Tesla-Klausel bei E-Auto-Prämie: Wie Tesla auf die Kaufprämie schimpft

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Das Tesla Model 3 soll günstig genug für den Massenmarkt sein. Die Kaufprämie läuft aber vorher aus

von Simon Book

E-Auto-Pionier Tesla ist enttäuscht über den „Umweltbonus“, den die Große Koalition in der vergangenen Woche im Kabinett beschlossen hat. Von der Kaufprämie fühlt sich der Elektroauto-Vorreiter bewusst ausgegrenzt.

Die gerade beschlossene Kaufprämie für Elektroautos sorgt ausgerechnet beim E-Auto-Pionier Tesla für mächtig Unmut. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley fühlt sich benachteiligt bei der gerade von der Bundesregierung beschlossenen Subvention.

„Grundsätzlich begrüßen wir den Schritt mit der Kaufprämie für E-Autos“, sagte Georg Bauer, Tesla-Manager in Deutschland der WirtschaftsWoche. Schließlich habe man in anderen Ländern gesehen, dass derlei Förderungen den Markt für Stromer ankurbeln könnten. „Aber wir sind auch enttäuscht. Tesla ist der Pionier bei der Elektromobilität und wird bei der jetzigen Förderung durch eine nicht nachvollziehbare Preisgrenze außen vor gelassen“, so Bauer weiter.

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Teslas Reichweite schlägt die Konkurrenz

Tatsächlich gilt Tesla als Vorreiter bei der umweltschonenden Technologie. Es hat mit dem Model S einen Wagen im Angebot, der mehrere hundert Kilometer Reichweite hat und damit viele Konkurrenten um Längen übertrifft. Zudem hat Tesla, anders als die deutschen Hersteller, ein eigenes Netz von Ladesäulen in ganz Europa und den USA installiert: Vom Nordkap bis an die Südspitze Spaniens, wirbt man gern, seien die Kunden damit rein elektrisch unterwegs. Das zieht offensichtlich: 1.582 Model S, Stückpreis 88.000 Euro, konnte man 2015 in Deutschland absetzen. Das ist Rekord in der E-Luxusklasse.

PremiumSubventionsrepublik Deutschland Die politische Irrfahrt mit der E-Auto-Prämie

Niemand wollte die Kaufprämie für Elektroautos, nun gibt es sie. Mal wieder werden statt Mittelstand und Gründern Großkonzerne gepampert. Das Protokoll einer ordnungspolitischen Irrfahrt der großen Koalition.

Quelle: Illustration: WirtschaftsWoche, Fotos: Konstantin Megas, PR

Für die nun beschlossene staatliche Förderung aber ist das Model S viel zu teuer. Die Spitzen der Großen Koalition einigten sich nämlich nicht nur darauf, reine Elektromobile mit 4000 Euro und Plug-in-Hybridfahrzeuge mit 3000 Euro zu bezuschussen. Sie setzten auch eine Preisobergrenze für die zu fördernden Modelle fest. Laut Wirtschaftsministerium liegt diese bei 60.000 Euro Netto-Listenpreis, also knapp 72.000 Euro brutto. Der günstigste Tesla aber kostet derzeit mehr als 15.000 Euro mehr.

Erst im Frühjahr 2018 wird das Model 3 der Kalifornier erwartet, das für umgerechnet 31.000 Euro zu haben sein soll. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt aber schmilzt die E-Auto-Prämie ab. So haben es Regierung und deutsche Autobosse vereinbart. Ohnehin ist der Fördertopf auf 1,2 Milliarden Euro gedeckelt, verteilt nach dem Windhund-Prinzip: wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Es ist daher gut möglich, dass Tesla-Kunden überhaupt nicht in den Genuss der staatlichen Subvention kommen. Intern spricht man daher schon von einer „Tesla-Klausel“, wähnt eine Verschwörung der deutschen Industrie gegen sich. Die Obergrenze im Förderprogramm habe das Unternehmen „aus heiterem Himmel“ getroffen, sagte Bauer der WirtschaftsWoche. Zwar habe es im vergangenen Herbst ein Gespräch zwischen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Tesla-Chef Elon Musk gegeben. „In die dann folgenden Gespräche die zum Beschluss der Bundesregierung geführt haben, wurden wir aber nicht einbezogen“, sagt Bauer.

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