für die Studie wurden 40 Experteninterviews sowie ein standardisiertes Onlineverfahren zur Strategiebildung bei kleinen und mittelständischen Automobilzulieferern im Zeitraum von Juni bis September 2015 durchgeführt.

  • Fazit

    Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass aufgrund der disruptiven Veränderungen der Branche bloße Optimierungs-Strategien im Hinblick auf Produkte und Prozesse zumindest für kleine und mittelständische Zulieferer im Hochrisiko-Bereich keine wirkliche strategische Option, sondern eine Illusion sind. Als Fazit formulieren die Autoren daher drei strategische Optionen für einen erfolgreichen Veränderungsprozess. Mehr Infos unter www.struktur-management-partner.com/de/

Friedmann Faerber, Leiter des Branchen Center Automotive von SMP sieht große Herausforderungen auf die mittelständischen Betriebe zukommen: „KMU-Zulieferer im Hochrisiko-Bereich müssen die Technologieübertragung in andere Anwendungen, Branchen und Märkte prüfen und gleichzeitig Know-how in neuen Technologiebereichen aufbauen. Gleichzeitig müssen sie aber in ihren Produktions- und Logistikprozessen eine digitale Transformation einleiten.“

Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass aufgrund der disruptiven Veränderungen der Branche bloße Optimierungs-Strategien im Hinblick auf Produkte und Prozesse zumindest für kleine und mittelständische Zulieferer im Hochrisiko-Bereich keine strategische Option, sondern eine Illusion sind.

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