Tesla-Chef Musk: „Keine Partnerschaft mit BMW“

exklusivTesla-Chef Musk: „Keine Partnerschaft mit BMW“

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Unternehmer Elon Musk, Erfinder von PayPal, Tesla und SpaceX u.a.

Gegenüber der WirtschaftsWoche erklärte Elon Musk, Gründer und Chef des kalifornischen Elektroautoherstellers Tesla, dass er zu keinem Zeitpunkt eine Zusammenarbeit mit BMW herbeigeredet habe.

Elon Musk, der Gründer und Chef des kalifornischen Elektroautoherstellers Tesla, hat frühere Aussagen über eine mögliche Zusammenarbeit mit BMW konkretisiert. „Ich habe eine Partnerschaft mit BMW nicht herbeigeredet und ich habe solchen Gerüchten sofort widersprochen“, erklärte Musk gegenüber der WirtschaftsWoche. „Ich respektiere BMW als Unternehmen“, so Musk, „und wir haben informell über vieles gesprochen, aber ich habe zu keinem Zeitpunkt erklärt, dass es eine Zusammenarbeit gebe oder ernste Diskussionen darüber.“

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Banken, Autos, Raumfahrt. Tesla-Gründer Elon Musk hat das seltene Talent, mit neuen Technologien etablierte Branchen aufzubrechen. Was der Selfmade-Milliardär umsetzt und warum ihn auch schwere Rückschläge nie stoppen.

Quelle: Bloomberg

Musk hatte vor zwei Wochen in einem Interview gesagt, Tesla rede mit BMW „darüber, ob wir bei der Batterietechnik oder den Ladestationen zusammenarbeiten können“. Zudem habe BMW „eine relativ kostengünstige Karbonfaserproduktion“, die für Tesla interessant sein könnte. Diese mit BMW offenbar nicht abgestimmten Aussagen sorgten in der Öffentlichkeit, bei Analysten und Anlegern für Spekulationen über ein Zusammenrücken der beiden Autohersteller.

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Die Tesla-Chronik

  • 2003, der Beginn

    Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

  • 2006, Premiere des Roadster

    Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

  • 2007, Eberhard geht

    Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

  • Mai 2009, Einstieg der Konzerne

    Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

  • September 2009, Premiere Model S

    Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

  • Januar 2010, Geldspritze vom Staat

    Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

  • Juni 2010, IPO

    Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

  • 2012, SUV-Pläne

    Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern. Am Ende verzögern sich die Pläne, die Produktion des Model X läuft erst im Herbst an – und das nur schleppend.

  • 2013, erstmals profitabel

    Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

  • 2014, die Gigafactory wird gebaut

    Im Mai haben die Bauarbeiten in Reno, Nevada, für die weltgrößte Batteriefabrik begonnen. Hier will Tesla nicht nur die Akkus für seine Elektroautos und auch sogenannte "Powerwalls" für den Hausgebrauch montieren, sondern auch die Batteriezellen selbst aus Rohstoffen herstellen. Das Investitionsvolumen beträgt fünf Milliarden Dollar, als Partner ist Panasonic mit im Boot.

  • 2015, der Massenmarkt soll kommen

    Tesla gibt Pläne bekannt, mit dem Model 3 ein kompaktes Auto für den Massenmarkt auf den Markt bringen zu wollen. Der Wagen, der rudimentär erstmals im März 2016 gezeigt wurde, soll rund 35.000 Dollar kosten und soll über eine Reichweite von 320 Kilometern (200 Meilen) verfügen.

  • 2016, die Gigafactory öffnet teilweise

    Nach der Vor-Premiere des Model 3 im März steht zur Jahresmitte ein weiterer Meilenstein an: In der Gigafactory werden die ersten Batteriezellen gefertigt. Diese sind zwar vorerst für die PowerWall-Heimakkus gedacht, bringen das Unternehmen aber einen Schritt näher an die Massenfertigung des Model 3.

  • 2017, das Model 3 rollt vom Band

    Ende Juni 2017 übergibt Tesla die ersten 30 Model 3 an ihre Besitzer übergeben - allesamt sind Tesla-Beschäftigte. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

Von BMW hingegen erfuhr die WirtschaftsWoche, dass es keine Verhandlungen über eine konkrete Zusammenarbeit mit Tesla gibt. „Die BMW-Gruppe hat kein Interesse daran, Anteile von Tesla zu erwerben“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage der WirtschaftsWoche.

Ein BMW-Insider betonte, dass in der Autoindustrie „praktisch jeder mit jedem“ spreche, deshalb hätten „informelle Gespräche“ mit Tesla wenig zu bedeuten. BMW freue sich über Käufer von Karbonfasern, aber das gelte „für Tesla wie für jeden anderen Autohersteller“.

weitere Artikel

Nach dem Ausstieg von Daimler und Toyota bei Tesla im Oktober wolle sich Musk offenbar mit dem Namen BMW schmücken, vermuten die Münchner: „Musk benutzt uns für PR-Zwecke.” BMW könne derzeit nicht erkennen, wie das Unternehmen von Tesla profitieren könnte, denn der junge Elektroautohersteller habe in keinem Bereich einen technischen Vorsprung.

Ob es am Dementi von BMW lag oder an den stark gesunkenen Benzinpreisen und dem nachlassenden Interesse an Elektroautos auch in USA – in der zurückliegenden Woche hat die Tesla-Aktie rund sechs Prozent an Wert verloren.

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