Termine verschoben, ein Fall soll abgegeben werden: Überraschende Wendung im Porsche-Prozess

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Termine verschoben, ein Fall soll abgegeben werden: Überraschende Wendung im Porsche-Prozess

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Der Rechtsanwalt der Investoren Elliott Associates, Josef Broich, sitzt im Landgericht in Braunschweig vor Beginn der mündlichen Verhandlung über drei Schadenersatzklagen von Investoren gegen die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE auf seinem Platz.

Der Prozess um die Schadenersatz-Klagen gegen Porsche verzögert sich weiter: Das Braunschweiger Landgericht sieht sich in einem Fall nicht zuständig und will ihn an ein Kartellgericht abgeben. Zwei weitere Termine für heute wurden abgesagt.

Im Schadenersatz-Prozess von VW-Großaktionär Porsche mit mehreren Investoren kündigt sich ein überraschende Wende an: Das Braunschweiger Landgericht sieht sich bei der milliardenschweren Klage einer Gruppe von Investmentfonds gegen Porsche nicht zuständig und will den Fall an ein Kartellgericht abtreten - ob nach Frankfurt oder Hannover steht noch nicht fest. Über einen entsprechenden Antrag der Anwälte werde die 5. Zivilkammer am 19. Juni entscheiden, sagte Richter Stefan Puhle am Mittwoch. Er fügte hinzu, der Kammer seien Zweifel gekommen, ob sie für diese Klage zuständig sei.

Ab Mittag sollte eigentlich über zwei weitere Fälle verhandelt werden. Doch es kommt zu neuen Verzögerungen: Das Landgericht verschob am Mittwoch die Termine um rund ein halbes Jahr auf Ende Oktober. Auslöser sei die Krankmeldung eines Anwalts, der die Investoren in den beiden Verfahren vertritt, teilte Puhle mit.

Bei den zwei Klagen (5 O 3086/11 und 5 O 2077/11), von denen eine auch gegen Volkswagen zielt, geht es um Ansprüche von insgesamt gut zwei Milliarden Euro. Derzeit sind in Braunschweig sechs Fälle im Zusammenhang mit der Übernahmeschlacht der PSE gegen VW anhängig.


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Porsche-Prozess Puhle wird zum Richter über Milliarden

Die Milliarden-Prozesse gegen Porsche beginnen. Das Landgericht Braunschweig wird am Mittwoch Epizentrum der versuchten Übernahme von VW.

In Braunschweig ziehen Anleger gegen Porsche vor den Kadi. Sie verlangen über 4 Milliarden Euro Schadenersatz wegen angeblicher Kursmanipulationen im Zuge der missglückten VW-Übernahme. Quelle: dpa


Porsche hatte sich seit 2005 schrittweise bei VW eingekauft und dabei im März 2008 noch verneint, den viel größeren Wolfsburger Autokonzern beherrschen zu wollen. Als die Porsche Holding im Oktober 2008 bekanntgab, dass sie sich fast drei Viertel der Stimmrechte gesichert hatte, schoss der VW-Kurs in die Höhe. Institutionelle Anleger, die auf sinkende Kurse gewettet hatten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten sich VW-Aktien geliehen und diese verkauft - mit dem Ziel, sie später billiger zurückzukaufen und die Spanne als Gewinn einzustreichen. Nun mussten sie die knappen Aktien zu fast jedem Preis erwerben. In der Folge schoss der Wert der zuvor längere Zeit bei etwa 200 Euro liegenden VW-Stammaktien zeitweise auf über 1000 Euro und machte Volkswagen vorübergehend zum wertvollsten Unternehmen der Welt.

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