Suzuki: Mit Modelloffensive aus den roten Zahlen

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exklusivSuzuki: Mit Modelloffensive aus den roten Zahlen

von Franz W. Rother

Die von Suzuki angekündigte Modelloffensive gefährdet die Kooperation des japanischen Auto- und Motorradkonzerns mit Opel und Fiat. Der Europachef will damit endlich aus den roten Zahlen kommen.

WirtschaftsWoche: Herr Suzuki, in Europa gingen die Neuzulassungen von Suzuki 2012 um fast 14 Prozent zurück, deutlich stärker als der Branchenschnitt. Wie hoch waren Ihre Verluste 2012?

Takanori Suzuki

Takanori Suzuki

Suzuki: Wollen Sie das wirklich wissen?

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Aber klar doch.

Detaillierte Zahlen kann ich noch nicht nennen. Nur so viel: 2008 waren wir das letzte Mal profitabel. Seitdem haben wir keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. Wenn sich das noch lange fortsetzt, stecke ich in ernsten Schwierigkeiten.

Und dann zieht sich Suzuki wie schon vom US-Markt auch aus Europa zurück?

Nein, nein. Das wird nicht passieren. In den USA hatten wir keine eigene Produktion und wegen der ungünstigen Dollar-Yen-Relation über zehn Jahre hinweg riesige Verluste eingefahren. In Europa haben wir eine eigene Autofabrik in Ungarn. Europa ist zudem aus strategischen Gründe für uns eine sehr wichtige Region. Wenn wir weiter als Autohersteller bestehen wollen, werden wir auch weiter in Europa präsent sein müssen. Es wäre einfacher, sich nur auf Asien zu konzentrieren. Aber dann wären wir bald nur noch ein drittklassiger Autohersteller.

In Europa kommt Suzuki nur noch auf einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Was läuft schief?

Was wollen Sie machen, wenn Märkte wie Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland, die für uns immer wichtig waren, einbrechen?

Auch in Deutschland haben Sie 2012 über 10 Prozent weniger Fahrzeuge zugelassen als im Jahr zuvor, obwohl dieser Markt vergleichsweise stabil war.

Zu dem Schluss kann man kommen, wenn man den Gesamtmarkt einschließlich der gewerblichen Zulassungen betrachtet. Die Fahrzeuge von Suzuki werden allerdings zu 95 Prozent von Privatkunden gekauft. Und das Privatkundengeschäft ist 2012 in allen Märkten deutlich geschrumpft, auch in Deutschland. Hinzu kommt, dass wir lange kein neues Modell mehr eingeführt haben – der Swift kam Ende 2010 auf den Markt. Erst in diesem Jahr können die Händler ein neues Fahrzeug erwarten – ein kompaktes Crossover mit Allradantrieb für die Stadt.

Fast drei Jahre ohne neue Modelle – wie konnte das passieren?

Da kamen einige Faktoren zusammen, nicht nur die ungünstige Währungsentwicklung. Eine große Rolle spielte auch die Beteiligung von Volkswagen an Suzuki und das Vorhaben, gemeinsam neue Fahrzeuge zu entwickeln. Das hat dazu geführt, dass Projekte auf Eis gelegt wurden und nach dem Scheitern der Allianz erst wiederbelebt werden mussten.

Und wann sehen wir die Ergebnisse dieser Wiederbelebung?

Sehr bald. In Vorbereitung sind fünf neue Autos. Unser zugegebenermaßen ehrgeiziges Ziel ist es, unseren Absatz in Europa bis 2016 wieder auf 300.000 Autos zu steigern. Ob wir das Ziel erreichen, wird davon abhängen, wie schnell sich Europa von der Euro-Krise erholt.

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