Tesla: Elektro-Pionier baut Vertrieb um

Tesla: Elektro-Pionier baut Vertrieb um

Die Verkaufszahlen von Tesla lagen zuletzt unter den Erwartungen. Jetzt reagiert der Elektro-Pionier: Ein neuer Vertrieb soll es richten – und der Kunde anstelle des Produkts in den Mittelpunkt rücken.

Lange Zeit stand bei Tesla ausschließlich das Produkt im Mittelpunkt. Die Reichweiten- und Leistungsangaben beim Roadster und der Limousine Model S sprachen für sich, die Konkurrenz hatte dem kleinen Autobauer aus Kalifornien in Sachen Elektroauto wenig entgegenzusetzen. Doch jetzt scheint die reine Kraft des Produkts nicht mehr auszureichen: Der Absatz fiel im vergangenen Jahr deutlich geringer aus als erwartet.

Jetzt reagiert der Elektroauto-Pionier auf die Absatzschwäche – die Verkaufsleitung soll umgebaut werden und in Richtung mehr Kundenorienterung ausgerichtet werden. In den Anfangszeiten spielten das Vertriebs- und Servicenetz nur eine untergeordnete Rolle. Wenn Tesla aber eine breitere Kundenschicht erreichen will, muss der Elektro-Pionier auch diese Themen angehen.

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Tesla-Vize Jerome Guillen "Wir machen unser eigenes Ding"

Tesla gilt als einer der großen Herausforderer der etablierten Autokonzerne. Im Interview spricht Vize-Chef Jerome Guillen über das Apple Car, die Wachstumspläne und Tesla-Gründer Elon Musk.

Tesla-Vizepräsident und Leiter Verkauf Jerome Guillen Quelle: dpa Picture-Alliance

Noch in diesem Jahr sollen drei für den Verkauf zuständige Vize-Präsidenten für Nordamerika, Europa und Asien ernannt werden. Danach werde der Posten des Chefs für den weltweiten Vertrieb neu besetzt. Diesen Posten hat derzeit Jerome Guillen inne, der auf dem Genfer Autosalon der WirtschaftsWoche noch Rede und Antwort stand.

Zudem kündigte Tesla in einem Eintrag auf dem Firmenblog an, beim Vertrieb nicht mehr ausschließlich auf den Direktverkauf setzen zu wollen. „Wir erkennen, dass für die Kunden in Europa Leasingprogramme, entweder persönlich oder über die Firma, eine große Rolle spielen“, heißt im neuesten Tesla-Blog, über den das Unternehmen seine Neuigkeiten streut. Gerade in Deutschland werden immer weniger Neuwagen privat gekauft – und Firmenkunden bevorzugen meist ein Leasinggeschäft.

Tesla hat ehrgeizige Wachstumspläne. Probleme in der Produktion und bei der Auslieferung hatten aber zuletzt die Bilanz verhagelt. Im vierten Quartal 2014 lieferte das Unternehmen zwar rund 9800 Fahrzeuge aus. Angepeilt waren aber 13.000. Auch im Gesamtjahr wurde das Ziel verfehlt.

Wie gut Autokonzerne auf Angriffe von Apple & Co. vorbereitet sind

  • BMW

    Vernetzung

    Gutes Angebot mit Connected Drive, DriveNow-Carsharing, Kooperation mit chinesischer Suchmaschine Baidu

    Elektromobilität

    Innovatives Angebot mit eigener Elektro-Modelllinie i3, i8

    Autonomes Fahren

    Testmodelle für autonomes Fahren, erste Features ab 2016 in der nächsten 7er-Reihe

    Fazit

    Viel Erfahrung mit E-Mobilen, Kooperation mit Toyota, wenig Chancen für Apple und Google

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Daimler

    Vernetzung

    Umfangreiches Angebot mit Comand-System, Car2Go -Carsharing per Smartphone

    Elektromobilität

    Lange Erfahrung mit Elektromobilität (vollelektrisch, Plug-in-Hybride, Brennstoffzelle); Kooperation mit Tesla

    Autonomes Fahren

    S-Klasse und C-Klasse bereits in Serie teilautonom unterwegs; autonome Trucks

    Fazit

    In allen Bereichen sehr gut aufgestellt; Kooperation mit Apple oder Google allenfalls punktuell

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Fiat- Chrysler

    Vernetzung

    Blue&Me-Entertainment (mit Microsoft entwickelt), Carsharing-Dienst Enjoy in Mailand und Rom

    Elektromobilität

    Sehr überschaubares Angebot: ein E-Modell (Fiat 500e); Jeep stellt Hybridmodelle in Aussicht

    Autonomes Fahren

    Keine konkrete Ankündigung

    Fazit

    Finanziell angespannte Lage, könnte bei E-Mobilität, Vernetzung und autonomem Fahren starke Partner brauchen

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Ford

    Vernetzung

    Befriedigendes Angebot mit Ford Sync-System (mit Microsoft entwickelt); stark in den USA, in Europa im Aufbau

    Elektromobilität

    Überschaubares Angebot: Focus Electric Drive; C-Max Plug-in-Hybrid, Mondeo Hybrid

    Autonomes Fahren

    Bremsassistent im Test, Parkassistent im Focus; neues Forschungszentrum im Silicon Valley

    Fazit

    Aktuell noch Schwächen beim autonomen Fahren, aber starke Investitionen in das Thema, Partner sind denkbar

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • General Motors (Opel)

    Vernetzung

    Befriedigendes Angebot mit GM On Star Infotainment

    Elektromobilität

    Geringes Angebot: ein Hybrid (Chevrolet Volt), ein Elektro-Auto angekündigt (Bolt)

    Autonomes Fahren

    Pläne für teilautonome Fahrzeuge bis 2017

    Fazit

    Wenig eigene Lösungen; Google oder Apple könnten zum Mitmachen verführen

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Hyundai/Kia

    Vernetzung

    Befriedigendes bis ausreichendes Angebot, Kooperation mit chinesischem Suchmaschinenanbieter Baidu

    Elektromobilität

    Ein Elektroauto (Kia Soul); Vorsprung bei Brennstoffzelle mit Hyundai iX 35

    Autonomes Fahren

    Arbeitet am teilautonomen Fahren für Autobahnen und Parkassistenz; keine Serienreife

    Fazit

    Stark bei neuen Antriebstechnologien, schwach bei autonomem Fahren, Aufholbedarf bei Vernetzung

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • PSA Peugeot Citroën

    Vernetzung

    Befriedigendes bis gutes Angebot mit Peugeot Connect, Carsharing Mu

    Elektromobilität

    Überschaubares Angebot: zwei Elektroautos Peugeot iOn, Citroën C-Zero, eine Plug-in-Studie Quartz

    Autonomes Fahren

    Noch im Forschungsstadium

    Fazit

    Finanziell angespannte Situation, wenig eigene Lösungen. PSA könnte starken Partner wie Google und Apple brauchen

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Renault/Nissan

    Vernetzung

    Befriedigendes Angebot mit Nissan connect und Renault My Z.E. connect

    Elektromobilität

    Breites Angebot beider Marken an Elektroautos, Nissan Leaf ist meistverkauftes E-Auto weltweit

    Autonomes Fahren

    2020 will Nissan erschwingliche autonomfahrende Autos auf den Markt bringen

    Fazit

    Renault/Nissan sind bei der Elektromobilität mit vorne, Nissan setzt auf autonomes Fahren, Vernetzung ausbaufähig

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Toyota

    Vernetzung

    Befriedigendes Angebot mit T-connect, Testlauf zu Vernetzung mit Elektrovehikeln in Grenoble

    Elektromobilität

    Hybridpionier; sehr viel Erfahrung mit Batterie-und Brennstoffzellenfahrzeugen (Mirai 2015 in Serie)

    Autonomes Fahren

    Testautos; bis 2017 bei Nobeltochter Lexus Autobahn- und Sicherheitsassistenten

    Fazit

    Stark bei Antrieben, schwach bei Konnektivität, Mittelmaß beim autonomen Fahren – Google könnte Druck machen

    Quelle: eigene Recherche, Statista

  • Volkswagen-Konzern

    Vernetzung

    Wachsendes Angebot etwa durch CarNet und Audiconnect; Übernahme der Blackberry-Forschung in Bochum

    Elektromobilität

    Wachsendes Angebot an Plug-in-Hybriden und E-Modellen bei VW, Audi, Porsche; keine Brennstoffzellen in Serie

    Autonomes Fahren

    900 km Testfahrt im selbstfahrenden Audi A7, 2016 sollen A7, Q7 teilautonom fahren können; autonomes Parken

    Fazit

    Volkswagen-Konzern beherrscht Elektromobilität und Connectivity, Umsetzung neuer Technologie in Serie dauert

    Quelle: eigene Recherche, Statista

Erst jüngst hatte Tesla-Chef Elon Musk erklärt, die Produktion solle binnen zehn Jahren bei "mindestens einigen Millionen" Fahrzeugen pro Jahr liegen. 2014 waren es insgesamt 35.000, und wegen Problemen im Vertrieb konnte Tesla jedes zehnte davon nicht ausliefern. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen ein Absatz-Plus von knapp 75 Prozent auf 55.000 Autos.

Weitere Artikel zum Thema

Musk hat der Autobranche vorgemacht, dass Elektroautos nicht klein und nur für kurze Strecken geeignet sein müssen. Im Sportwagen-Design kann Teslas Model S Firmenangaben zufolge bis zu 480 Kilometer weit fahren.

Im Oktober hatte Tesla Daimler und Toyota als Anteilseigner verloren. Beide wollen aber weiter mit dem US-Konzern zusammenarbeiten. Bei manchen Herstellern ist die Elektroauto-Euphorie aber schon wieder abgeflaut. Zudem spielt der zuletzt stark gesunkene Ölpreis den Anbietern alternativer Antriebe nicht gerade in die Hände.

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