VW-Tochter Seat: Mit neuen SUVs in die Erfolgsspur

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SUV-Offensive: So will Seat zurück in die Erfolgsspur

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Seat positioniert sich auf dem SUV-Markt.

von Stefan Grundhoff

Lange Jahre war Seat die ungeliebte Marke im VW-Reich. Nur knapp ist Seat dem Opel-Schicksal entgangen, doch jetzt scheint der Neustart gelungen – mit Hilfe aus Wolfsburg.

Das Jahr 2016 war für Seat der Wendepunkte. Leon und Alhambra verkauften sich schon zu Jahresbeginn besser denn je, der in die Jahre gekommene Ibiza als Kernmodell nach wie vor zufriedenstellend. Und dann konnten die Spanier mit dem Ateca erstmals einen SUV vorstellen.

Nach Jahren des Darbens machten die lange gescholtenen Nordspanier einen operativen Gewinn von 143 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse erreichten einen Rekordwert von 8,6 Milliarden Euro, eine Steigerung von 3,2  Prozent. Dabei geben die Spanier in diesem Jahr 862 Millionen Euro für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung aus – fast die Hälfte mehr als zuletzt.

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Der Start ins Jahr 2017 war ebenso erfolgreich wie 2016. Seat glänzte mit den höchsten Absatzzahlen seit 2001. Weltweit stieg die Zahl der Fahrzeugauslieferungen im Vergleich zum selben Zeitraum 2016 um 14 Prozent auf 117.300 Fahrzeuge (2016: 102.900). Alleine im März lieferte Seat 53.200 Fahrzeuge aus – 14,4 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge in einem einzelnen Monat erreichte im März den höchsten Stand seit März 2000, also seit 17 Jahren.

Was die VW-Marken 2016 verdient haben

  • Volkswagen Pkw

    Umsatz: 105,7 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 1,9 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 1,8 Prozent

    Quelle: Geschäftsbericht

  • Audi

    Umsatz: 59,3 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 4,8 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 8,2 Prozent

    inklusive der Finanzkennzahlen von Lamborghini und Ducati

  • Skoda

    Umsatz: 13,7 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 1,2 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 8,7 Prozent

  • Seat

    Umsatz: 8,9 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 153 Millionen Euro
    Operative Rendite: 1,7 Prozent

  • Bentley

    Umsatz: 2,0 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 112 Millionen Euro
    Operative Rendite: 5,5 Prozent

  • Porsche

    Umsatz: 22,3 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 3,9 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 17,4 Prozent

  • Volkswagen Nutzfahrzeuge

    Umsatz: 11,1 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 455 Millionen Euro
    Operative Rendite: 4,1 Prozent

  • Scania

    Umsatz: 11,3 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 1,1 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 9,5 Prozent

  • MAN

    Umsatz: 10,0 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 230 Millionen Euro
    Operative Rendite: 2,3 Prozent

  • Volkswagen Financial Services

    Umsatz: 27,6 Milliarden Euro
    Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen: 2,1 Milliarden Euro
    Operative Rendite: 7,6 Prozent

„Wir haben das erste Quartal mit noch besseren Zahlen abgeschlossen, als unsere anfänglichen Schätzungen erwarten ließen. Damit gehören wir zu den wachstumsstärksten Marken in Europa“, so Wayne Griffiths, im Seat-Vorstand für Vertrieb und Marketing zuständig. „Mit diesem Gesamtergebnis sind wir sehr zufrieden, ebenso wie mit dem gleichmäßigen Wachstum in unseren Märkten, das wir unserer neuen Modelloffensive verdanken.“ Das Facelift des Leon kam gerade rechtzeitig, um den Umsatz anzukurbeln. Ab Juni soll auch der neue Ibiza seinen Beitrag zu dem weiteren Wachstum leisten.

„Seat befindet sich in einer Phase der Konsolidation und Wachstum“, sagt Vorstands-Chef Luca de Meo, „wir arbeiten daran, eine der am meisten wachsenden Firmen in unserer Industrie zu werden.“ Die schweren Zeiten sind vergessen. Die Zeiten, in denen Martorell wohl nur überlebte, weil man die alte Produktion des Audi A4 von Ingolstadt nach Norspanien umziehen ließ, um den nahezu baugleichen Seat Exeo zu fertigen.

Echte Entspannung gab es jedoch erst, als Audi entschied, seinen Crossover Q3 aus Platz- und Ertragsgründen in Seats spanischem Stammwerk zu bauen. Hätte jemand den Oberen des Volkswagen-Konzerns in den Jahren zuvor ein paar Euro geboten – Seat wäre fraglos verkauft worden. So wie es jüngst Opel ergangen ist, die ohne den Bankenbereich auf dem freien Markt gerade einmal schmale 1,3 Milliarden Euro kosteten. Dafür gibt es weder bei Opel noch bei VW sonst die Entwicklung eines komplett neuen Autos.

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