Tesla-Manager Schröder und Guillen: Verlust von Führungskräften wird zum Problem

Tesla-Manager Schröder und Guillen: Verlust von Führungskräften wird zum Problem

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Bei Tesla stehen personelle Veränderungen an.

Nach 20 Monaten an der Spitze von Tesla Deutschland verlässt Philipp Schröder offenbar das Unternehmen. Auch in Teslas Führungsetage in den USA stehen personelle Wechsel an – zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Elon Musk muss offenbar einen neuen Chef für Tesla in Deutschland und Österreich suchen: Laut einem Medienbericht verlässt Philipp Schröder den Elektroautobauer nach gerade einmal 20 Monaten. Wie das "Manager Magazin " berichtet, wechselt Schröder zu seinem alten Arbeitgeber, dem Speicherspezialisten Sonnenbatterie in Wipoldsried. Dort werde er als Geschäftsführer die Bereiche Vertrieb und Marketing leiten.

Eine Tesla-Sprecherin wollte die Informationen nicht kommentieren. Schröder soll offenbar noch einige Wochen an Bord bleiben.

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Der Zeitpunkt des Abgangs ist für das Unternehmen denkbar ungünstig: Mitte September steht die Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt an, auf der Messe werden neue Informationen über das Tesla Model X, ein SUV mit Elektroantrieb erwartet. Für den Car-IT-Kongress, der Ende September ebenfalls in Frankfurt stattfindet, ist Schröder noch als Redner gemeldet.

Tesla-Vize Jerome Guillen "Wir machen unser eigenes Ding"

Tesla gilt als einer der großen Herausforderer der etablierten Autokonzerne. Im Interview spricht Vize-Chef Jerome Guillen über das Apple Car, die Wachstumspläne und Tesla-Gründer Elon Musk.

Tesla-Vizepräsident und Leiter Verkauf Jerome Guillen Quelle: dpa Picture-Alliance

Verglichen mit den deutschen Premiummarken hat Tesla hierzulande einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Privatkunden. Das liegt auch an der Vertriebsmacht der deutschen Hersteller im Flottengeschäft, die mit hohen Rabatten um die Firmenkunden buhlen. Kleinere Hersteller, wie auch Jaguar Land Rover oder die japanischen Luxusmarken Lexus und Infiniti erreichen deshalb nur schwer die deutschen Flottenmanager. Tesla ist das unter Schröders Führung immerhin bei SAP und Lidl gelungen.

Nachfolge-Kandidaten bei Tesla

Laut dem Bericht zählt zu den Kandidaten für die Nachfolge der derzeitige Schweiz-Chef von Tesla, Jochen Rudat. Der ehemalige BMW-Manager leitet dort die Geschäfte mit einigem Erfolg, im Gegensatz zum schwierigen Elektro-Markt Deutschland läuft es in der Schweiz aktuell gut. Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet.

Die Tesla-Chronik

  • 2003, der Beginn

    Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

  • 2006, Premiere des Roadster

    Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

  • 2007, Eberhard geht

    Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

  • Mai 2009, Einstieg der Konzerne

    Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

  • September 2009, Premiere Model S

    Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

  • Januar 2010, Geldspritze vom Staat

    Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

  • Juni 2010, IPO

    Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

  • 2012, SUV-Pläne

    Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern. Am Ende verzögern sich die Pläne, die Produktion des Model X läuft erst im Herbst an – und das nur schleppend.

  • 2013, erstmals profitabel

    Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

  • 2014, die Gigafactory wird gebaut

    Im Mai haben die Bauarbeiten in Reno, Nevada, für die weltgrößte Batteriefabrik begonnen. Hier will Tesla nicht nur die Akkus für seine Elektroautos und auch sogenannte "Powerwalls" für den Hausgebrauch montieren, sondern auch die Batteriezellen selbst aus Rohstoffen herstellen. Das Investitionsvolumen beträgt fünf Milliarden Dollar, als Partner ist Panasonic mit im Boot.

  • 2015, der Massenmarkt soll kommen

    Tesla gibt Pläne bekannt, mit dem Model 3 ein kompaktes Auto für den Massenmarkt auf den Markt bringen zu wollen. Der Wagen, der rudimentär erstmals im März 2016 gezeigt wurde, soll rund 35.000 Dollar kosten und soll über eine Reichweite von 320 Kilometern (200 Meilen) verfügen.

  • 2016, die Gigafactory öffnet teilweise

    Nach der Vor-Premiere des Model 3 im März steht zur Jahresmitte ein weiterer Meilenstein an: In der Gigafactory werden die ersten Batteriezellen gefertigt. Diese sind zwar vorerst für die PowerWall-Heimakkus gedacht, bringen das Unternehmen aber einen Schritt näher an die Massenfertigung des Model 3.

  • 2017, das Model 3 rollt vom Band

    Ende Juni 2017 übergibt Tesla die ersten 30 Model 3 an ihre Besitzer übergeben - allesamt sind Tesla-Beschäftigte. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

Noch schwerwiegender als der Verlust des Chefs für den international beachteten deutschen Markt ist für Tesla-Gründer Elon Musk der Abgang von Jerome Guillen. Der ehemalige Verkaufs- und Service-Chef soll laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" bereits Anfang August Musk mitgeteilt haben, dass er seinen Posten zum Jahresende aufgeben möchte.

Seine Position als Vice President of Global Sales and Service musste Guillen im März diesen Jahres abgeben, seitdem war er für die Kundenzufriedenheit verantwortlicht. Tesla wollte das aber keinesfalls als Degradierung sehen. Zuvor war Guillen, der 2010 von Daimler zu Tesla gewechselt war, für die Entwicklung des Model S verantwortlich.

Elektroautos Warum der Tesla-Verlust egal sein wird

Für Tesla war das vergangene Quartal kein leichtes. Bei der Vorstellung der Zahlen wird Elon Musk einen Verlust rechtfertigen müssen. Entscheidender für den Kurs der Aktie sind allerdings seine Aussagen zur Zukunft.

Tesla-Chef Elon Musk: Von seinen Aussagen hängt viel ab. Quelle: REUTERS

Damit reißen die Problem-Meldungen bei dem kalifornischen Elektroautobauer nicht ab. Erst vor wenigen Wochen musste Tesla einen Millionenverlust im zweiten Quartal verkünden und seine Absatzprognose für das Gesamtjahr kürzen. Grund dafür sind Investitionen in die Einführung des Model X und den Bau der gigantischen Batteriefabrik. Um die Investitionen zu stemmen, hat Tesla im August auch eine Kapitalerhöhung um 500 Millionen Dollar durchgeführt.

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