Syngenta-Übernahme: Monsanto wirft das Handtuch

Syngenta-Übernahme: Monsanto wirft das Handtuch

, aktualisiert 27. August 2015, 06:33 Uhr
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Monsanto hat sein Übernahmeangebot erhöht.

Es wäre der größte Zusammenschluss in der Agrarchemiebranche gewesen – doch jetzt ist die geplante Syngenta-Übernahme durch Monsanto geplatzt. Der US-Konzern Monsanto gibt auf. Die Syngenta-Aktien brachen daraufhin ein.

Die größte Übernahme in der Agrochemiebranche ist nach monatelangem Gezerre geplatzt. Der US-Genpflanzen- und Saatgutriese Monsanto gab am Mittwoch die geplante Akquisition des Schweizer Pflanzenschutz- und Düngemittel-Produzenten Syngenta auf. Nachdem auch eine nachgebesserte Offerte die Syngenta-Spitze nicht überzeugen konnte, brachen die Amerikaner die Gespräche ab. Beide Firmen wollen nun alleine weitermachen. Nach dem Scheitern des Deals dürfte das Fusionsfieber in der Chemiebranche, von dem auch K+S erfasst wurde, merklich abkühlen.

Syngenta zufolge spiegelte auch das neue Angebot den Wert des Unternehmens bei weitem nicht wider, und der Verwaltungsrat habe es einstimmig zurückgewiesen. Monsanto habe Schlüsselfragen nicht ausreichend angesprochen, teilte Syngenta mit. Die Amerikaner hatten zuerst 449 Franken je Aktie geboten, doch die Schweizer zeigten dem Konzern aus St. Louis die kalte Schulter.

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Neben dem zu geringen Preis führte die Syngenta-Spitze ins Feld, dass ein Zusammenschluss vor kaum überwindbaren wettbewerbsrechtlichen Hürden stehe. Auch das überarbeitete Angebot reichte Syngenta offenbar nicht. Monsanto bezifferte es am Mittwoch auf 470 Franken je Aktie, während Syngenta von 433 Franken sprach. Die Differenz ist dadurch zu erklären, dass die Amerikaner Aktien- und Währungskurse von April zugrunde legen, Syngenta hingegen die tieferen aktuellen Werte. Monsanto bot den Aktionären des Konzerns aus Basel 245 Franken in bar und 2,229 eigene Aktien an.

Mit dem Scheitern der Übernahmepläne, die die Chemiebranche elektrisiert hatten, verpuffte die Fantasie. Die Syngenta-Aktien brachen 18 Prozent auf 309,90 Franken ein und waren damit weniger wert als Anfang Mai, nachdem Monsantos Ambitionen bekanntwurden. Die Anteile von Monsanto legten in New York mehr als sieben Prozent zu.

Syngenta Management unter Druck

Obwohl sich Syngenta mit Händen und Füßen gegen eine Übernahme gewehrt hatte, kann sich die Konzernspitze nun nicht zurücklehnen. Zwar zeigte sich Präsident Michel Demare am Mittwoch zuversichtlich, dass Syngentas langfristige Aussichten sehr attraktiv seien. Viele Anleger zweifeln nach wiederholt enttäuschenden Ergebnissen aber daran, dass das Management die bis 2018 angepeilten Gewinnziele auch erreichen kann. Einer der zehn größten Syngenta-Aktionäre sagte: "Wir sind sehr frustriert über das Verhalten von Syngenta. Es ist nicht akzeptabel, dass das Unternehmen keine ernsthaften Gespräche mit Monsanto aufgenommen hat."

Aufatmen dürfte man dagegen in Ludwigshafen. Früheren Angaben eines Investmentbankers zufolge hatte BASF großes Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug kommt, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden.

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Von potenziellen Übernahmekandidaten dagegen wandten sich die Anleger ab. Die Anteile der von Potash umworbenen K+S fielen um 2,5 Prozent. Anleger hatten zuletzt darauf spekuliert, dass der kanadische Rivale sein Angebot für das Kasseler Düngemittelunternehmen aufstocken könnte . Die Titel des Schweizer Chemiekonzerns Clariant, der ebenfalls als Übernahmeziel gehandelt wird, sanken um 2,6 Prozent. "Diese Spekulationen dürften fürs erste gegessen sein", sagte ein Börsenhändler in Zürich.

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